• 16.05.2012, 11:58:53
  • /
  • OTS0126 OTW0126

Zweites Kindergartenjahr: StS Kurz, Land Salzburg und Land NÖ starten Modellregionen

StS Kurz und die Landesrätinnen Widmann und Schwarz starten Modellregionen in Salzburg und Niederösterreich

Wien (OTS) - Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Integration
starten die Bundesländer Salzburg und Niederösterreich erste Projekte
für ein zweites Kindergartenjahr. Beide Projekte verfolgen das Ziel,
jene Kinder, die aus bildungs- und integrationspolitischer Sicht auf
einen frühen bzw. früheren Kindergartenbesuch besonders angewiesen
sind, lange vor dem letzten verpflichtenden Kindergartenjahr zu
erreichen und in eine vorschulische Bildungs- und
Betreuungseinrichtung einzugliedern. Beide Modellregionen wurden
heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatssekretär
Sebastian Kurz, Salzburgs Landesrätin Tina Widmann und
Niederösterreichs Landesrätin Barbara Schwarz präsentiert.

Vier Schritte zum zweiten Kindergartenjahr nötig

Der Besuch eines Kindergartens ist in mehrfacher Hinsicht von großem
Wert. Kinder können auf die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn
besser vorbereitet werden. Die Integration wird gefördert. Defiziten
(z. B. im Bereich der Sprache) kann rechtzeitig entgegen gesteuert
werden. Der Besuch eines Kindergartens ermöglicht auch vielen Eltern
erst den (Wieder)einstieg ins Berufsleben.

- Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, haben in der weiteren
Schullaufbahn einen doppelt so hohen Sprachförderbedarf
(Statistisches Jahrbuch für Integration 2011).

- 80 Prozent der Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und
die keinen Kindergarten besuchen, haben bei Schuleintritt einen
erhöhten Sprachförderbedarf (Statistisches Jahrbuch für Integration
2011).

- Kinder, die über mehrere Jahre hinweg eine vorschulische Bildungs-
und Betreuungseinrichtung besuchen, haben mittel- und langfristig
bessere Bildungs- und Berufschancen und sind weniger gefährdet die
Schullaufbahn vorzeitig abzubrechen (Studie der Universität Oslo über
die Langzeiteffekte von vorschulischer Kinderbetreuung, 2011)

- Jeder Euro, der in die vorschulische Bildung und Betreuung
investiert wird, wirft einen Euro Wertschöpfung ab (Studie der
Wirtschaftsuniversität Wien).

Der beim Staatssekretariat für Integration angesiedelte Expertenrat
hat deshalb letztes Jahr vorgeschlagen, ein zweites verpflichtendes
Kindergartenjahr für jene Kinder einzuführen, die sprachliche
Defizite aufweisen.

Die nötigen vier Schritte zu einem zweiten verpflichtenden
Kindergartenjahr sind

- Vorverlegung der Einschreibung
- Sprachstandsfeststellung
- Gezielte Betreuung für Kinder mit Sprachdefiziten
- Bundes- und landesgesetzliche Regelung (15a Vereinbarung)

In den Modellregionen werden die ersten drei Schritte gesetzt.

Früher investieren statt später reparieren

Staatssekretär Sebastian Kurz betonte: "Früher investieren, statt
später reparieren! Wir geben derzeit viel Geld aus, um die Probleme
unseres Bildungssystems im Nachhinein zu reparieren. Das ist zwar
sinnvoll. Wir geben aber wenig Geld aus, um den Problemen präventiv
vorzubeugen. Langfristig sollte es uns gelingen, dieses Verhältnis
umzukehren."

Salzburgs Landesrätin Tina Widmann sagte: "Chancengerechtigkeit
bedeutet unter anderem, für alle Kinder die besten Voraussetzungen
für den Schuleintritt zu schaffen - und das so früh wie möglich.
Besonders in der Sprache, der primären Ausdrucksform in unserer
Gesellschaft, gilt es, Probleme ehest möglich zu beheben. Durch frühe
Förderung kann vieles aufgefangen werden. Um Kindern eine frühe
sprachliche Förderung zu ermöglichen, habe ich im Oberpinzgau das
Pilotprojekt Frühe Sprachförderung für alle vierjährigen Kinder
initiiert."

Niederösterreichs Landesrätin Barbara Schwarz sagte: "Bei uns in
Niederösterreich setzen wir auf das spielerische Erlernen von
Sprachfertigkeiten bereits ab dem Eintritt des Kindes in den
Kindergarten mit 2,5 Jahren. Rund 80 interkulturelle MitarbeiterInnen
unterstützen dabei unsere rund 8.000 mehrsprachigen
Kindergartenkinder und unsere KindergartenpädagogInnen. Um auch
tatsächlich allen Kindern die Möglichkeit zur sprachlichen
Frühförderung so früh wie möglich geben zu können, starten wir ein
zukunftsweisendes Projekt im Raum rund um die Landeshauptstadt St.
Pölten. Ziel des Projekts ist, Kinder bereits mindestens ein Jahr vor
dem verpflichtenden Kindergartenjahr und idealerweise bereits ab dem
Alter von 2,5 Jahren schrittweise in die Sprachangebote der
Kindergärten einzubeziehen."

Rückfragehinweis:

Staatssekretariat für Integration
   Pressereferat
   1010 Wien, 
   Minoritenplatz 9
   Tel.: +43-1-53126-7005
   [email protected]
   
   Büro Landesrätin Mag. Barbara Schwarz
   Marion Gabler-Söllner, Pressesprecherin
   3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 1
   Tel: 02742-9005-12655
   Mobil: 0676-812-12655
   [email protected]
   
   
   Büro Landesrätin Dr. Tina Widmann
   Mag. Harald Haidenberger, Pressesprecher
   5010 Salzburg, Postfach 527
   Tel: 0662/8042-3101
   [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel