- 09.05.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Land ohne Wirtschaft"
Wo keine echten Güter produziert werden, kann ein Staat nicht überleben.
Wien (OTS) - Griechenland hatte Fremdenverkehr plus eine üppige
Verwaltung. Das allein macht einen Staat aber nicht überlebensfähig,
wie man nun sieht. Sollte dies nicht auch eine Warnung an all jene
sein, die glauben, ein wirtschaftsfreundlicher Kurs sei purer Luxus,
der nur "Reiche" fördert? Griechenland lebte jahrelang gut von
schöner Landschaft, harzigem Wein und einem einzigen
Mikis-Theodorakis-Lied in mehreren Variationen. Jetzt ist das Land
kaputt, weil sich der Euro nicht wie die Drachme regelmäßig abwerten
ließ. Wer viel Geld am Konto hatte, flüchtete damit in die Schweiz.
Weil es keine nennenswerten anderen Wirtschaftszweige gibt, lässt
sich auch keine neue Industrie anlocken.
Schließlich wollen auch andere Länder wieder mehr echte Güter
produzieren: etwa Großbritannien (das zu stark nur auf
Finanzwirtschaft setzte), Frankreich (bei dem es an Innovation und
Wettbewerb mangelt) und die USA (wo jetzt mit Steuerbefreiungen für
Betriebsansiedlungen geworben wird). Kein Land kann ohne
produzierende Industrie auskommen. Österreich hat diese
Wirtschaftskraft - noch. Die Regierung müsste sich viel mehr
anstrengen, sie nicht nach Indien oder China zu verlieren, sondern im
Land zu behalten.
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Tel.: (01) 52 100/2601
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