- 27.04.2012, 09:31:53
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ÖAMTC-Unfallforschung: Motorrad-ABS ist dringend notwendig
Etwa ein Fünftel aller Motorradunfälle könnte damit verhindert werden
Wien (OTS) - 2011 wurden bei 3.441 Unfällen mit
Motorradbeteiligung 3.580 Lenker und Beifahrer zum Teil schwer
verletzt, 67 Biker starben - so die ernüchternden Zahlen der
Statistik Austria. Die ÖAMTC-Unfallforschung hat sich daher intensiv
mit der Auswertung von Motorradunfällen auseinandergesetzt, um so das
für viele schönste Hobby der Welt sicherer zu machen. "Die
Schlussfolgerung ist eindeutig", erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus
Schneider. "In rund 21 Prozent der Fälle hätte ein ABS den Unfall
verhindert oder zumindest die Folgen gelindert."
"Die Analyse des Datenmaterials der ÖAMTC-Unfallforschung hat
gezeigt, dass der Anteil der Alleinunfälle mit 40 Prozent relativ
hoch ist", erläutert der ÖAMTC-Experte. Auffällig dabei ist, dass in
vielen Fällen ein Fahrfehler Auslöser für einen Motorradunfall ist.
"Diese treten hauptsächlich beim Befahren von Kurven und in
Verbindung mit Bremsmanövern auf", weiß der ÖAMTC-Verkehrsexperte.
Gerade in diesen Situationen könnte ein ABS helfend eingreifen und
Schlimmeres abwenden. Ein Überbremsen in Schrecksituationen könnte
durch das Fahrerassistenzsystem wirksam ausgeglichen und Stürze durch
blockierende Räder verhindert werden. "Leider hat die Untersuchung
aber auch gezeigt, dass die ABS-Ausstattungsquote in Österreich noch
immer sehr gering ist", kritisiert Schneider.
Der OAMTC fordert daher, dass in allen Klassen von Motorrädern
inklusive Rollern serienmäßig ABS eingebaut ist und der Aufpreis für
dieses wesentliche Sicherheitsfeature gering ist. Hinzu kommt, dass
das Angebot an Trainingskursen zum richtigen Umgang mit der
ABS-Technologie ausgeweitet werden muss. "Durch praktische
Bremsübungen im kontrollierten Rahmen werden Biker besser auf
kritische Verkehrssituationen vorbereitet", erklärt der
ÖAMTC-Verkehrsexperte und verweist diesbezüglich auf das Motorrad
Aktiv Training der ÖAMTC Fahrtechnik.
Detaillierte Analyse für mehr Sicherheit
33 Prozent der 1.507 durch die ÖAMTC-Unfallforschung detailliert
untersuchten Motorradunfälle wurden als Einbiege- bzw.
Kreuzungsunfälle identifiziert. Weitere 32 Prozent waren
Abkommensunfälle, gefolgt von Auffahrunfällen und
Gegenverkehrskollisionen. "60 Prozent der Unfälle ereigneten sich mit
anderen Verkehrsteilnehmern wie etwa Pkw oder Lkw", berichtet der
ÖAMTC-Experte. Diese Kollisionsunfälle werden sehr häufig durch die
andere Verkehrsteilnehmer verursacht. "So nehmen Pkw-Fahrer
Motorradfahrer beim Linksabbiegen, Wenden, Einbiegen oder Kreuzen
erst sehr spät wahr und unterschätzen mitunter auch die
Annäherungsgeschwindigkeit", beschreibt Schneider einen typischen
Unfallhergang.
Die Ausstattung von Motorrädern mit ABS ist daher bei weitem nicht
ausreichend, um die Verkehrssicherheit insgesamt zu erhöhen.
"Motorradfreundliche Straßenbau-Maßnahmen, wie etwa das Beseitigen
von Sichtbehinderungen an Kreuzungen, gehören ebenso dazu",
formuliert der ÖAMTC-Experte einer weiteren Forderung des Clubs. "Und
last but not least ist auch unaufhörliche Aufklärungsarbeit für
Motorrad- und Autofahrern über die 'Eigenheiten' des jeweils anderen
unumgänglich."
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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