• 03.05.2012, 09:00:41
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Investoren sehen besseres Geschäftsklima in Mittelosteuropa

Mehr Optimismus als zu Jahresbeginn - Direktinvestoren rechnen mit einer Konjunkturbelebung und in der Folge steigenden Exporten aus Österreich nach MOE

Wien (OTS) - Die rund 400 Headquarters, die von Österreich aus
ihre 1.400 MOE-Unternehmensbeteiligungen steuern, wurden im April
erneut von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) zu ihren
Einschätzungen und Erwartungen hinsichtlich der Konjunktur- und
Geschäftsentwicklung in der Region befragt. Das wichtigste Ergebnis:
Die Stimmung unter den Direktinvestoren für die Gesamtregion
Mittelosteuropa hat sich seit Jänner 2012 merklich verbessert. Für
die kommenden zwölf Monate wird ein Anziehen der Konjunktur und damit
einhergehend ein Anstieg der österreichischen Exporte nach MOE
erwartet.

Laut der aktuellen Erhebung zum OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa hellt sich das Geschäftsklima in der Gesamtregion im
April merklich auf, der Geschäftsklima-Indikator steigt um 10
Prozentpunkte auf +24. Zurückzuführen ist dies auf eine deutlich
optimistischere Beurteilung der Direktinvestoren hinsichtlich der
Geschäftsaussichten ihrer MOE-Niederlassungen. Der entsprechende
Indikator klettert um 18 Prozentpunkte auf +24. Hinsichtlich der
aktuellen Geschäftslage hat sich das Bild hingegen seit der letzten
Erhebung kaum verändert. Bezüglich des Ausbaus bestehender
Beteiligungen gibt es gegenüber Jänner keine strategische
Neuorientierung: So legt der Indikator der Erweiterungsinvestitionen
mit einem Plus von 3 Prozentpunkten nur geringfügig zu. Es geht
weiterhin um Konsolidierung der bestehenden Standorte bzw.
vorsichtige Expansion in der Region. Konkret sollen in den nächsten
zwölf Monaten 80% der Unternehmensbeteiligungen unverändert
beibehalten werden, 14% stehen vor einem Ausbau und die übrigen
Standorte vor einem Abbau. Darüber hinaus befinden sich 38
Markteintrittsprojekte in Planung, wobei die wichtigsten Zielländer
Polen, Serbien, Kroatien und Rumänien sind.

OeKB Geschäftsklima Mittelosteuropa; MOE insgesamt (Salden in
Prozentpunkten)

Hier finden Sie eine Grafik in Druckqualität:
http://www.ots.at/redirect/OeKB-Infografik

Konjunkturaufhellung als Chance für österreichische Exporteure

Neben der Einschätzung der Geschäftsperspektiven für die
MOE-Niederlassungen korrigieren die Direktinvestoren auch ihre
Konjunkturerwartungen für die Region deutlich nach oben. Mit einem
Plus von 21 Prozentpunkten steigt der entsprechende Indikator zum
ersten Mal seit Jänner 2011. Dies kann als Hinweis dafür
interpretiert werden, dass die Erhebungsteilnehmer die jüngsten
Maßnahmen zur Eindämmung der europäischen Schuldenkrise als positiv
für die Entwicklung der Volkswirtschaften in Mittelosteuropa
bewerten. Eine Belebung der Konjunktur in der Region wird sich nach
Einschätzung der Direktinvestoren auch positiv auf Österreich
auswirken: So klettert der Exportindikator, welcher die Erwartungen
der Erhebungsteilnehmer hinsichtlich der Exportumsätze in den MOEL
misst, um 16 Prozentpunkte und übersteigt damit erstmals seit Juli
2011 wieder seinen langfristigen Durchschnittswert. Besonders große
Chancen für eine Steigerung ihrer Exportumsätze in Mittelosteuropa
sehen die Unternehmen aus dem Finanzwesen sowie aus dem
Dienstleistungssektor.

Rumänien im Aufwind

Bei einer Analyse der Erhebungsergebnisse auf Länderebene sticht
besonders die Entwicklung in Rumänien hervor: Der Konjunkturindikator
für den EU-Mitgliedsstaat dreht im April 2012 mit einem Anstieg von
29 Prozentpunkten deutlich in den positiven Bereich. Dies bedeutet,
dass im Gegensatz zur Erhebung im Jänner ein größerer Anteil der
Meldungen von einer Verbesserung der wirtschaftliche Situation in den
kommenden zwölf Monaten ausgeht (aktuell: 33%), als von einer
Verschlechterung (10%). Der herrschende Konjunkturoptimismus spiegelt
sich auch in einer deutlichen Aufhellung des Geschäftsklimas in
Rumänien wider (Indikatoranstieg um 14 Prozentpunkte). Damit herrscht
in Rumänien derzeit nach Russland, Polen und Tschechien das
günstigste Geschäftsklima in Mittelosteuropa. Die größten Zuwächse
bei den Konjunktur- und Geschäftsklima Indikatoren werden in der
aktuellen Erhebung allerdings für Ungarn verzeichnet. Dies bedeutet
jedoch lediglich eine Erholung auf niedrigem Niveau, nachdem sich das
Geschäftsklima im Land im zweiten Halbjahr 2011 drastisch
verschlechtert hatte: Die Kern Indikatoren weisen für Ungarn
weiterhin die mit Abstand geringsten Werte im Ländervergleich aus und
verharren im negativen Bereich.

Stimmungswandel bei den Energie- und Wasserversorgern

Eine Erholung des Geschäftsklimas nach zuletzt starker Abkühlung
ist derzeit auch in der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft zu
beobachten: Nach sechs Rückgängen in Folge legt der
Geschäftsklima-Indikator im April 2012 um 26 Prozentpunkte zu. Zum
einen melden die Direktinvestoren eine Verbesserung der
Geschäftssituation ihrer MOE-Beteiligungen, zum anderen sind die
Erhebungsteilnehmer im Vergleich zum Jänner nahezu "euphorisch" in
Bezug auf die künftigen Perspektiven ihrer Niederlassungen vor Ort.
Dies schlägt sich in einem Anstieg des Indikators der
Geschäftserwartungen um 42 Prozentpunkte nieder. Verwiesen im Jänner
noch 27% der Meldungen auf einen negativen Ausblick und nur 2% auf
einen positiven, so hat sich das Verhältnis in der aktuellen Erhebung
nahezu umgedreht: Für 21% der MOE-Niederlassungen im Bereich Energie-
und Wasserversorgung wird eine Performance-Steigerung erwartet, nur
4% stehen vor einem Abschwung (für die übrigen Betriebe wird von
einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung ausgegangen).

Unterschiedliche Entwicklung bei Finanzdienstleistungssparten

Erstmals seit Juli 2011 wird das Geschäftsklima im Bankwesen
wieder etwas besser beurteilt als jenes in der Versicherungsbranche.
So hat sich das Geschäftsklima aus Sicht der Banken im April 2012
merklich aufgehellt (um 15 Prozentpunkte), während für die
Assekuranzen eine leichte Abkühlung gemeldet wird
(-3 Prozentpunkte). Die positive Stimmung unter den Finanzinstituten
begründet sich in der - im Vergleich zur letzten Erhebung - deutlich
optimistischeren Beurteilung der künftigen Geschäftsperspektiven der
Niederlassungen vor Ort, wie die Steigerung des entsprechenden
Indikators um 29 Prozentpunkte zeigt (Versicherungen: lediglich
+ 3 Prozentpunkte). Die starke Aufwärtsbewegung bei den Banken ist
aber auch im Kontext der Ausgangslage zu sehen: Im Jänner wies der
Indikator der Geschäftserwartungen noch einen negativen Wert aus,
d.h. zu diesem Zeitpunkt überstiegen die pessimistischen Meldungen zu
den Geschäftsaussichten noch die zuversichtlichen. Die
Ist-Situation der Bankentöchter in MOE bewerten die
Erhebungsteilnehmer gegenüber der letzten Erhebung nahezu
unverändert, für die Versicherungen wird hingegen eine
Verschlechterung der Geschäftslage gegenüber Jänner festgestellt.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf
vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet
differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.

Über die OeKB

Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.

Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.

www.oekb.at

Rückfragehinweis:

Mag. Wolfgang Lueghammer
   Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) 
   Information Services
   Tel. +43 1 531 27-2568
   [email protected]
   
   Mag. Verena Ebner
   Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) 
   Information Services
   Tel. +43 1 531 27-2560
   [email protected]

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