- 26.04.2012, 19:25:58
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Landesrat Schwärzler: Schifahren im Wald ist verboten
Alpin-Sicherheitsgipfel: Sechs-Punkte-Programm
Bregenz (OTS/VLK) - Die Situation des Schifahrens abseits
gesicherter Pisten, insbesondere bei hoher Lawinengefahr, stand im
Mittelpunkt eines Alpin-Sicherheitsgipfels am Donnerstag, 26. April
2012 im Landhaus, zu dem Landesrat Erich Schwärzler eingeladen hatte.
Dabei wurde ein Sechs-Punkte-Programm besprochen, das konkrete
Maßnahmen für mehr Eigenverantwortung der Wintersportler, eine
verbesserte Aufklärungs- und Informationsarbeit sowie verstärkte
Kontrolltätigkeit im Interesse der Sicherheit und des Schutzwaldes
vorsieht.
Zu der Veranstaltung begrüßte Landesrat Schwärzler zahlreiche
Vertreter von Politik, Tourismus, Liftbetreibern, Wald und Jagd,
Bergrettung, Berg- und Skiführern, Lawinen- und Sicherheitskräften
sowie Naturschutz. Er dankte den Verantwortlichen in den alpinen
Regionen für die bisher gesetzten Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen
und für die Bereitschaft, mit Beginn der kommenden Wintersaison
gemeinsam weitere Verbesserungen umzusetzen, um Gefahren für die
Wintersportler zu verringern und die Natur, insbesondere im Bereich
der Schutz- und Bannwälder, zu schonen. "Klar ist aber, dass es
primär eine Eigenverantwortung der Wintersportlers gibt", sagte
Landesrat Schwärzler.
Sechs-Punkte-Programm für mehr Sicherheit und einen intakten
Schutzwald
Nein zum Skifahren im Wald:
1. Die Bezirksforsttechniker und Waldaufseher werden im Sommer auf
die Liftbetreiber zugehen und mit diesen gemeinsam festlegen, wo die
Anbringung zusätzlicher Absperrungen und klarer Hinweisschilder -
ergänzend zu den "Respektiere deine Grenzen"-Tafeln - auch zur
Schonung von Natur und Umwelt notwendig ist. Dabei soll jedoch ein
Schilderwald vermieden werden.
2. Durch Schwerpunktsetzungen werden in enger Zusammenarbeit der
Forstorgane mit der örtlichen Polizei und den Liftbetreibern
effektivere Kontrollen vor Ort durchgeführt, Übertretungen mit
erhöhten Strafen geahndet und bei groben Verstößen auch die Abnahme
der Liftkarte umgesetzt.
Vom Sicherheitsdenken zum Risikobewusstsein
3. Bei Lawinenwarnstufe 4 bzw. 5 werden die Liftbetreiber die gut
sichtbar angebrachten Warnleuchten auf Rot stellen (Achtung große
bzw. sehr große Lawinengefahr - Auf den gesicherten Pisten bleiben;
Hänge mit über 30 Grad Neigung meiden). Aktive Information und
Aufklärung
4. Die aktuellen Lageberichte des Lawinenwarndienstes werden von den
Liftbetreibern an gut sichtbarer Stelle angebracht. Die
(mehrsprachigen) Informationen des Lawinenwarndienstes über die
aktuelle Lawinenwarnstufe werden auch den Betreibern des ÖPNV sowie
den Tourismusämtern zugeleitet, welche diese an die Hotels und
Zimmervermieter weiterleiten.
Darüber hinaus wird es ab Lawinenwarnstufe 3 wiederholte öffentliche
Bekanntmachungen im Internet sowie in Rundfunk und Fernsehen geben
(Sicherheitsvideos).
Eigenverantwortung ist wahrzunehmen
5. Der hohe Standard an Sicherheitskursen für Wintersportler wird
über die Initiative Sichere Gemeinden, den Schilehrerverband und
weitere Alpinorganisationen durch zusätzliche Angebote (u.a. in
Schulen) ausgebaut. Damit soll das Bewusstsein für die Sicherheit und
den Schutz von Natur und Landschaft erhöht sowie die
Eigenverantwortung der Wintersportler verstärkt werden.
Respektiere deine Grenzen
6. Von Landesseite wird insbesondere im Interesse der Erhaltung und
Schonung der Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie des
Wildlebensraumes in enger Zusammenarbeit mit den
Tourismusverantwortlichen, Naturschutzorganisationen und
Liftbetreibern die Erstellung einer Skitourenkarte (als landesweite
Karte nach dem Modell der Schweiz oder als Regionalkarte) geprüft.
"Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Wintersportler zu mehr
Eigenverantwortung anzuhalten, erforderliche Grenzen im Interesse der
Sicherheit zu respektieren sowie Sport- und Freizeitaktivitäten unter
möglichster Schonung von Natur und Landschaft auszuüben. Gerade die
Bevölkerung im Berggebiet ist auf einen intakten Schutzwald
angewiesen - deshalb Nein zum Schifahren im Wald", so Landesrat
Schwärzler in seinem Resumee.
Rückfragehinweis:
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