- 10.05.2012, 12:30:20
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KFV-Lokalaugenschein an Wiener Verkehrs-Hotspots: Teilweise erschreckende Sorglosigkeit der Verkehrsteilnehmer festgestellt!
Wien (OTS) - Pkw-Lenker, die nicht blinken. Radfahrer, die rote
Ampeln missachten. Fußgänger, die neben dem Schutzweg queren. Aus
aktuellem Anlass führte das KFV eine Kurzstudie an sechs Wiener
Kreuzungen durch, die unzählige Verkehrsverstöße ans Tageslicht
brachte.
Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) untersuchte aufgrund
der aktuellen Unfallserie mit Kindern auf Wiens Straßen mit einem
Verkehrssachverständigen ausgewählte Verkehrsknotenpunkte. Die
Kurzstudie brachte zum Teil besorgniserregende Erkenntnisse. An sechs
stark frequentierten Kreuzungen in Wien wurde das Verhalten aller
Verkehrsteilnehmer beobachtet sowie auf die Einhaltung der
Verkehrsregeln geachtet. "Während der Beobachtungsphase stellte ich
unzählige Verkehrsverstöße fest, die schwere Unfälle nach sich
ziehen, hätten können", erklärt DI Martin Winkelbauer,
Verkehrssachverständiger des KFV.
Die Ergebnisse im Detail:
- 60% der Pkw-Lenker auf einer Abbiegespur verzichteten darauf zu Blinken und zeigen damit das bevorstehende Linksabbiegen nicht an. - 20% der Pkw-Fahrer hielten erst deutlich nach der Haltelinie an. - Bei beinahe jeder Grünphase fuhren mindestens fünf Fahrzeuglenker, trotz stockenden Verkehrs, in die Kreuzung ein, ohne sie verlassen zu können.
- Bei einer Kreuzung querten 90% der Radfahrer bei Rotlicht.
- Seit 31.05.2011 gilt, dass sich Radfahrer ungeregelten Radfahrerüberfahrten nur mit max. 10 km/h nähern dürfen. Diese neue Gesetzesregelung wurde ausnahmslos von allen Radfahrern missachtet. - Zahlreiche Passanten gingen einige Meter neben dem Schutzweg über die Straße. - 10% der Passanten entschieden sich auch bei beginnender Rotphase noch den Zebrastreifen zu queren. - Nahezu kein einziger Rechtsabbieger schaute bewusst auf die bei Rot wartenden Fußgänger. - Sämtliche Verkehrsteilnehmer achten generell zu wenig auf das Umfeld und suchen keinen Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. - Jeder dritte Motorradfahrer wurde ohne Schutzbekleidung (zumindest Schutzjacke, Handschuhe) gesehen.
- Moped-Lenker fuhren zum Großteil gänzlich ohne geeignete
Schutzbekleidung. Eine herkömmliche Jacke bietet bei einem Sturz
jedoch kaum Schutz.
Appell an alle Verkehrsteilnehmer: Verkehrsregeln befolgen für ein
sicheres Miteinander!
"Die Ergebnisse dieser Kurzstudie zeigen, dass sich durch alle
Gruppen von Verkehrsteilnehmern Sorglosigkeit, Unaufmerksamkeit und
fehlende Kompetenz im Umgang mit realen Risiken zieht. Diesem
Verhalten muss durch eine Verbesserung der Regeln und Kommunikation,
vor allem auf dem Schutzweg, entgegengewirkt werden. Außerdem muss
das Lernen im Straßenverkehr in einen lebenslangen Lernprozess
eingebettet werden und darf nicht mit 20 Jahren enden!", erklärt
Dr. Armin Kaltenegger, Leiter der Abteilung Recht & Normen im KFV.
"Autofahrern muss auch klar sein, dass Autofahren eine
gefahrengeneigte Tätigkeit ist. Verkehrsteilnehmer müssen zu
Risikomanagern werden, die mit Risiken im Straßenverkehr kompetent
und eigenverantwortlich umgehen können" betont Dr. Othmar Thann,
Direktor des KFV, und erinnert: "Im Straßenverkehr gibt es nicht nur
Rechte, sondern auch Pflichten und Verantwortungen, Rücksicht zu
nehmen. Dies ist seit Mitte 2011 mit dem Rücksichtnahmegebot in der
STVO verankert."
Rückfragehinweis:
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919, E-Mail: [email protected], www.kfv.at
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