• 18.05.2012, 15:02:28
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NÖ Landwirtschaft erleidet massive Frostschäden

Weingärten und zahlreiche Ackerkulturen betroffen

St. Pölten (OTS) - In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es
in weiten Teilen Niederösterreichs zu massiven Frostschäden.
Besonders betroffen sind die Regionen nördlich der Donau, wo
Temperaturen bis -5 Grad Celsius gemessen wurden. Im Weinviertel sind
massive Schäden in Weingärten entstanden, aber auch zahlreiche
Ackerkulturen wurden in Mitleidenschaft gezogen und müssen wohl
umgebrochen und neu angebaut werden. Besonders betroffen dürften die
Weingärten des Pulkautales sein. Nach der enttäuschenden nö.
Weinernte 2010 und vereinzelten Frostschäden 2011 befürchtet
Weinbaupräsident Josef Pleil nun eine weitere Enttäuschung für die
diesjährige Lese. Ein genaues Schadensausmaß wird aber erst in den
nächsten Tagen vorliegen.

Kürbisanbau stark betroffen

Besonders betroffen scheint der in den letzten Jahren stark
ausgedehnte Kürbisanbau zu sein. Vor allem im nördlichen Weinviertel
dürften nur wenige Kürbisflächen die Nacht einigermaßen unbeschadet
überlebt haben. Auch Kartoffeln sind in vielen Regionen bis auf die
Dämme zurückgefroren. Wenngleich diese Kultur über ein hohes
Regenerationspotenzial verfügen, kostet der Blattverlust Substanz und
in weiterer Folge Ertrag. Soja, ebenfalls in den vergangenen Jahren
flächenmäßig stark ausgedehnt, ist vielerorts umbruchsreif. Gleiches
gilt für spät angebaute Rüben, die in der Entwicklung noch etwas
zurücklagen und damit noch frostempfindlich waren. Teilweise sind das
just jene Standorte, die heuer bereits abgefroren und dann zum
zweiten Mal angebaut waren.

Mais zeigt in den meisten Regionen Frostschäden

Flächenmäßig am stärksten betroffen dürfte der Mais sein. Dieser
zeigt in den meisten Regionen Frostschäden in unterschiedlicher
Ausprägung, von leichten Blattschäden bis zu Totalausfall. Dabei
bleibt zu hoffen, dass der Vegetationskegel der Pflanzen einigermaßen
unbeschädigt blieb und somit eine Regeneration der Pflanzen erfolgen
kann. Der Frost wird dann zwar auch nicht mehr kompensierbaren
Ertragsverlust verursachen, allerdings ist ein Neuanbau unter den
derzeit viel zu trockenen Bedingungen ebenfalls ein hohes Risiko.

Die Bauern in Niederösterreich hatten damit im Jahr 2012 bisher
alles andere als günstige Witterungsbedingungen. Die Trockenheit im
Herbst hatte schwache Bestände zu Beginn der Vegetation zur Folge.
Während der Bestockung des Wintergetreides war es anhaltend trocken,
was vor allem nach wasserzehrenden Vorfrüchten sehr dünne Bestände
zur Folge hat. Die extreme Hitze Ende April/Anfang Mai fiel genau in
die kritische Phase der Rapsblüte, die dadurch sehr kurz ausfiel. Die
Auswirkung der Trockenheit war und ist auch im Grünland deutlich zu
merken.

LK Niederösterreich für Freigabe zur Nutzung von
Biodiversitätsflächen

"Aus diesem Grund setzt sich die Landwirtschaftskammer
Niederösterreich für eine Freigabe zur Nutzung von
Biodiversitätsflächen ein, um zumindest für Betriebe mit
Futtermittelknappheit für Linderung zu sorgen", berichtet
LK-Präsident Hermann Schultes. Wenn jetzt auch noch Mais großflächig
einer Frostnacht zum Opfer fiel und nicht bald der ersehnte Regen
eintrifft, wird aus Sicht der Experten nach einer Rekordernte 2011
möglicherweise eine weitere Extremernte ins Haus stehen - diesmal
leider deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Dipl. Ing. Ferdinand Lembacher, LK NÖ Pflanzenbau
   Tel: 05 0259 22001, [email protected]
   
   Für weitere Informationen:
   Presse LK NÖ
   Tel: 05 0259 29300, [email protected]

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