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"Alte Integrationskonzepte haben ausgedient" - Integrationstag (2)

Frauenberger: "Potenziale und Chancen durch Partizipation entwickeln"

Wien (OTS) - In ihrer Begrüßung bedankte sich die Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger für die Initiative zum Integrationstag.

"Partizipation gibt den Menschen erst die Möglichkeit, aus ihrer Migrationsbiografie heraus Potenziale und Chancen zu entwickeln", so die Stadträtin zum Tagungsthema "Partizipation" bei der Eröffnung.

Rund 400 TeilnehmerInnen werden am Nachmittag in Workshops und Diskussionen gemeinsam mit ExpertInnen Strategien und Ansätze zur Stärkung von Teilhabe erarbeiteten. Dabei nehmen sie die drei Bereiche Gesellschaft, Bildung und Arbeitsmarkt in den Blick. Die TeilnehmerInnen kommen aus der Wirtschaft, aus NGOs, Vereinen, Interessensvertretungen, politischen Parteien, Bildungs- und wissenschaftlichen Einrichtungen, aus Gemeinden, Länder und Bund. Am Abend werden im Festsaal des Wiener Rathauses die Ergebnisse aus den Workshops präsentiert.

Mark Terkessidis: "Alte Integrationskonzepte haben ausgedient"

"Alte Integrationskonzepte haben ausgedient. Diese gehen davon
aus, dass es eine Normbevölkerung gibt und eine andere Bevölkerung, die nachher dazu gekommen ist und Defizite hat", so der Migrationsforscher und Autor Mark Terkessidis in seiner Eröffnungsrede. "Damit Leistung überhaupt erbracht werden kann, müssen Voraussetzungen geschaffen werden." Das bedeute nicht nur eine Veränderung in der Zusammensetzung von Personal, sondern auch Veränderung von Organisationsstrukturen und -kulturen.

Ein Beispiel: "Eine Stadt, die 40% BewohnerInnen mit Migrationshintergrund hat, kann nicht verwaltet werden von einer Verwaltung, in der nur 2% Personen mit Migrationshintergrund vertreten sind. Deswegen ist es eine Aufgabe, den Personalbestand der jeweiligen Institution proaktiv zu verändern", so Terkessidis.

: Stajic: "Teufelskreis der ungleichen Bildungschancen"

"Wir können es uns nicht leisten, auf die Potenziale zukünftiger Generationen zu verzichten", so Olivera Stajic, Redaktionsleiterin von daStandard.at, im zweiten Eröffnungsvortrag. Die österreichische Gesellschaft verhindere Chancengleichheit: "Der Bildungserfolg hängt sehr stark vom sozioökonomischen Hintergrund ab", so Stajic und spricht vom "Teufelskreis der ungleichen Bildungschancen". Sie kritisiert, dass das Thema Diskriminierung weitgehend ausgeblendet ist.

"Wir brauchen mehr Analysen und Untersuchungen zu den Ursachen von Jugendarbeitslosigkeit junger Menschen mit Migrationshintergrund", verwies Stajic auf eine kürzlich publizierte deutsche Studie. Nach dieser werden BewerberInnen mit Migrationshintergrund in Bewerbungsverfahren diskriminiert.

"Schule ist Dreh- und Angelpunkt für Chancengleichheit und
soziale Gerechtigkeit. Für die meisten Kinder ist Schule die einzige Möglichkeit zum sozialen Aufstieg", so Stajic.

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