• 16.05.2012, 13:06:46
  • /
  • OTS0156 OTW0156

Eröffnung des Hochwasserschutzes in Spitz

Pröll, Pernkopf: Haben hier eine Zukunftsperspektive auf die Beine gestellt

St. Pölten (OTS/NLK) - In Spitz (Bezirk Krems-Land) wurde heute,
Mittwoch, 16. Mai, von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landesrat
Dr. Stephan Pernkopf die symbolische Eröffnung des örtlichen
Hochwasserschutzes vorgenommen. In diesem Rahmen zog man auch Bilanz
über den Hochwasserschutz in Niederösterreich und gab eine Vorschau
auf die zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich. Im Hinblick auf
diese zukünftigen Entwicklungen wurde vor Ort von Vertretern des
Landes Niederösterreich, der Feuerwehren und des Bundesheeres ein
Arbeitsübereinkommen unterzeichnet, durch das den entlang der Donau
wohnenden Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern künftig ein
höchst mögliches Maß an Sicherheit geboten werden soll.

"Im menschlichen Leben gibt es immer Rückschläge, aber die
Menschen mobilisieren in diesen Zeiten alle Kräfte. Dies war
angesichts des Hochwassers auch hier in der Region so. Wir sind
damals im Land enger zusammengerückt und haben einen Familiensinn
geschaffen, der bis heute anhält. Die Prüfung war hart, aber wir
haben sie bestanden und können heute auf diesen Familiensinn setzen.
Mit dem heutigen Tag haben wir für dieses Juwel unserer Heimat eine
gute Zukunftsperspektive auf die Beine gestellt", betonte
Landeshauptmann Pröll vor Ort und unterstrich auch die Bedeutung des
Spitzer Hochwasserschutzvereins: "Dies ist eine wichtige Institution,
in die man sich einbringen soll. Experten sind wichtig, aber die
Lebenserfahrung der Menschen vor Ort ist genauso wichtig." Im
Hinblick auf die Unterzeichnung des Arbeitsübereinkommens meinte
Pröll: "Das ist mehr als eine Unterschrift und ein Symbol, das ist
ein klares Bekenntnis dazu, dass es in Niederösterreich, wenn es hart
auf hart kommt, das Gemeinsame in den Vordergrund gestellt werden
muss. An sich würden wir keinen Vertrag brauchen, denn es
funktioniert in Niederösterreich auf Zuruf. Aber der Vertrag soll für
die Bevölkerung eine Versicherungspolizze sein und für die
Unterzeichnenden ein klarer Auftrag."

Landesrat Pernkopf erläuterte im Rahmen der Eröffnung die
Entwicklungen im niederösterreichischen Hochwasserschutz in den
vergangenen Jahren und betonte seinerseits die Bedeutung des
Miteinanders und des Familiensinns: "Der Zusammenhalt ist stärker als
jedes Hochwasser."

An der Donau wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 145
Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, in der Folge
kommen hier heute - insbesondere zwecks Vereinbarkeit des
Hochwasserschutzes mit dem einzigartigen Orts- und Landschaftsbild
entlang der Donau - hauptsächlich mobile Hochwasserschutzanlagen zum
Einsatz. Um einen solchen mobilen Hochwasserschutz handelt es sich
auch bei dem binnen rund zweier Jahre errichteten und heute
symbolisch eröffneten Hochwasserschutz in Spitz, durch den künftig
rund 13 Hektar Bauland und etwa 190 Gebäude vor einem 100-jährlichen
Hochwasserereignis geschützt werden sollen: Hier finden sich neben
stationären Mauern auf einer Länge von 290 Metern 1.850 Meter
Mauersockel mit aufgesetzten Mobilelementen. Das Mobilsystem besteht
aus rund 950 Stützen und rund 6.700 Dammbalken, die Mobilfläche
beläuft sich auf rund 4.800 Quadratmeter, das Gewicht auf rund
235.000 Kilogramm. Die Mobilelemente, die im Falle eines Hochwassers
zum Einsatz kommen, werden in einer rund 1.200 Quadratmeter großen
Lagerhalle gelagert, eine Einsatzzentrale vor Ort ist 160
Quadratmeter groß.

Das heute von Land, Feuerwehr und Bundesheer unterzeichnete
Arbeitsübereinkommen bezieht sich auf den "Hochwassereinsatzplan
Donau" und damit auf die künftige Zusammenarbeit der Genannten beim
Auf- und Abbau der mobilen Hochwasserschutzanlagen entlang der Donau;
insbesondere für den Abbau und die Reinigung der Mobilelemente
entlang der NÖ Donau - im Endausbau auf einer Länge von insgesamt
rund 19 Kilometern - sind rund 40.000 Arbeitsstunden erforderlich.

Der Hochwasserschutz war in Niederösterreich in den vergangenen
Jahren ein großes Thema, das Land hat hierzu ein Maßnahmenpaket
geschnürt: Seit 2002 wurden rund 570 Millionen Euro in
Hochwasserschutzprojekte investiert, mit einem
Sonderfinanzierungsprogramm konnten die jährlichen Hochwassermittel
gegenüber früher verdoppelt werden. Ebenfalls seit 2002 wurden 270
Hochwasserschutzprojekte fertig gestellt, weitere 110 Projekte sind
derzeit in Bau. Abgesehen von der Errichtung von Dämmen und Mauern
zum Hochwasserschutz beinhaltet die niederösterreichische
Hochwasserstrategie u. a. auch die systematische Ermittlung und
transparente Darstellung hochwassergefährdeter Flächen im Internet.
An der Donau können die Wasserstände 48 Stunden im Voraus berechnet
werden, an vielen anderen Flüssen sind es bis zu 24 Stunden. Für
Extremereignisse werden von den Gemeinden zur Schadensminimierung
Sonderalarmpläne erstellt, die vom Land zu zwei Drittel gefördert
werden. Falls es doch zu Schäden kommt, können in Niederösterreich
binnen weniger Tage Beihilfen aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt
werden. Zudem hat Niederösterreich in der jüngeren Vergangenheit auch
in die Zusammenarbeit mit mehreren Nachbarstaaten investiert.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung
Wasser, Telefon 02742/9005-14271, e-mail [email protected],
www.wasseristleben.at.

Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12156
www.noe.gv.at/nlk

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NLK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel