• 27.04.2012, 08:06:54
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  • OTS0014 OTW0014

ANSCHOBER: Österreich muss Interventionspläne für Atomkatastrophen verschärfen

Derzeit keine Evakuierungen geplant - Fukushima-Unfallszenario nicht berücksichtigt

Linz (OTS) - Derzeit regeln in Österreich die
Interventionsverordnung 2007 und der Interventionsplan 2009 das
Verhalten im Fall nuklearer Unfallkatastrophen. Evakuierungen sind
dabei nicht vorgesehen. Auf Basis der untersuchten Unfallszenarien
gehen die beiden Konzepte davon aus, dass mit Maßnahmen wie
Jodblockade und dem Verbleib in Häusern das Auslangen gefunden werden
kann. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Aus meiner Sicht ein massives
Unterschätzen einer schwersten Unfallkatastrophe wie etwa in Temelin
oder deutschen AKWs."
Nach Fukushima sollte auf jeden Fall unbestritten sein, dass die
Alarmschutzkonzepte massiv überarbeitet und verschärft werden müssen
- denn dem derzeitigen Interventionsplan und der
Interventionsverordnung liegt eine Kontaminierungsphase von maximal
sieben Tagen zugrunde.
"Fukushima hat dramatisch bewiesen, dass Atomkatastrophen viel
dramatischere Auswirkungen haben können, längerfristigere
Freisetzungen von radioaktiven Substanzen möglich sind und daher eine
massive Verschärfung der Alarmpläne notwendig ist", fordert Anschober
von Umweltminister Berlakovich in einem Schreiben eine umfassende
Überarbeitung und Verschärfung.
Deutschland setzt dies bereits um: Nach Fukushima wurde vom deutschen
Bundesamt für Strahlenschutz in einer Studie untersucht, ob die
deutschen Strahlenschutzregelungen auf einen Unfall wie in Fukushima
mit langfristigen Freisetzungen vorbereitet sind. Nun liegt das
Ergebnis vor - eine umfassende Verbesserung des anlagenexternen
Notfallschutzes wird für notwendig erachtet:
- für viele der in dieser Studie betrachteten Unfallszenarien kann
eine Ausweitung der Notfallschuts-Maßnahmen "Aufenthalt in Gebäuden"
und "Evakuierung" sowie "Einnahme von Jodtabletten" auf deutlich
größere Gebiete nötig werden, als in der Planung vorgesehen ist
- die nach der Katastrophe von Fukushima verwirklichten deutlich
geringeren Richtwerte für Umsiedlungen ("späte Evakuierung") könnten
zu einer Diskussion des deutschen Richtwertes für Umsiedlung führen.
Eine Absenkung des deutschen Richtwertes kann die Größe
vervielfachen.
(BfS-Bericht zu den Störfallberechnungen:
http://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-201204128010/3/Bf
S_2012_SW-11-12.pdf)
Anschober abschließend: "Die Bundesregierung muss sich der Tatsache
stellen, dass Atomkatastrophen viel dramatischere Auswirkungen haben
können als von den österreichischen Regelungen bisher angenommen.
Daher muss jetzt sofort gehandelt werden."

Rückfragehinweis:
Büro LR Anschober, Mag.a Petra Danhofer
Tel.: +436648299969
mailto:[email protected]

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