• 18.05.2012, 14:38:21
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Konflikte durch Dialog lösen - für gutes Miteinander der Religionen arbeiten

Dalai Lama und LH Dörfler bei Pressekonferenz in Klagenfurt - Große Ehre für Kärnten - Dank für Verbundenheit und Freundschaft

Klagenfurt (OTS/LPD) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz des
Dalai Lama mit Landeshauptmann Gerhard Dörfler nahm das geistliche
Oberhaupt der Tibeter heute, Freitag, Stellung zu zahlreichen Themen,
wie Glück, Werte, Tibet, China, Religionen und Pressefreiheit. In
der Walter Dermuth-Messehalle in Klagenfurt betonte der
Landeshauptmann eingangs, dass der Besuch und viertägige Aufenthalt
des Dalai Lama eine große Ehre für Kärnten sei und er auch persönlich
sehr dankbar für dessen Lebensweisheiten sei, deren Essenz Güte und
Mitgefühl sei.

"Sie haben ein Land umarmt, weil Sie eine besondere Freundschaft mit
Heinrich Harrer und dessen Gattin Carina hatten bzw. haben, weil Sie
sich auch in Kärnten wie zuhause fühlen", sagte Dörfler. Er dankte
für diese Verbundenheit und Freundschaft sowie für die Botschaften,
die alle Zuhörer bereichern. Die Worte des Dalai Lama seien gerade in
einer Zeit der Atemlosigkeit und Hektik, in der Cash und Kapital
anstelle von Menschlichkeit dominieren, wichtig. Auch über die
Wegwerfgesellschaft und den Werteverlust habe man heute schon
gemeinsam debattiert, sagte Dörfler.

Der Dalai Lama sagte, dass alle Menschen Glück und Wohlergehen finden
wollen und das sei mit inneren Werten verbunden. Macht- und
Gewinnstreben würden nicht ausreichen. Um diese Werte
herauszustellen, seien auch die Medien besonders herausgefordert.
Die großen Religionen würden sich im gemeinsamen Ziel finden, Liebe,
Mitgefühl, Genügsamkeit und Zufriedenheit zu fördern, führte der
Dalai Lama aus. Trotz einzelner inhaltlicher Differenzen gebe es ein
Miteinander und führte als Beispiel dafür Indien an, wo viele
Religionen und Kulturen relativ friedlich zusammenleben. Es sei
wichtig, für die Zukunft der Menschen, dass im Bereich der Religionen
für die Gemeinsamkeit zusammengearbeitet werde.

Er hob die Bedeutung der Pressefreiheit hervor und sagte, die
Medienvertreter sollten gleichsam wie Elefanten mit einem langen
Rüssel sein, der sich überallhin bewege und auch hinter die Kulissen
blicke. "Seien Sie ehrlich, objektiv und wahrhaftig", plädierte er.
Er sprach auch zur tibetischen Exilregierung. Hier habe man
demokratische Strukturen erreicht, denn er selbst habe seine
politische Verantwortung an einen gewählten Führer abgegeben. Die
politische Führung durch den Dalai Lama sei damit nach vierhundert
Jahren endgültig zu Ende gegangen.

Zu seinem langjährigen Kärntner Freund Heinrich Harrer sagte er, dass
Tibet immer auch einen Platz in seinem Herzen gehabt habe. Harrer
habe Tibet sehr positiv vermittelt, was er bereits bei seinem ersten
Österreich-Besuch im Jahr 1973 durch Sympathiebekundungen erfahren
habe. Gestern in Hüttenberg habe er sich wieder sehr stark an
persönliche Begegnungen und Gespräche mit Heinrich Harrer erinnert.

Weiters sagte der Dalai Lama, dass sehr viele Chinesen keine
unzensurierten Informationen über Tibet erhalten würden. Umso
wichtiger sei es, dass sie ein Recht bekommen, um Zugang zum freien
Informationsfluss zu erhalten. Damit könnten sie sich ein eigenes
Urteil bilden. Auch das Rechtssystem müsse auf einen internationalen
Standard gebracht werden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass mit der
entsprechenden Informationsarbeit sich auch etwas in Tibet ändern und
die Tibetfrage gelöst werden könne. Es sei ihm auch offiziell
zugesagt worden, dass China einen mittleren Weg hin zu einer Lösung
verfolge.

Zur Frage betreffend seiner Selbstcharakterisierung sagte er, dass er
viele absurde Titel, wie Halbgott oder auch Dämon, erhalten habe, er
sei aber "ein einfacher buddhistischer Mönch". Eine wichtige
Botschaft an die Jugend laute, Gewalt nicht mit Gewalt zu bekämpfen.
Konflikte sollen durch Dialog gelöst werden. Das 20. Jahrhundert
habe enorme technische Fortschnitte gehabt, leider aber auch
unfassbar viel Gewalt gebracht und Opfer gefordert. Die Hoffnung
liege nun bei der Jugend, diese solle über Werte nachdenken, empfahl
der Dalai Lama.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at

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