- 16.05.2012, 13:02:13
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WKÖ-Klacska: "Jeder ausgeflaggte Lkw kostet die Republik Österreich 50.000 Euro"
Massiv steigende Kostenbelastung in der Transportbranche - Bundessparte fordert bundesweite Investitionsförderung für schadstoffarme Lkw von 5 Mio. Euro
Wien (OTS/PWK323) - "Die Belastungen für die österreichische
Transportbranche nehmen immer weiter zu. Auf niedrigem Niveau bleibt
dabei leider nur die öffentliche Unterstützung für die
Mobilitätsunternehmen", fasste Alexander Klacska, Obmann der
Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), am Mittwoch in einer Pressekonferenz die Situation
in seiner Branche zusammen.
Gewerbediesel um 17% vergünstigen
Massiven Kostenbelastungen ist die Branche durch die hohen
Treibstoffpreise ausgesetzt. Der Dieselkostenanteil im Güterverkehr
liegt etwa bei 20 bis 30 Prozent - angesichts der geringen Margen in
der Branche eine kritische Größe. Klacska: "Österreichische
Transporteure stehen im europäischen Wettbewerb - Kostensprünge sind
für uns besonders schwierig zu verkraften, zumal Lohnnebenkosten in
umliegenden Ländern nicht so hoch sind wie hierzulande. Die
WKÖ-Bundessparte fordert daher einen niedrigeren Steuersatz auf
Diesel für gewerbetreibende Unternehmen." Ein Gewerbediesel könnte 33
Cent je Liter statt derzeit 39,7 Cent ausmachen. "Das wäre eine
17-prozentige Entlastung für unsere Betriebe und damit ein wichtiger
Schritt, um Wettbewerbschancen der heimischen Transportunternehmen
aufrecht zu erhalten. Damit würden Arbeitsplätze und Investitionen in
Österreich gesichert", so der Bundesspartenobmann.
Fahrverbote kommen Volkswirtschaft, Betrieben und der Umwelt teuer
zu stehen
Neben der Preisrally bei Diesel sorgen auch die zahlreichen
Fahrverbote in Österreich für massive Belastungen, erläuterte Erik
Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte. Wie eine aktuelle Studie der
WU Wien belegt, führen diese Verbote zu hohen volkswirtschaftlichen,
aber auch betriebswirtschaftlichen Kosten. Wolf: "Diese Verbote
führen nach dem Floriani- Prinzip nur zu punktuellen Entlastungen,
die Schäden durch die hunderten Kilometer an Umwegen sind jedoch
erheblich." Laut Studie fühlen sich 74% der Transportunternehmen von
Fahrverboten massiv betroffen.
Wie die WU errechnet hat, belaufen sich die volkswirtschaftlichen
Kosten für Umwegverkehre auf 215 bis 285 Mio. Euro. Der CO2-Ausstoß
durch Umwegverkehre liegt zwischen 375.000 und 500.000 t pro Jahr -
Verkehre nicht österreichischer Unternehmen sind hier noch gar nicht
eingerechnet.
Auch auf betrieblicher Ebene entstehen erhebliche Kosten durch
Fahrverbote: Je 1,2 Euro pro Kilometer fallen in den Unternehmen an.
Das ergibt 1.800 bis 2.400 Euro pro Jahr an Zusatzkosten allein durch
die Umwegverkehre. "Das führt dazu, dass viele Betriebe nicht mehr
mithalten können und aufgeben müssen".
Teure Ausflaggung
Belastungen wie diese führen zu einer weiteren Beschleunigung des
Ausflaggens. Immer mehr heimische Transportunternehmen haben in den
letzten Jahren aufgrund des Kostendrucks Teile ihres Geschäfts ins
Ausland verlagert. Univ.-Prof. Sebastian Kummer von der WU Wien hat
errechnet, dass das Ausflaggen eines einzigen Lkw die Republik
Österreich bis zu 50.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr kostet. Die
wichtigsten Gründe für Unternehmen auszuflaggen, sind Lohn- und
Lohnnebenkosten. Auch die Verfügbarkeit von Personal und die MöSt
spielen für die Betriebe eine wichtige Rolle, belegen Kummers
Erhebungen.
Bundesweite Förderung für schadstoffarme Lkw
Ein Anreiz, um der Ausflaggung entgegenzuwirken, wären bundesweit
akkordierte Investitionsförderungen für schadstoffarme Lkw, wie sie
in der Regionalförderungsprogrammen der Bundesländer bereits laufen.
Damit könnten die Mehrkosten in Euro 6 Fahrzeuge abgefedert werden.
Die Bundessparte fordert eine Förderung im Umfang von 5 Mio. Euro
(1000 Fahrzeuge zu je 5000 Euro). "Eine solche österreichweite
Förderung von umweltfreundlichen Lkw brächte zusätzliche
Wertschöpfung und wäre auch ökologisch ein wichtiger Schritt. Damit
würden Ersatzinvestitionen in österreichische Lkw forciert und
Arbeitsplätze im Inland gesichert."
Dass die Förderprogramme der Bundesländer Früchte tragen, zeigt
der aktuelle Konjunkturtest der WKÖ-Bundessparte für das erste
Quartal 2012: Demnach konnte Österreich im Vergleich zum EU-Schnitt
mehr Neuzulassungen bei Lkw über 3,5t und Sattelzugmaschinen
verzeichnen. Die aktuelle Konjunkturbefragung der Transportbranche
zeigt zudem, dass die Unternehmen das zurückliegende Quartal generell
positiver bewerten als das letzte Jahresviertel 2011. Die Nachfrage
wird deutlich besser eingeschätzt als zuvor, 70% der befragten
Unternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand im ersten Quartal 2012
als ausreichend. (PM)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr
Dr. Erik Wolf
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-3251
mailto:[email protected]
http://wko.at/verkehr
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