• 08.05.2012, 09:25:13
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UGöD: "20 Prozent mehr für Junglehrer" - Fekter bricht vereinbartes Stillschweigen und verbreitet Halbwahrheiten

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD für Transparenz statt Geheimdiplomatie hinter dem Rücken der betroffenen ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS) - Die erste Nicht-Geheimhaltung ist jetzt offiziell:
Während BMUKK und LehrerInnengewerkschaft sich strikt ans
Stillschweigegebot halten, erzählt Mitverhandlerin Maria Fekter dem
KURIER, dass die JunglehrerInnen künftig 20% mehr verdienen und
mindestens drei Wochenstunden mehr an der Schule arbeiten. "Presse",
"OÖ Nachrichten" und "Österreich" wissen noch mehr aus dem
26-seitigen Geheimpapier: Es sind 2.400 Euro Gehalt für alle
Schultypen, bei den AHS- und BMHS-LehrerInnen mit
Universitätsausbildung allerdings keine 20, sondern nur 10 Prozent
mehr; die Gegenleistung sind 5,5 Stunden mehr Unterricht pro Woche,
bei den AHS- und BMHS-LehrerInnen mit Universitätsausbildung
allerdings keine 20, sondern nur 10 Prozent; die Gegenleistung sind
5,5 Stunden mehr Unterricht pro Woche - derzeit sind es je nach
Schultyp 20 bis 23. Da BMUKK und die VerhandlerInnen auf
Gewerkschaftsseite sich ans Stillschweigen halten, bleiben
Falschaussagen unwidersprochen. LehrerInnen, die vom Sparkurs der
Gehrer-Jahre gelernt haben, dass "Reform" vor allem unbezahlte
Mehrarbeit, Personaleinsparung und Einkommensverluste bedeutet, haben
jeden Grund zur Sorge:

Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Schule haben
zugenommen. LehrerInnen wollen ein Dienstrecht, das endlich alle,
auch die über den Stundenplanunterricht hinausgehenden
LehrerInnen-Tätigkeiten mit und für die Kinder und Jugendlichen als
vollwertige Arbeitszeit anerkennt und leistungsgerecht bezahlt.

Fekters 20%-Schwindel

Was bisher an die Öffentlichkeit gelangt ist, tut so, als würden
LehrerInnen künftig 20 % mehr verdienen und dafür sollen sie ein paar
Stunden mehr arbeiten. Tatsächlich geht es bei der Erhöhung nur um
die Einstiegsgehälter, die sich die JunglehrerInnen durch deutlich
geringere Einkommen in der zweiten Hälfte ihrer Berufstätigkeit
selber bezahlen. Die von Fekter angekündigte Arbeitszeiterhöhung
bedeutet 15-25% mehr Unterricht bei gleicher Lebensverdienstsumme mit
Gehältern, die zugunsten der Dienstjüngeren erst angehoben und dann
stark abgeflacht werden. Darüber besteht unbestrittenes Einvernehmen
zwischen Gewerkschaft und Dienstgeber. Die Finanzministerin will
diese kostenneutrale Umschichtung anscheinend zum Vorwand für eine
kräftige Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich = nachhaltige
Personaleinsparungen nützen. Dagegen mit solidarischer Unterstützung
aller öffentlich Bediensteten und des ÖGB erfolgreich zu
mobilisieren, wird schwierig, wenn die VerhandlerInnen nicht Fakten
und Zahlen auf den Tisch legen.

Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Veröffentlichung des
"Geheimpapiers"

Das von BMUKK/Regierung und GÖD-Verhandlern vereinbarte und
bereits gebrochene Stillschweigen ist Ausdruck der politischen Krise
und des parteipolitisch belasteten Klimas zwischen fcg-GÖD, Teilen
der ÖVP und der SPÖ-Unterrichtsministerin. Sachorientierung schaut
anders aus. Die Geheimhaltung des Verhandlungsangebotes ist aber auch
für die Gewerkschaft problematisch: Wenn den KollegInnen das
tatsächliche Angebot der Regierungsseite vorenthalten wird, bleiben
ihnen medial verbreitete Mutmaßungen und gezielt gestreute
Halbwahrheiten. Beides ist keine ausreichende Basis für
gewerkschaftliches Mobilsieren zur Unterstützung des bis dato nicht
bekannten Verhandlungsteams.

Dass nach geheimen Verhandlungen über geheime Gesetzesentwürfe
jedes Ergebnis als Erfolg bzw. als das hart erkämpfte Verhindern von
viel, viel Schlimmerem bezeichnet werden kann, wird für die so
geheimnisvoll vertretenen KollegInnen kein Trost sein - Es sei denn,
das Ergebnis wird den Gewerkschaftsmitgliedern zur Urabstimmung
vorgelegt. Die Unabhängigen GewerkschafterInnen werden einmal mehr in
der GÖD, im ÖGB und in aller Öffentlichkeit dafür eintreten.

Reinhart Sellner, Lehrer
Beate Neunteufel-Zechner, Bibliothekarin
Vorsitzende der UGöd

Rückfragehinweis:
Reinhart Sellner, e-mail: [email protected],
Tel: 0676/343 75 21
Beate Neunteufel-Zechner, e-mail: [email protected] Internet: www.ugoed.at

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