- 30.04.2012, 12:11:30
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Schülerunion: Druck auf BM Schmied hat sich massiv erhöht
Bildungsverantwortliche untermauern die Kritik der Bundesschülervertretung. BM Schmied ist die Einzige die ihren Zeitplan noch gut findet
Wien (OTS) - Die Bundesschülervertretung (BSV) initiierte vor
zirka zwei Wochen eine parlamentarische Bürgerinitiative zur
Verschiebung der Zentralmatura. Seither haben sich viele Engagierte
aus dem Bildungsbereich mit den Anliegen auseinandergesetzt und
fordern nun ebenfalls einen neuen Start-Termin. "Während BM Schmied
die Augen verschließt und die Sorgen der Schüler ignoriert, freue ich
mich, dass es in Österreich auch Politiker gibt die unsere Sorgen
ernst nehmen. In den letzten beiden Wochen hat sich der Druck auf die
Ministerin massiv erhöht. Der geplante Termin steht meiner Meinung
nach auf wackeligen Beinen! Sie wäre gut beraten zu reagieren. Ängste
zu ignorieren, die durch die schlechte Arbeit im Ministerium
entstanden sind, ist mehr als unverantwortlich", schildert Jim
Lefebre, Bundesobmann der Schülerunion, die Entwicklung der letzten
Tage und fordert die Ministerin zum Handeln auf.
Die zahlreichen Meldungen beweisen, dass Schmied die einzige ist, die
ihren Zeitplan noch gut findet. Derzeit haben ungefähr 6.000 Schüler
aus allen Bundesländern die Bürgerinitiative unterschrieben.
"Wir wehren uns außerdem gegen die Aussage der Ministerin, dass die
derzeitige Forderung nach Verschiebung etwas mit dem
Schülervertretungs-Wahlkampf zu tun hat. Vielmehr geht es ihr darum,
die laufenden Projekte des BMUKK, anlässlich der Nationalratswahl
2013, noch auf die eigenen Fahnen heften zu können", kommentiert
Lefebre die unwissende Politikerin. Die BSV forderte schließlich
schon im November die Verschiebung.
Auch die von der BSV geforderte Probe-Matura will Schmied jetzt als
Marketing-Gag verkaufen. Eigentlich ist sie gedacht um Schüler auf
die Arbeitsweise bei langen schriftlichen Arbeiten vorzubereiten,
weil es davor keinen ähnlichen Prüfungsmodus in der ganzen Schulzeit
gibt. "Die Probe-Matura sollte also nicht vor Einführung der
Zentralmatura stattfinden, sondern jedes Jahr in den siebten Klassen.
Sie ist nämlich nicht dafür geeignet um fehlende Schulbücher
herbeizuzaubern, den falschen Lehrplan rückwirkend zu korrigieren
oder die unangepasste Leistungsbeurteilungsverordnung zu
beschönigen", ärgert sich der Bundesobmann über das herumirrende
Verhalten des BMUKK.
Resolution der Kärntner Landesregierung
Letzten Dienstag verabschiedete die Kärntner Landesregierung eine
Resolution zur Verschiebung der neuen Matura. Darin greift sie die
Anliegen der Schülervertreter aus dem dritten Kärntner Schülerlandtag
auf und richtet, genauso wie die Bundesschülervertretung, einen Apell
an die Bundesregierung zur Verschiebung der Zentralmatura.
Bildungsausschuss der Salzburger Landesregierung
Wie die "Salzburger Nachrichten" berichten, spricht sich auch der
Salzburger Bildungsausschuss für einen späteren Start-Termin aus:
"Außerdem sollen jene Bereiche, in denen es von Seiten der
Schulpartner grobe Bedenken gibt, schnell genug abgeklärt werden,
damit die Zentralmatura spätestens im Schuljahr 2015/2016
flächendeckend eingeführt werden kann."
Eltern und Lehrer
Schon im November sprachen sich die Schulpartner im Rahmen einer
Pressekonferenz gegen den geplanten Termin in Mathematik aus. Theodor
Saverschel formulierte dort: "Es ist unverständlich, dass hier zu
Lasten unserer Kinder, und das werden sie für uns Eltern immer sein,
mit Gewalt versucht wird, am Zeitplan in den Fächern, in denen von
seriöser Erprobung keine Rede sein kann, festzuhalten." Eckehard Quin
schlug in die gleiche Kerbe und meinte: "Es ist einfach hanebüchen,
die seit vielen Jahren in Schulversuchen erprobte Englischmatura als
Vorwand zu benutzen, um in Fächern wie Deutsch und Mathematik auf
jede Erprobung zu verzichten. Wir Lehrer wollen unsere Schüler nicht
durch dichten Nebel auf die neue Reifeprüfung zusteuern."
Antrag im Niederösterreichischen Landtag
"Die geplante Zentralmatura darf erst dann umgesetzt werden, wenn
alle Unsicherheiten gelöst sind und eine sinnvolle Vorbereitung auf
die neue Form der Reifeprüfung gegeben ist. Ministerin Schmied darf
ihr Prestigeprojekt nicht auf dem Rücken der Betroffenen beinhart und
ohne Rücksicht durchziehen, sondern muss die Bedenken, die die
betroffenen Schüler, die Eltern sowie die Pädagogen geäußert haben,
ernst nehmen. Hier kann sie sich ein Beispiel an ihren Pädagogen
nehmen, die ja auf die Sorgen ihrer Schüler eingehen. In der
Schulpolitik ist kein Platz für irgendwelche ideologischen und
unausgegorenen Experimente von Schmied", betont Erika Adensamer,
Niederösterreichische Landtagsabgeordnete. Sie bringt einen Antrag in
den Landtag ein, welcher schon am 10. Mai behandelt wird.
Kritik der Landesschulratspräsidenten
Wie die Presse berichtet haben sich auch zahlreiche
Landesschulratspräsidenten mit der Kritik der Schülervertreter
beschäftigt und fordern nun von der Unterrichtsministern und dem
Bifie eine schleunige Nachbesserung.
FCG-Jugend
Auch die FCG-Jugend schließt sich den Wünschen der
Bundesschülervertretung an und meint: "Geben wir unserer Ministerin
dieselben Chancen, die wir damals von unseren Lehrern bekommen haben:
lassen wir sie ihre Fehler ausbessern und die Arbeit später nochmal
abgeben! Unterschreiben wir alle die Bürgerinitiative der
Bundesschülervertretung. Vielleicht lernt die Frau Bildungsministerin
es ja noch."
Bürgerinitiative Zentralmatura verschieben
Die Parlamentskorrespondenz fasst die Anliegen der Schülervertretung
wie folgt zusammen: "Nach Ansicht der Unterzeichner der Initiative
sind die Schüler schlecht auf die neue Form der Reifeprüfung
vorbereitet. Sie drängen in diesen Sinn auf eine rasche Adaptierung
des Lehrplans, eine Überarbeitung der
Leistungsbeurteilungsverordnung, mehr Vorbereitungszeit zwischen
schriftlicher und mündlicher Matura und eine Offenlegung der
Ergebnisse der Feldtestungen. Außerdem plädiert die Bürgerinitiative
dafür, die neue Reifeprüfung in Form von Schulversuchen auch in den
Fächern Deutsch und Mathematik zu erproben und eine Sonderregelung
für jene SchülerInnen zu finden, die im letzten Jahr vor Einführung
der Zentralmatura die achte Klasse nicht positiv abschließen und
damit nicht zur alten Reifeprüfung antreten dürfen."
Die Schülerunion ist mit über 30 000 Mitgliedern die größte
Organisation für Österreichs Schüler. Neben ihrer Arbeit direkt an
den Schulen setzt sich die Schülerunion auch auf Landes- und
Bundesebene für die Interessen der Schüler ein. Derzeit hält sie in
der Bundesschülervertretung 23 von 29 Mandaten.
Rückfragehinweis:
Österreichische Schülerunion
Daniel Perschy, Pressesprecher
Tel.: 0664 960 15 74, Mail: [email protected]
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