- 11.05.2012, 12:42:20
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Leitl zu EU-Wirtschaftsprognose: Jetzt rasch vertrauensbildende Maßnahmen für nachhaltiges Wachstum setzen
EU-Kommission erwartet für 2013 ein Wachstum von 1,3 % in der EU und 1 % in der Eurozone
Wien (OTS/PWK315) - "Eine konsequente Budgetkonsolidierung und
Sparmaßnahmen sind wichtig für die finanzielle Stabilität der
EU-Staaten. Damit sich die EU wirtschaftlich langfristig und
nachhaltig erholt, müssen wir jetzt gezielt Impulse für mehr Wachstum
und Arbeitsplätze in Europa setzen", betont Christoph Leitl,
Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der
heute vorgelegten EU-Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission.
Demnach wird 2012 das reale BIP in der EU stagnieren und im Euroraum
um 0,3 % zurückgehen. Für 2013 wird ein Wachstum von 1,3 % in der EU
und 1 % im Euroraum prognostiziert. Wichtig sei, dass nun rasch
vertrauensbildender Maßnahmen umgesetzt werden, die einen
nachhaltigen Wachstumsschub auslösen, so Leitl: Dazu zählen
Investitionen in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und
Entwicklung sowie Innovation.
"Den Fiskalpakt haben wir bereits, nun müssen wir einen Schritt
weiter gehen. Wir brauchen einen Pakt für Wachstum und Beschäftigung,
der so konzipiert sein muss, dass die öffentlichen Budgets nicht
neuerlich in die Schieflage geraten. Strukturreformen, der Abbau von
Bürokratie und die Liberalisierung der Arbeitsmärkte sind allesamt
Maßnahmen, die nicht viel kosten, aber viel bringen."
Zudem sei darauf zu achten, dass die Versorgung der Unternehmen
mit Krediten und Förderungen in den kommenden Monaten nicht
eingeschränkt wird: Leitl tritt für Erleichterungen bei der
Kreditunterlegung für Klein- und Mittelbetriebe bei den strengeren
Eigenkapital-Regeln für Banken (Basel III) ein: "Wachstum kann nur
mit einem leistungsfähigen Begleiter auf dem Bankensektor erzielt
werden. Österreichs Betriebe schaffen auch in unsicheren Zeiten
Arbeitsplätze und stehen zu ihren Mitarbeitern", so Leitl. Dies zeigt
auch die EU-Konjunkturprognose: Österreich kommt 2012 mit einem
erwarteten Wachstum von 0,8 % und von 1,7 % für 2013 im
Europavergleich noch mit einem blauen Auge davon. Außerdem ist die
Wachstumsprognose für Österreich für 2012 deutlich über der im März
vom WIFO veröffentlichten Prognose, die nur bei 0,4 % lag. "Das sind
positive Signale, die Hoffnung geben", so Leitl.
Der WKÖ-Präsident fordert "eine konkrete Hilfestellung für die
kleinen und mittleren Unternehmen Europas". Den KMU würde mit der
Einrichtung eines europäischen Garantiefonds von 5 Milliarden Euro
der Zugang zu Finanzierungen deutlich erleichtert werden. Damit
könnten KMU-Garantien von mindestens 50 Milliarden Euro generiert
werden. Unternehmensgründer oder Betriebe, die sich entwickeln
wollen, erhalten so eine Garantie der EU kombiniert mit nationalen
Garantien: "Dies hilft, Finanzierungsengpässe zu beseitigen und
Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Und das muss in dieser
schwierigen Zeit die allererste Priorität Europas sein", so Leitl
abschließend. (FA)
Rückfragehinweis:
WKÖ Stabsabteilung Wirtschaftspolitik
Mag. Robert Koza, Tel.: +43 (0)590 900-4414
EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich/Presse
Mag. Franziska Annerl, Tel.: +32/474/472594
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