• 30.04.2012, 12:46:46
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AK fordert bessere Chancen für Kärntner Arbeitnehmer

Goach: "Nur ein Viertel glaubt an richtigen Weg in Kärnten"

Klagenfurt (OTS) - Die Kärntner Arbeitnehmer blicken pessimistisch
in das heurige Jahr. Nur ein Viertel glaubt, dass sich Kärnten in die
richtige Richtung entwickelt. Fast jeder Zweite befürchtet, dass sich
seine Lage verschlechtern wird. AK-Präsident Günther Goach fordert
zum morgigen Tag der Arbeit bessere Chancen für die Arbeitnehmer.

"Kärnten muss einen neuen Weg einschlagen und seine Struktur- und
Wirtschaftspolitik grundlegend ändern", sagt der Präsident der
Arbeiterkammer Kärnten, Günther Goach, anlässlich des1.Mai. Ganz
konkret spricht Goach die Unzufriedenheit der Kärntner Arbeitnehmer
an - laut einer Sora-Umfrage* hält nur ein Viertel den aktuellen Kurs
für richtig. 42 Prozent der Arbeitnehmer glauben, dass sich ihre
persönliche Situation heuer verschlechtern wird "Das hat zur Folge,
dass laut Statistik neun Kärntner im erwerbsfähigen Alter das Land
verlassen. Trotz guter Qualifikation haben sie keine Chance am
Arbeitsmarkt", sagt der AK-Präsident mit Verweis auf die höchste
Arbeitslosenquote mit 10,0 Prozent in ganz Österreich.

Goach fordert alle maßgeblichen Kräfte im Land zur Zusammenarbeit
auf. Handlungsbedarf sieht er vor allem bei der Unterstützung für die
Pendler. "Angesichts der Explosion bei den Spritpreisen muss das Land
die Kürzung des Fahrtkostenzuschusses sofort zurücknehmen und noch
einmal etwas drauflegen", so Goach. Investitionsbedarf gebe es aber
auch beim gemeinnützigen Wohnbau: "Preissteigerungen, die durch die
Privatisierung von Buwog und ESG entstanden sind, müssen mit einer
verpflichtenden Erstreckung der Kredite abgefedert werden. Das Land
muss hier die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen."

Was den heimischen Arbeitsmarkt betrifft, sieht Goach dringenden
Aufholbedarf. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern habe sich Kärnten
noch immer nicht von der Krise erholt. Aktuell gibt es um 4000
Arbeitslose mehr als im Jahr 2008. Ein stetiger Anstieg ist auch bei
den älteren Arbeitslosen zu verzeichnen. Goach appelliert deshalb an
die Wirtschaft, das Knowhow der älteren Dienstnehmer zu nutzen und
ihnen altersgerechte und gesunde Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu
stellen.

In Punkto weiblicher Dienstnehmer verlangt der AK-Präsident, alle
Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Einkommensschere zu schließen.
Frauen verdienen in Kärnten immer noch 34 Prozent weniger als Männer.
Des Weiteren müsse die Kinderbetreuung ausgebaut werden. "Fast die
Hälfte der berufstätigen Frauen arbeitet in Teilzeit, weil das
Betreuungsangebot nicht dem Bedarf entspricht. Kärnten ist hier
säumig, das Angebot liegt weit hinter den Vorgaben der EU zurück."
Bei der weiblichen Erwerbsquote liegt Kärnten mit 63,2 Prozent
ebenfalls hinter dem Bundesschnitt (66,4 Prozent).

Als alarmierend bezeichnet der AK Präsident die rapide steigende
Zahl von Kündigungen im Krankenstand. Im Jahr 2011 gab es fast 3.500
Auflösungen von Dienstverhältnissen während die Arbeitnehmer krank
gemeldet waren. Grund dafür ist das Aus für den
Entgeltfortzahlungsfonds. Seither wälzen die Unternehmer die Kosten
für die erkrankten Mitarbeiter auf die Sozialversicherer ab. Seitens
der AK werden deshalb ein generelles Kündigungsverbot im Krankenstand
und die Wiedereinführung des Fonds gefordert.

Die Politik fordert Goach auf, die ständigen Angriffe auf Kammern
und Gewerkschaften einzustellen und konstruktiv zusammenzuarbeiten.
Laut der SORA-Umfrage genießt die AK mehr Vertrauen als alle anderen
Institutionen und die Landesregierung. 84 Prozent der Mitglieder
halten die Arbeiterkammer Kärnten für "vertrauenswürdig."

*SORA: 550 Telefoninterviews (AK-Mitglieder in Kärnten ab 16 Jahren)
Februar 2012

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Kärnten
Mag. Christa Maurer, Kommunikation
Tel.: 050 477-2401, Fax: 050 477-2400
mailto:[email protected]
http://kaernten.arbeiterkammer.at

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