• 04.05.2012, 10:01:35
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Leistungsschutzrecht: Beitrag für tragfähige Zukunft des Qualitätsjournalismus im Web

VÖZ-Präsident Gasser fordert am "Tag des Qualitätsjournalismus" effektives Urheberrecht sowie Leistungsschutzrecht für Verleger

Wien (OTS) - "Das Selbstverständnis der österreichischen
Kaufzeitungen und -magazine ist durch den Anspruch geprägt,
Leserinnen und Lesern Produkte mit hervorragender journalistischer
Qualität zu liefern", betonte Hans Gasser, Präsident des Verbandes
Österreichischer Zeitungen heute, Freitag, am "Tag des
Qualitätsjournalismus".

Diese Veranstaltung, in zeitlicher Nähe zum Internationalen Tag
der Pressefreiheit am 3. Mai, organisierte der VÖZ heuer zum zweiten
Mal in Kooperation mit dem Manstein Verlag. Der Verbandspräsident
thematisierte hierbei die großen Herausforderungen für die Geschäfts-
und Erlösmodelle der Zeitungen und Magazine durch das Internet:
"Qualitätsjournalismus im Web wird und muss eine tragfähige Zukunft
haben, wenn unsere Medienhäuser den Anschluss an die junge
Leserschaft nicht verlieren wollen."

Dazu brauche es jedoch entscheidende Änderungen der rechtlichen
Rahmenbedingungen: "Wenn Internet-Plattformen unseren aufwendig
produzierten Content Nutzern aus aller Welt ohne unsere Zustimmung
zur Verfügung stellen, gibt es für uns keine Möglichkeit,
kostendeckend Inhalte zu produzieren. Wir brauchen ein modernes,
effektives Urheberrecht sowie ein Leistungsschutzrecht für Verleger,
das die Rechte der geistig Schaffenden auf ihr Eigentum
sicherstellt."

Darüber hinaus können sich Österreichs Kaufzeitungen und -magazine
nur durch die Qualität ihrer Produkte von anderen Marktteilnehmern
abzugrenzen: "Der 'Gratis-Mentalität' sowohl in Print als auch
Digital wollen wir mit unseren wirkungsvollsten Argumenten begegnen:
Hochqualitativer Content, der sich aus aufwändig recherchierten
Hintergrund-Stories, exklusiven und investigativen Geschichten und
bewegenden Reportagen zusammensetzt."

Mehr als 60 Prozent der Österreicher sind überzeugt, dass der
Preis einer Kaufzeitung gegenüber einer Gratiszeitung gerechtfertigt
ist, ergab eine kürzlich präsentierte Studie des market-Institutes.
Für Gasser sei dies ein gutes Ergebnis, das er allerdings steigern
wolle: "Den Wert unserer Qualitätsprodukte müssen wir noch deutlicher
kommunizieren, so wie ein Tischler seine handgefertigte Ware gegen
die Plastik-Stühle eines Möbeldiscounters positioniert: Leserinnen
und Leser müssen überzeugt sein, dass Zeitungs- oder
Magazin-Abonnements, die monatlich bis zu 40 Euro kosten, jeden
einzelnen Cent wert sind. Denn unsere Produkte haben mit dem
bedruckten Papier, über das wir auf dem Weg zur U-Bahn stolpern, nur
wenig gemein."

Die VÖZ-Mitgliedsunternehmen nehmen auch eine wichtige
demokratiepolitische Aufgabe wahr: "Sie informieren umfassend über
alle nationalen wie internationalen Geschehnisse." Die Titelvielfalt
gerät durch die Kürzung der Presseförderung um 1,35 Mio. Euro in
massive Gefahr. 1999 wurde knapp das Doppelte des heutigen Betrages
- nämlich 20 Mio. Euro - an Förderung für die Titelvielfalt
ausgeschüttet. Dabei hat sich seitdem das Marktumfeld massiv
verändert: "Eine Presseförderung, die auf die Herausforderungen der
neuen digitalen Welt Bedacht nehmen will, muss auch entsprechend hoch
dotiert sein."

Rückfragehinweis:
Verband Österreichischer Zeitungen
Mag. Andreas Csar
Mobil: +43 664 33 29 419
Email: [email protected]

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