• 02.05.2012, 17:00:01
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Freiheit als hohes Gut"

Für die Freiheit sterben - das ist anderswo, wir verstehen sie nicht immer.

Wien (OTS) - Die tiefen Abgründe der österreichischen Seele
stellen uns immer wieder vor große Rätsel. Wie kann es sein, dass 18
Prozent der Bevölkerung der Meinung sind, "der Staat solle einen
Blick auf Zeitungsinhalte werfen, bevor diese veröffentlicht werden?"
Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbandes der
Zeitungsherausgeber (VÖZ) - siehe Seite 31.
Erklärbar ist dieses traurige Ergebnis nur dadurch, dass der
Begriff der Freiheit in unserem Land generell keine überragende
Bedeutung hat, Liberalismus hat sich gar als beliebtes Schimpfwort
eingebürgert.
Andererseits haben unsere Landsleute durchaus ein Gefühl für
Qualität. Sie trauen den Kaufzeitungen durchaus Unabhängigkeit zu,
Gratiszeitungen hingegen nicht. Eh klar, die muss ja auch jemand
kaufen, aber eben nicht der Konsument.
Die Politik kann an dieser Umfrage nicht achselzuckend
vorbeigehen. Zu politischer Führung gehört eben mehr als das verbale
Bekenntnis zur Pressefreiheit. So muss auch bei uns das
Amtsgeheimnis neu interpretiert werden. In anderen Ländern ist der
Zugang zur Information selbstverständlich, bei uns oft noch eine
Gnade.
Freiheit muss jeden Tag erkämpft werden: 80 Prozent der Menschen
haben keinen Zugang zu freier Presse.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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