• 28.04.2012, 13:13:20
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Erzbischof Celli: Kirche hat bei Internetnutzung Aufholbedarf

Präsident des Päpstlichen Medienrates bei Tagung "Gott im Web": "Soziale Netzwerke nicht Instrument sondern Ort der Neuevangelisierung"

Wien, 28.04.12 (KAP) Mit einem überraschenden Eingeständnis ließ
Kurienerzbischof Claudio Maria Celli bei einer Tagung im
Wienerwaldstift Heiligenkreuz aufhorchen: Die Kirche habe im
Internet noch deutlichen Nachholbedarf. Weltweit betrachtet seien
erst rund 50 Prozent der Diözese "online". Die Kluft zwischen den
"digital natives", also jenen Internetnutzern, die ihr christliches
Lebenszeugnis im Netz leben, und jenen, die "als sozial und
ökonomisch Marginalisierte" keinen Zugang zum Netz haben, werde
größer. Dabei bleibe es oberste Aufgabe der Kirche, in ihrer
Verkündigung "dorthin zu gehen, wo die Menschen sind - ins Netz", so
der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen
Kommunikationsmittel.

Ein Beispiel für den Aufholbedarf brachte Celli etwa im Blick auf
eine "Google"-Anfrage: so finde sich bei der Frage "Who is Jesus"
unter den ersten 10 Antworten der Suchmaschine keine katholische
Antwort - noch vor jeder katholischen Antwortseite empfehle "Google"
gar die Antwort einer islamischen Seite. Die Kirche müsse daher
diese Herausforderung bewusst annehmen und "als Lernende die
Botschaft des Evangeliums in die neue Kommunikationskultur
inkulturieren", so Celli. So könne die Kirche neu zu einem
"Transmissionsriemen der Wahrheit im Dialog und in Anerkennung des
anderen" werden - dies habe auch Papst Benedikt XVI. in
verschiedenen Botschaften immer wieder deutlich unterstrichen.

In einem kursorischen Durchgang durch päpstliche Botschaften zeigte
Celli außerdem, wie sich die vatikanische Linie im Umgang mit den
modernen Kommunikationsformen geändert hat: Zwar gebe es seit dem
Konzilspapst Paul VI. eine prinzipielle Offenheit zur medialen
Kommunikation - erst Johannes Paul II. habe jedoch einen
"Paradigmenwechsel" herbeigeführt, insofern er die Medien "nicht
mehr als Instrument der Neuevangelisierung verstand, sondern als Ort
sah, an dem Neuevangelisierung stattfinden sollte". Einen weiteren
Paradigmenwechsel könne man heute mit Benedikt XVI. feststellen, der
in seinen Botschaften offensiv von einer neuen "digitalen Kultur"
spricht, die zu einem "wirklichen Dialog" herausfordere.

(ende) hkl/pwu/

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