- 02.05.2012, 14:57:46
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Statement der US Botschaft Wien zum Tag der Pressefreiheit
"Wenn Angst die Wahrheit ersetzt, leidet die Gesellschaft insgesamt darunter"
Wien (OTS) - Information ist Macht. Ohne den freien Zugang zu ihr
gibt es nur für wenige Menschen die Aussicht auf ein gutes Leben,
eine verantwortungsvolle Regierung, oder gute Ausbildung für ihre
Kinder. Alle Bürger brauchen Nachrichten, die akkurat, zeitgerecht,
unabhängig und zuverlässig sind. Das gleiche gilt für Unternehmen,
für die Märkte und Regierungen.
Die Freiheit der Medien erhält sowohl die Gesellschaft als auch
die Wirtschaft gesund und dynamisch. Wenn Nachrichten kontrolliert
und Informationen eigeschränkt werden, leidet nicht nur der Einzelne
darunter, sondern die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft.
Doch während Österreich und viele andere Nationen des "World Press
Freedom Day" gedenken, der dieses Jahr unter der Schirmherrschaft der
UNESCO in Tunis begangen wird, nehmen die Gefahren für Journalisten
weiterhin zu. Laut Komitee zum Schutz von Journalisten ("Committe to
Protect Journalists") werden seit letztem Dezember 179 Journalisten
in Gefängnissen weltweit festgehalten. Medienvertreter werden
außerdem weiterhin bedroht, angegriffen, ermordet, oder verschwinden
als Folge ihrer Berichterstattung.
Im letzten Jahr hat die ganze Welt sowohl die Möglichkeiten einer
freien Presse, als auch die Gefahren mit denen diese konfrontiert
ist, mit verfolgen können. Im gesamten Nahen Osten und in Nordafrika
haben Journalisten, Blogger, Filmemacher und Analysten von den
Protesten in der Region berichtet. Gleichzeitig haben einfache Bürger
ihr Leben riskiert, um nur mit Hilfe ihrer Handys über die
Geschehnisse per SMS, Twitter oder mit Fotos zu berichten.
Zu viele Regierungen versuchen, die Medien direkt oder indirekt zu
zensieren. Zu viele investigative Journalisten werden auf lokaler,
regionaler oder staatlicher Ebene von den jeweiligen Regierungen zum
Schweigen gebracht. Und zu oft bleiben Verbrechen wie Angriffe oder
die Ermordung von Journalisten ungeahndet.
Wenn Journalisten bedroht, angegriffen und verhaftet werden oder
verschwinden, hat dies auch zur Folge, dass deren Kollegen oft
Selbstzensur betreiben. Wichtige Nachrichten werden so entweder gar
nicht mehr oder nur sehr abgeschwächt berichtet, beziehungsweise
entscheidende Details ausgelassen. Außerdem verlieren Medienvertreter
die Unterstützung ihrer Quellen, und Redakteure zögern, Berichte
drucken zu lassen. Doch wenn Angst die Wahrheit ersetzt, leidet die
Gesellschaft insgesamt darunter.
Am "World Press Freedom Day" rufen die Vereinigten Staaten alle
Länder auf, die notwendigen Schritte zu setzen, um die Sicherheit,
Freiheit, und Unabhängigkeit der Presse ohne die Bedrohung von Gewalt
oder Verfolgung zu gewährleisten. Unsere Achtung gebührt außerdem
allen couragierten Journalisten, Boggern und Bürgern, die ihre
Gesundheit, ihre Freiheit, manchmal sogar ihr Leben geopfert haben,
um anderen Zugang zur Wahrheit zu ermöglichen. Und wir würdigen die
Rolle der freien und unabhängigen Medien beim Entstehen dynamischer
Demokratien und offener, blühender Gesellschaften.
Rückfragehinweis:
Dr. Karin Czerny
Public Affairs/Press Section
Tel: (+43-1-31339-2066)
email: [email protected]
http://austria.usembassy.gov
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