- 01.05.2012, 12:45:31
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Glawischnig: Jungen Menschen mit Zukunftsjobs eine Perspektive geben
Grüne: Investitionen in Klimaschutz schaffen zehntausende neue Grüne Jobs
Wien (OTS) - Europas Jugendliche sind durch die Wirtschaftskrise
besonders betroffen, denn jeder 5. Jugendliche zwischen 15 und 24
Jahren ist in Europa ohne Arbeit. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im
Schnitt mit 21% doppelt so hoch wie die durchschnittliche
Gesamtarbeitslosigkeit. Spitzenreiter sind Spanien, wo fast die
Hälfte unter 25 keinen Job hat, und Griechenland, wo dies schon mehr
als die Hälfte der unter 25 Jährigen betrifft. "Die Sparpakete in
Europa treffen die Jugendlichen besonders hart, da es keine
Investitionen in die Zukunft, also auch in zukünftige Arbeitsplätze
für Jugendliche gibt. Es braucht in Europa daher auch
Investitionprogramme", forderte Eva Glawischnig in einer Rede
anlässlich des heutigen 'Tags der Arbeit' bei der Veranstaltung der
oberösterreichischen Grünen (Titel: 'Zukunftsjobs braucht das Land')
in Linz gemeinsam mit dem grünen Umweltlandesrat Rudi Anschober.
Glawischnig bekundete auch ihre Solidarität mit jenen Initiativen,
die heute europaweit auf die Straße gehen, um für einen bessere
Zukunft zu demonstrieren.
Auch wenn die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich im europäischen
Vergleich niedrig ist, gibt es keinen Grund sich auszuruhen. Rosig
ist die Situation auch für Österreichs Jugend nicht", warnte
Glawischnig. "Trotz guter Ausbildung haben junge Menschen oft einen
schlechten Start in die Arbeitswelt: schlechte Einstiegsgehälter,
atypische Beschäftigungsverhältnisse, Generation Praktikum. Das
Sparpaket der Regierung hat hier nicht gegengesteuert. In Bildung und
Zukunftsbranchen wird zu wenig investiert. Gerade junge Menschen
verlangen Antworten auf die Frage, welche Jobs in Zukunft sicher sein
werden und welche Perspektiven sie haben. Darauf gibt es zwei
zentrale Grüne Antworten: Grüne Jobs durch Investitionen in die grüne
Energiewende und Klimaschutz können v.a. für junge Menschen neue
Arbeitsplätze schaffen. Und zweitens wollen wir eine Verbesserung der
oft prekären Arbeitsplatzsituation für junge Menschen, konkret ein
PraktikantInnenausbildungsgesetz für faire Praktika", sagte
Glawischnig.
Die Jobs der Zukunft sind Grüne Jobs. Nur die Umweltwirtschaft sorgt
dafür, dass der Klimawandel gebremst wird und zugleich tausende
Arbeitsplätze geschaffen werden können. "Ich will daher eine
Milliarde für die Grüne Energiewende und den Klimaschutz", forderte
Glawischnig. Dieses Geld soll in den Ausbau der erneuerbaren
Energieträger und die Energieeffizienz investiert werden sowie in
umweltfreundliche Verkehrsmittel Es braucht steuerliche Anreize für
die Energiewende, also das ökosoziale Steuermodell, und eine
Fokussierung der Wohnbauförderung auf Aktivhaus- und
Niedrigstenergietechnologie. Und nicht zuletzt braucht es eine
Ausbildungsoffensive. Es müssen zukunftsorientierte Berufsbilder,
Lehrgänge und Studienfächer geschaffen werden.
"Es braucht weiters eine Jobinitiative speziell für junge Leute",
forderte Glawischnig. Trotz sehr hoher Ausbildung, ist die Bezahlung
beim Einstieg in die Arbeitswelt sehr schlecht. Junge Menschen unter
30 stellen rund ein Drittel aller atypisch Beschäftigten (frei
Dienstverträge, Werkverträge, Leiharbeit), obwohl ihr Anteil unter
allen Unselbständigen nur 14,4 Prozent beträgt. Glawischnig verweist
darauf, dass die Privatisierungen vielfach auf dem Rücken junger
ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden. Die Stammbelegschaft behielt
ihr hohes Einkommen bzw. wurde in Frühpension geschickt, die Jungen
haben starke Einbußen bei Einkommen und Sicherheit hinnehmen müssen.
Auch der Übergang vom Studium in den Beruf wird immer länger.
Praktika auch nach der abgeschlossenen Ausbildung ersetzen zunehmend
echte Arbeitsverhältnisse. Trotz Studienabschluss sind 23 Prozent
dieser Praktika unbezahlt, weitere 30 Prozent sind schlecht bezahlt,
nämlich unter der Geringfügigkeitsgrenze. Frauen sind davon stärker
betroffen als Männer, erläuterte Glawischnig.
Glawischnig forderte daher ein PraktikantInnenausbildungsgesetz für
faire Praktika. Dieses Gesetz muss festhalten, dass Praktika nur mehr
im Rahmen einer Ausbildung erfolgen dürfen, und es muss eine
ordentliche Entschädigung und soziale Absicherung geben.
Rückfragehinweis:
Mag. Reinhard Pickl-Herk
Tel.: +43-1-40110-6707
mailto:[email protected]
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