- 30.04.2012, 15:28:10
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AK-Präsident Kalliauer empört über den Zynismus der Wirtschaftskammer
Linz (OTS) - Europa steckt in einer der schwersten
Beschäftigungskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg. Darauf muss vor
allem am heutigen "Tag der Arbeitslosen" besonders hingewiesen
werden. Auch wenn in Österreich derzeit die Arbeitslosenzahlen im
europäischen Vergleich besser sind, darf das Problem nicht
kleingeredet werden.
Aktuell sind in Österreich 263.774 Menschen arbeitslos und weitere
68.438 Personen in einer Schulung. Damit sind um rund 66.000 Menschen
mehr ohne Beschäftigung als noch vor Ausbruch der Krise. Alleine in
Oberösterreich betrug der Anstieg 9600 Personen.
"Den einzelnen Arbeitslosen hilft es überhaupt nichts, dass die
Situation in anderen Ländern noch dramatischer ist", so AK-Präsident
Kalliauer. "Während in Österreich über 332.000 Menschen ohne
Beschäftigung sind, jammert die Wirtschaft über einen
Fachkräftemangel."
Nötig ist eine nachhaltige Unterstützung jener Menschen, die unter
einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko leiden. "Das geht aber nicht
mit Unternehmenssubventionen, die viel kosten, aber wenig
Beschäftigungseffekt haben, sondern nur mit Maßnahmen zur höheren
Qualifizierung von Arbeitslosen", so Kalliauer.
Dass die Arbeitsmarktlage in Österreich auch immer schwieriger
wird, zeigt der Anstieg der älteren Arbeitslosen. "Warum finden so
viele ältere Arbeitslose keinen Job mehr?" fragt Kalliauer. Zuletzt
stieg die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen in Oberösterreich um
9,2 Prozent. Die Altersarbeitslosigkeit ist um 55 Prozent höher als
vor der Krise. Diese ist aber nicht der alleinige Grund für den
Anstieg: Im September 2009 wurde im Zuge des Arbeitsmarktpaketes II
das Bonus-Malus-System abgeschafft, durch das die Kündigung Älterer
finanziell bestraft wurde. Durch wissenschaftliche Studien ist die
Wirksamkeit dieses Systems belegt. Wenn nun die Forderung im Raum
steht, die Unternehmen bei der Schaffung von Beschäftigung zu
unterstützen, wäre die Wiedereinführung dieses effektiven Systems ein
wesentlicher erster Schritt.
Kalliauer fordert die Wirtschaftsseite auf, mit der leidigen
Diskussion um die Finanzierbarkeit des Sozialstaats aufzuhö-ren:
"Statt eine Kürzung des Arbeitslosengeldes zu fordern und über die
Kosten des Sozialstaates zu klagen, soll die Unternehmerseite ältere
Arbeitslose einstellen bzw. bis zum Regelpensionsalter
weiterbeschäftigen" fordert Kalliauer.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Dominik Bittendorfer
Tel.: (0732) 6906-2191
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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