- 11.05.2012, 11:33:58
- /
- OTS0144 OTW0144
EU-Kommissarin Maria Damanaki und Bundesminister Berlakovich diskutieren Zukunft der europäischen Fischereipolitik in Salzburg
20 Mitgliedsstaaten unterstützen Österreichs Forderung nach einer nachhaltigen Aquakultur in Europa
Mondsee (OTS) - Um die Zukunft der Aquakultur in Europa geht es
heute bei einer Konferenz der EU-Mitgliedsländer in Salzburg, zu der
die EU-Kommissarin für Fischerei und maritime Angelegenheiten Maria
Damanaki gemeinsam mit Landwirtschafts- und Umweltminister Niki
Berlakovich geladen hat. Dabei geht es darum, die Pflöcke für die
Zukunft der Gemeinsamen Fischereipolitik in Europa (GFP)
einzuschlagen. 75 Prozent der europäischen Fischbestände sind
bedroht, der Fischereisektor ist somit nicht nachhaltig und
langfristig nicht überlebensfähig. Dass dieser Teufelskreis
durchbrochen werden muss, sind sich die Teilnehmer der Konferenz
einig. Auf österreichische Initiative wurde nun eine Liste mit
Forderungen über die künftige Rolle der Süßwasseraquakultur in der
Gemeinsamen Fischereipolitik erarbeitet, die heute an die Kommissarin
übergeben wurde. *****
"Die nachhaltige Weiterentwicklung der Aquakultur ist entscheidend
in der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik. Zur Entschärfung der
Überfischung und als alternative Bezugsquelle für die steigende
Nachfrage nach Fischereiprodukten.", so die EU-Kommissarin.
"Österreich unterstützt alle Schritte der Kommission, die dazu
führen, dass eine Überkapazität reduziert wird und dass Rückwürfe und
illegale Fischerei beseitigt werden. Mit der heute vorgelegten
Deklaration, die bereits von 20 Mitgliedsstaaten unterstützt wird,
wollen wir noch einen Schritt weitergehen", so Berlakovich. In der
Deklaration geht es unter anderem darum, die EU-Aquakultur lebens-
und wettbewerbsfähiger zu machen, faire Lebensstandards für den
Sektor zu schaffen sowie faire Preise für die Konsumentinnen und
Konsumenten zu erzielen.
Zwlt.: Nationales Strategiepapier "Aquakultur 2020"
Berlakovich weiter: "Wir möchten aber auch national gezielte
Maßnahmen, um die Fischproduktion nachhaltiger zu machen. Gemeinsam
mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft und den Fischereiverbänden
wurde nun ein nationales Maßnahmenpaket geschnürt, darin enthalten
sind fünf Punkte. So sollen zum Beispiel mehr Fische in Österreich
produziert werden, ganz nach dem Motto 'Mehr Fische aus Österreich
statt leere Meere'. Ein konkretes Ziel von uns ist auch den
Selbstversorgungsgrad mit Süßwasserfisch von derzeit 34 Prozent auf
60 Prozent zu steigern. Auch möchten wir den Weg der
Qualitätsproduktion fortsetzen und die beabsichtigte Einführung eines
AMA-Gütesiegels für Süßwasserfische soll die heimische
Qualitätsproduktion noch sichtbarer machen. Darüber hinaus sollen die
8 bestehenden Fisch-Genuss Regionen ausgebaut werden und ihr Angebot
für die Direktvermarktung weiterentwickelt werden."
Der Pro Kopf Verbrauch von Fisch liegt in Österreich mittlerweile
zwischen 7 und 8 kg. Laut dem aktuellen Lebensmittelbericht ist der
mengenmäßige Verbrauch von Fisch und Fischprodukten in den letzten 10
Jahren um fast 40 Prozent gestiegen. Tendenz weiter steigend. Ein
Grund ist, dass Fisch als gesundes Lebensmittel neu entdeckt wurde
und die Konsumentinnen und Konsumenten kritischer und
gesundheitsbewusster werden. Berichte über die Überfischung der Meere
sowie Vorfälle in Fukushima haben darüber hinaus den Anspruch der
Konsumentinnen und Konsumente nach einer nachhaltigen und
umweltbewussten Fischerei und Fischzucht wachsen lassen.
Der Selbstversorgungsgrad in Österreich liegt bei Fisch und
Fischprodukten aktuell bei 5 Prozent, bei Süßwasserfischen bei 34
Prozent. Dieser geringe Selbstversorgungsgrad führt dazu, dass
derzeit der Bedarf vorwiegend durch Importe abgedeckt werden muss.
Die Importe haben sich von 1988 bis 2010 verdoppelt.
"Ich bin überzeugt, wir sind auf dem richtigen Weg und können
sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, die Weichen zu
einer nachhaltigen Aquakultur stellen. Schließlich geht es darum,
dass wir unser Europa flächendeckend lebendig und gesund erhalten,
unseren Bürgerinnen und Bürgern ausreichend und gute Lebens- und
Arbeitsmöglichkeiten bieten und die Versorgung mit gesunden und
qualitativ hochwertigen Lebensmittel sicherstellen. Kurz gesagt unser
Ziel ist: Mehr Fische im Wasser. Die Nachhaltigkeit im Blick. Und
Qualität auf dem Teller", so der Minister abschließend.
Fotos zur Veranstaltung finden sie unter:
http://www.lebensministerium.at/fotoservice
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6823
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MLA






