- 04.05.2012, 11:40:08
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Expertenrunde: Gesundheitseinrichtungen müssen stärker kooperieren
Wunsch und Wille zur Zusammenarbeit sind vorhanden - Rahmenbedingungen erschweren die Umsetzung.
Wien (OTS) - Der Schlüssel zur Weiterentwicklung des
österreichischen Gesundheitssystems liegt in der verstärkten
Zusammenarbeit aller Akteure. Zu diesem Schluss kam gestern Abend
eine prominente Runde aus Vertretern des österreichischen
Gesundheitswesens und weiteren Experten, die auf Einladung der
Vinzenz Gruppe über die Frage "Kooperation als Therapie für das
Gesundheitssystem?" diskutierte. Das große Potenzial von
Kooperationen im Gesundheitswesen wurde von allen bestätigt - durch
mehr Zusammenarbeit können bei gleichbleibender oder sogar besserer
Qualität wertvolle Ressourcen eingespart werden. Die
Diskussionsteilnehmer waren sich aber auch darin einig, dass die
gesetzlichen und bürokratischen Rahmenbedingungen die Umsetzung
erschweren.
In der aktuellen Diskussion über die Finanzierbarkeit des
österreichischen Gesundheitssystems geht es häufig nur um
undifferenzierte Kürzungen und Schließungen - ein Vorgehen, das sich
über kurz oder lang negativ auf Leistung und Qualität auszuwirken
droht. Im Gegensatz dazu setzte sich das Podium in der Wiener Urania
- Dr.in Andrea Kdolsky (Gesundheitsministerin a. D., Leiterin Health
Care Services bei PricewaterhouseCoopers Österreich), Mag. Viktor
Cypris (Sektionschef Rechnungshof), Dr. Gerald Bachinger (Sprecher
der Patientenanwälte Österreichs), Dr. Thomas Czypionka (Senior
Researcher am Institut für Höhere Studien) und Dr. Michael Heinisch
(Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe) - unter der Leitung von Michael
Fleischhacker, Chefredakteur "Die Presse", mit konkreten Vorschlägen
für langfristige Maßnahmen auseinander, die zur Absicherung unseres
Gesundheitssystems beitragen sollen.
Die Bundesregierung sieht für die nächsten Jahre im Spitalswesen
Einsparungen von rund 2 Mrd. Euro vor. Eine aktuelle IHS-Studie, die
von der Vinzenz Gruppe in Auftrag gegeben wurde, zeigt auf, mit
welchen konkreten Maßnahmen dieses Sparziel erreicht werden kann.
IHS-Studienautor Thomas Czypionka: "Die Studie zeigt das große
Potenzial für die Erhaltung und Weiterentwicklung des
österreichischen Gesundheitswesens durch die verstärkte
Zusammenarbeit aller Akteure. Dabei können bei gleichbleibender oder
sogar besserer Qualität wertvolle Ressourcen eingespart werden. Auch
Größennachteile kleiner Spitäler lassen sich durch spezielle
Kooperationsmodelle ausgleichen."
Für Rechnungshof-Sektionschef Cypris erfordert nicht zuletzt die
demographische Entwicklung neue Wege für die Finanzierung unseres
Gesundheitssystems - solange die Qualität für die Patienten erhalten
bleibt. Er bemängelt die häufigen Überschneidungen und
Parallelstrukturen, die in vielen Bereichen im Gesundheitswesen noch
bestehen. "Obwohl kein Allheilmittel, ist Kooperation ein wichtiger
Schritt in die richtige Richtung. Dennoch scheitern nach wie vor
Versuche und Maßnahmen, die Effizienz zu steigern, an den
finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen."
Mit dem österreichischen Gesundheitssystem und den Schwierigkeiten
einer Gesundheitsreform bestens vertraut ist Ex-Ministerin Andrea
Kdolsky. "Eigentlich wissen wir, wie es geht. Woran es scheitert, ist
die Umsetzung", bringt Kdolsky die aktuelle Situation in Hinblick auf
mehr Kooperation auf den Punkt. "Wir müssen weg von der
Bittsteller-Situation der Patienten und hin zu einer
Dienstleister-Struktur. Darüber hinaus brauchen wir mehr Transparenz
bei der Finanzierungsstruktur." In ihrem neuen Sachbuch "Hauptsache
gesund" liefert die ehemalige Gesundheitsministerin tiefe Einblicke
in die "unheilbaren Krankheiten des österreichischen
Gesundheitswesens". Ihr Ziel ist es dabei, die Menschen in Österreich
über das Gesundheitssystem aufzuklären.
Für Patientenanwalt Bachinger liefert die Studie nicht nur die erste
umfassende Betrachtung des Themas, die man ernst nehmen sollte - sie
kommt auch zum richtigen Zeitpunkt. "Durch mehr Zusammenarbeit kann
man ohne viele Strukturänderungen große Effekte erzielen und die
Qualität der Leistungen absichern. Davon profitieren nicht nur die
Patienten - denn gute Qualität kostet viel Geld, schlechte Qualität
kostet noch viel mehr Geld", so Bachinger.
Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass auch kleine Spitäler
wirtschaftlich effizient arbeiten können, wenn sie kooperieren. Die
Vinzenz Gruppe betreibt mit ihren fünf Wiener Spitälern bereits ein
solches "virtuelles Großspital": "Wir haben dazu viele medizinische
und administrative Serviceleistungen, die unsere Patienten nicht
direkt 'spüren', konzentriert, zentralisiert oder an Dritte
ausgelagert." Das betrifft sowohl gemeinsame Labors und Radiologien
wie auch Einkauf, Wäscherei, Reinigung und weitere Leistungen. Der
Größennachteil der kleineren Spitäler kann dadurch ausgeglichen
werden. Dennoch bleiben diese eigenständig. Heinisch: "Auch die
Patienten schätzen die Überschaubarkeit und persönliche Betreuung der
kleineren Spitäler. Das führt zu einer nachgewiesen hohen
Patientenzufriedenheit."
Die Vinzenz Gruppe kann bereits auf eine Reihe von erfolgreichen
Kooperationsprojekten verweisen - trotz aller Hindernisse. Denn die
Praxis ist nach wie vor mit gesetzlichen und bürokratischen Hürden
gepflastert, die eine erfolgreiche Umsetzung oft verhindern. Um das
Einsparungspotenzial durch mehr Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
freisetzen zu können, braucht es daher neue Rahmenbedingungen.
Bildmaterial verfügbar unter www.vinzenzgruppe.at/presse
Rückfragehinweis:
Annemarie Kramser Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH, Wien Leitung Kommunikation Gumpendorfer Straße 108, 1060 Wien Mobil : +43 /664 412 50 39 E-Mail :[email protected] www.vinzenzgruppe.at
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