- 18.05.2012, 10:28:04
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Walser: Gedenken an Wehrmacht hat im Bundesheer System
Grüne verlangen Offensive in der Traditionspflege samt klarem Bekenntnis zur 2.Republik
Wien (OTS) - "Die Krypta am Heldenplatz hat offensichtlich eine
Vielzahl regionaler Ableger, einen davon in Gniebing", zeigt der
Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser angesichts der
ursprünglich geplanten Teilnahme von Bundesheer-Angehörigen am
Treffen von Ewiggestrigen und Weltkriegsveteranen in der Steiermark
kein Verständnis für die zögerliche Haltung von Verteidigungsminister
Norbert Darabos. "Zwar hat Darabos auf meine Kritik umgehend reagiert
und die Teilnahme von Bundesheer-Angehörigen verboten, hingewiesen
auf die untragbare Veranstaltung haben wir Grüne aber schon vor über
einem Jahr." Jahrelang - und nicht nur 2011, wie das Bundesheer nun
faktenwidrig behauptet - haben Rekruten und Offiziere in Gniebing die
"Heldentaten" der Fallschirmjäger gefeiert, die einem
verbrecherischen Befehl folgend auf Kreta für eine Vielzahl von
Massenexekutionen und andere Verbrechen verantwortlich waren.
"Jahrelang wurde damit von den Verantwortlichen gegen die eigenen
Bestimmungen verstoßen und der Traditionserlass missachtet. Er
verbietet nämlich ausdrücklich ein Anknüpfen an die Tradition der
Wehrmacht", so Walser weiter. 'Traditionsstiftend' - so heißt es dort
wörtlich - können nur 'im Einzelfall zu prüfende Verhaltensweisen von
Österreichern in der Deutschen Wehrmacht und von Männern und Frauen
des pro-österreichischen Widerstands' sein. Das trifft weder auf die
Krypta, noch auf den Ulrichsberg oder Gniebing zu: "Ausgehend von der
Krypta hat das Bundesheer in Sachen Traditionspflege viel Arbeit vor
sich."
Walser verlangt nun von Darabos Schritte, die ein weiteres Gniebing
ein und für allemal verhindern. Der Verteidigungsminister gestand
schon 2011 in einer Anfrage ein, dass zentrale Aufzeichnungen über
Bundesheer-Traditionsfeierlichkeiten nicht vorlägen: Nach Mittenwald,
Ulrichsberg und Gniebing muss sich grundlegend etwas ändern. "Hier
geht es um das Ansehen des Bundesheeres in der Bevölkerung und im
Ausland. Klar muss sein, dass das Bundesheer der 2. Republik wie
unter anderem in Gniebing nicht Abwehrschlachten gegen die Alliierten
feiern kann. Schließlich hat der Sieg der Alliierten die Neugründung
der Republik erst ermöglicht."
Für Rekruten und Offiziere muss es entsprechende Schulungen geben,
damit das Verständnis für den Traditionserlass und Geschichte der
Republik wächst. "Darabos ist gefordert. Wir brauchen auch deutliche
symbolische Zeichen wie die Benennung von Kasernen nach
Widerstandskämpfern und Deserteuren aus der Wehrmacht. Nur so kann
das Verständnis für einen angemessenen Umgang mit der Geschichte und
Demokratie wachsen", so Walser.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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