- 30.04.2012, 10:38:31
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Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD für faire Praktika - auch im öffentlichen Dienst!
Zum Tag der Arbeitslosen ein Plädoyer gegen unbezahlte Arbeit für junge gut ausgebildete Menschen
Wien (OTS) - Sie studieren und leisten Vollzeitarbeit im Rahmen
völlig unbezahlter Praktika.
Sie stehen in einer Berufsausbildung und praktizieren monatelang
für eine Entschädigung von nicht einmal 200 Euro monatlich.
Sie sind voll ausgebildete AkademikerInnen und dürfen nicht mehr
als 1-jährige Verwaltungspraktika im öffentlichen Dienst zum halben
Preis machen.
"Die Leistungen der Generation Praktikum sind nicht nur
wirtschaftlich, sondern auch sozial und politisch erheblich
unterbewertet. Gerade die Politik hat in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass jungen Menschen
Entwicklungsperspektiven in der Arbeitswelt angeboten werden. Die
österreichische Regierung setzt mit ihrer aktuellen Sparwut wieder
einmal am falschen Ende an und verlängert den Aufnahmestopp für den
öffentlichen Dienst, redet von Verwaltungsreform und denkt an
Personalkostenersparnis - PraktikantInnen können sinkende
Personalstände und steigende Verwaltungsaufgaben langfristig nicht
ausgleichen," warnt Beate Neunteufel-Zechner, Betriebsrätin in der
Österreichen Nationalbibliothek vom Vorsitzteam der Unabhängigen
GewerkschafterInnen in der GöD.
In den modernen Work-Life-Balance-Konzepten sind derart tiefe
Einschnitte zwischen Ausbildung und Berufseinstieg, wie sie derzeit
durch Praktika und Projektarbeit in Österreich entstehen, nicht
vorgesehen. Ist die Ausbildung einmal abgeschlossen, darf weder durch
Wirtschaftstreibende noch durch die öffentliche Hand mit dem
Instrument der Berufsfindungspraktika ein ausbeuterischer
Abwertungsprozess in Gang gesetzt werden, der in unfreiwilliger
Selbständigkeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen endet.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst
fordern daher, dass Praktika ausschließlich im Rahmen
zukunftsorientierter Ausbildung und mit einer fairen Entschädigung
verbunden durchgeführt werden. "Fertig ausgebildete junge Menschen
wollen sich voll einbringen dürfen und nicht zum halben Preis
zurechtgestutzt werden für einen prekären Arbeitsmarkt," schließt
Reinhart Sellner, AHS-Lehrer und Personalvertreter vom UGöD
Vorsitzteam.
Beate Neunteufel-Zechner, Reinhart Sellner
Vorsitzende der UGöd
Rückfragehinweis:
Beate Neunteufel-Zechner: 0681/209 03 059
Reinhart Sellner: 0676/34 37 521
e-mail: [email protected]
Internet: www.ugoed.at
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