- 11.05.2012, 09:56:33
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Neue Ausgabe des Progress: "Tausende Studierende in Wohnungsnot"
Das Leben in Studierendenwohnheimen gilt als sozial und günstig - das könnte bald vorbei sein. Die Streichung der Förderung für Heime zwingt die BetreiberInnen zu gravierenden Maßnahmen
Wien (OTS) - Die Coverstory des aktuellen Progress (das Magazin
der ÖH Bundesvertretung) widmet sich dem Thema Studierendenwohnheime:
Die Heime werden nicht mehr saniert, die Kosten steigen drastisch -
ein Lokalaugenschein aus Wien, Klagenfurt und Salzburg.
Die Auswirkungen der Streichung der Förderung für
Studierendenwohnheime bei der Regierungsklausur in Loipersdorf 2010
werden nun deutlich spürbar: Die Unterstützung des Bundes bei
Sanierungsvorhaben und Neubauten von Wohnheimen fällt weg.
Problematisch ist das vor allem, weil es den Heimen, die als
gemeinnützige Organisationen agieren, bisher nicht erlaubt war,
Rücklagen für allfällige Sanierungen zu bilden. Jetzt bleibt vielen
TrägerInnenorganisationen von Studierendenwohnheimen nichts anderes
übrig, als die Heime zuzusperren oder die Preise drastisch zu
erhöhen. Das wird dazu führen, dass in naher Zukunft tausende
Studierende ihren Wohnplatz verlieren werden.
Michaela Lindenbauer, die Geschäftsführerin der "base 19", die das
Haus Döbling in Wien betreibt, erklärt die Situation so: "Die
Streichung ist ein großer Einschnitt in die Planung von Sanierungs-
oder Bauvorhaben. Wir bekommen für die Sanierung überhaupt keine
Bundesförderung oder sonstige Förderungen mehr. Das Geld für die
Sanierung müssen wir über ein Wohnbaudarlehen der Stadt Wien
aufbringen." Folge davon: "Eine Preiserhöhung wird kommen müssen",
ist sich Lindenbauer sicher." Aber nicht nur das Haus Döbling wird
teurer. Da Sanierungen in Zukunft durch Kredite finanziert werden
müssen, werden die Preise zeitversetzt steigen, erklärt Bernhard
Tschrepitsch, Generalsekretär der Akademikerhilfe, die rund 20
Wohnheime betreibt. Die ÖH rechnet damit, dass das Benützungsentgelt
mittelfristig um rund zehn bis 20 Prozent teurer wird.
Zusätzlich zum finanziellen, bahnt sich auch ein soziales Problem an:
Bisher hatte der Bund durch die Förderung der Heime ein
Mitspracherecht bei der Platzvergabe, die vor allem nach sozialen und
örtlichen Gesichtspunkten, wie zum Beispiel dem Einkommen der Eltern,
erfolgte. Da diese Förderung nun weggefallen ist, können die Heime
nach eigenen Kriterien Plätze vergeben. Um auch in Zukunft
kostendeckend arbeiten zu können, müssen sie privatwirtschaftlicher
agieren.
Wie die Studierenden sich wehren und wie es genau um die Heime in
Salzburg, Klagenfurt und Wien steht, kann in der aktuellen
Progress-Ausgabe nachgelesen werden - diese gibt es auch online:
www.progress-online.at.
Die Autorinnen des Artikels sind Elisabeth Mittendorfer und Barbara
Wakolbinger.
Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at
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