OTS0230   11. Mai 2012, 14:09

Homophobie bekämpfen - auch weiterhin permanente Herausforderung


Die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft (EP)
für gleichgeschlechtliche Paare vor zwei Jahren war ein Meilenstein
in
Österreich, mit dem die fast völlige rechtliche Gleichstellung von
Lesben und Schwulen erreicht worden ist. Das gesellschaftliche
Bewusstsein ist leider noch nicht immer und überall auf der Höhe
dieses rechtlichen Fortschritts. Homophobie, sei es etwa in Form von
Diskriminierung im Alltag oder von Mobbing ("Bullying") in der
Schule, erschwert Lesben und Schwulen nach wie vor ihr alltägliches
Leben, ja hindert sie mitunter sogar daran, die neuen rechtlichen
Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Darauf haben heute Vormittag auf
einer Pressekonferenz in Wien VertreterInnen der wichtigsten Lesben-
und Schwuleninitiativen Österreichs hingewiesen.

Und zwar anlässlich des internationalen Tags gegen Homophobie, der
seit einigen Jahren am 17. Mai begangen wird, und der heute Abend im
Wiener Gartenbaukino stattfindenden Galapremiere des Kurzfilms
Homophobia von Gregor Schmidinger. Dieser Film ist ebenso wie die
konkrete Aufklärungsarbeit und das breitgefächerte Informations- und
Beratungsangebot der Homosexuellen-Initiativen ein wichtiges Projekt,
mit dem Vorurteile und Homophobie abgebaut werden können. Gerade die
Coming-out- bzw. Jugendgruppen der HOSIs bzw. der RosaLila
PantherInnen (RLP) in Graz sind wichtige Anlaufstellen für
jugendliche Lesben und Schwule, die gerade im Prozess des Coming-out
stehen, erklärte etwa Dario Huck von der HOSI Salzburg für deren
Jugendgruppe Kunterbunt.

Gernot Wartner, Vereinssprecher der HOSI Linz, betonte, dass
diskriminierende bzw. homophobe Haltungen, wie sie etwa jüngst wieder
die ÖVP bei der Anpassung der oberösterreichischen Landesgesetze an
das EP-Gesetz an den Tag gelegt hat, sich durchaus direkt in
negativen Aussagen durch SchülerInnen wiederfinden, wenn diese bei
Informationsveranstaltungen an Schulen sich etwa gegen die Adoption
durch homosexuelle Paare aussprechen. Über Aufklärungsworkshops an
Schulen berichtete auch RLP-Vorsitzende Martina Weixler, die generell
den speziellen Schwerpunkt der Jugendarbeit der RLP mit ihren
unterschiedlichen Projekten und Angeboten in der Steiermark
hervorhob.

Besonders erfolgreich sei dabei das Schulbesuchsprogramm
"Liebeist", das vor sieben Jahren entstand und bei dem ausnahmlos
unmittelbar positives Feedback in den besuchten Schulklassen auf die
Informationsarbeit erzielt werde.

Dies bestätigte auch Kathleen Schröder für das Schulbesuchsprojekt
peerconnexion der HOSI Wien. Sie unterstrich die Bedeutung von
"authentischer" Information und Aufklärung durch Peers, also
Gleichaltrige, an Schulen. Gerade in letzter Zeit sei die Nachfrage
nach den Workshops und Schulbesuchen der peerconnexion explodiert, im
ersten Quartal 2012 habe man bereits genauso viele SchülerInnen damit
erreicht wie im gesamten Jahr 2011. Auch Lehrkräfte fragten vermehrt
nach spezifischen Informationsveranstaltungen nach.

Politische und finanzielle Unterstützung seitens der Politik gefordert

Gerade um diese vermehrte Nachfrage in Zukunft befriedigen zu
können, sei es notwendig, die Arbeit der verschiedenen
Schulbesuchsprojekte auch finanziell besser auszustatten, denn bisher
stützen sich diese hauptsächlich auf das ehrenamtliche Engagement der
MitarbeiterInnen.

Außerdem, so HOSI-Wien-Obmann Christian Högl, sei es notwendig,
die Thematisierung von Homosexualität in die Lehrpläne der Schulen
einzubauen, damit die Behandlung des Themas systematisch und
flächendeckend erfolgen könne.

Mit Empathie gegen die eigene Angst

Gregor Schmidinger erläuterte seinen Ansatz, den er mit dem
Kurzfilmprojekt Homophobia verfolgt: Er wolle die Menschen auf der
Gefühlsebene abholen und mit dem Mittel der sogenannten "ästhetischen
Emotion" ihre möglicherweise negativen Perspektiven verändern, dabei
aber nicht moralisieren, sondern Gedanken anstoßen und positive
Einstellungsänderungen damit erreichen. Homophobie sei ja in erster
Linie eine Abwehrhaltung, eine Angst vor etwas Unbekanntem. Gerade
das Medium Film erlaube es den ZuseherInnen, sich mit den Charakteren
positiv zu identifizieren und Empathie für die "Betroffenen" und ihre
Situation zu entwickeln.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0230 2012-05-11 14:09 111409 Mai 12 HOI0001 0568



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Rückfragehinweis: Christian Högl,
Obmann
Tel.: 0699-11811038
Luzia Hütter,
Obfrau
Mail: luzia.huetter@hosiwien.at

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