- 18.05.2012, 13:06:55
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Grüne Wien: Diskussion um Grab von NS-Idol grotesk
Ellensohn: NS-Heldenverehrung hat keinen Platz neben Ehrengräbern von FreiheitskämpferInnen
Wien (OTS) - "Nach 67 Jahren des Friedens in Österreich mutet es
grotesk an, dass wir heute darüber reden, ob das Grab eines NS-Idols
in einer Reihe mit denen von Freiheits- und WiderstandskämpferInnen
bleiben darf. Und dass das Innenministerium indirekt die Kosten der
Grabpflege trägt. Wie soll man das einem Schulkind im 21. Jahrhundert
erklären?", kommentiert David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien,
den Bericht auf orf.at, nachdem das Grab des NS-Offiziers Nowotny
laut Innenministerium in der Ehrengrabgruppe neben der
Präsidentengruft am Zentralfriedhof verbleiben soll.
In der Ehrengrabgruppe 14C am Zentralfriedhof befinden sich unter
anderem die Gräber von Rosa Jochmann, Otto Probst und Leopold Figl.
Allesamt PolitikerInnen, die für die Freiheit Österreichs stehen und
die von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager gesperrt
wurden. In einer Reihe mit deren Gräbern liegt das Grab eines
NS-Offiziers. Ein Hinweisschild, dass es sich bei diesem um kein
Ehrengrab mehr handelt, fehlt.
"Dieser Pilot der Wehrmacht hat keine andere Leistung erbracht als
Nationalsozialist zu sein. Die derzeitige Diskussion zeigt, dass
Teile von Österreich immer noch nicht fertig sind mit der Bewältigung
der Vergangenheit. Diese Ewiggestrigen machen das Grab dann auch zu
einer Pilgerstätte. Es ist aber praktisch allen im Land bis auf eine
verschwindende Minderheit klar, wem eine Ehrung gebührt und wem
nicht", schließt Ellensohn.
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