OTS0180   30. Apr. 2012, 17:00

"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Josefinische Beamte"

Die Loyalität von Beamten darf nie einer Partei oder einem Politiker gehören.


Der frühere Rektor der Universität für Bodenkultur,
Manfried Welan, nennt seine eben erschienene Autobiografie "Ein
Diener der zweiten Republik". Obwohl er später Wissenschaftler und
Politiker wurde, war Welan in jungen Jahren von der Effizienz der
Verwaltung und dem Berufsethos der Beamten fasziniert. Wir sprechen
ja noch immer vom "Josefinischen Beamten", in Erinnerung an Kaiser
Josef II., der für seinen aufgeklärten Absolutismus pflichtbewusste
Berufsbeamte statt unterwürfiger Höflinge brauchte.
Heute sind gute Beamte mehr Manager als Mandarine, wie Welan
schreibt, aber die Einstellung, dem Staat und nicht einer Partei oder
einem Minister zu dienen, ist wichtiger denn je.
Grassers Mitarbeiter im Finanzministerium, Heinrich Traumüller,
hätte sich und uns einiges erspart, wenn er früher zur
Staatsanwaltschaft gegangen wäre. Jetzt trägt er dazu bei, dass der
Krimi um den Verkauf der Bundeswohnungen (BUWOG) aufgeklärt wird.
Die Parteien können immer nur ein Teil des Staates sein und
Minister bekommen ihre Macht nur auf Zeit. Die Beamten sind das
kontinuierliche Element jeder Verwaltung. Umso wichtiger ist da,
dass ihre Loyalität der Gemeinschaft gilt.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0180 2012-04-30 17:00 301700 Apr 12 PKU0003 0197




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