- 26.04.2012, 12:18:43
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Donau-Universität Krems soll "Blue Shield"-Lehrstuhl erhalten
Absichtserklärung am 25. April unterzeichnet

Krems (OTS) - Die Donau-Universität Krems soll einen
Blue-Shield-Lehrstuhl für den Schutz des Weltkulturerbes erhalten.
Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Mittwoch, 25. April,
von Karl Habsburg-Lothringen, dem Präsidenten der Association of
National Commitees of the Blue Shield, dem Rektor der
Donau-Universität Krems, Prof. Jürgen Willer, sowie Ursula Stenzel
vom österreichischen Blue Shield-Nationalkomitee unterzeichnet. Die
Veranstaltung an der Donau-Universität Krems fand im Rahmen der
General Assembly 2012 statt, zu der sich vom 25. bis 27. April
VertreterInnen von Blue Shield aus aller Welt in Wien versammeln. In
Vertretung des Außenministers betonte Botschafter Dr. Martin
Eichtinger die Bedeutung eines Blue Shield-Lehrstuhls für die
Beziehungen Österreichs zur UNESCO.
Mit dem geplanten Lehrstuhl an der Donau-Universität Krems, an dem
sich das Land Niederösterreich sowie andere Partner finanziell
beteiligen wollen, soll ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt
zu Themen des Schutzes des Weltkulturerbes im Kriegsfall und bei
Naturkatastrophen geschaffen werden, außerdem ist die Entwicklung von
fachspezifischen postgradualen Studienprogrammen vorgesehen. Diese
Lehrgänge sollen internationale, nationale und regionale Aspekte des
kulturellen Erbes zum Gegenstand machen.
Rektor Jürgen Willer betonte die Bedeutung des
Weltkulturerbeschutzes für die Donau-Universität Krems. Er sei
überzeugt, dass sich die mit einem Blue Shield-Lehrstuhl verbundenen
Aufgaben sehr gut in die Forschungsschwerpunkte der Donau-Universität
einfügen. Mit ihrem in Österreich einzigen Lehrstuhl für
Bildwissenschaften und dem gleichnamigen Zentrum auf Stift Göttweig
habe sich die Donau-Universität Krems bereits heute einem speziellen
Aspekt des Schutzes des kulturellen Erbes verschrieben: Der
Digitalisierung der rund 30.000 Blätter umfassenden druckgraphischen
Sammlung des Stiftes Göttweig, so Willer weiter.
Botschafter Martin Eichtinger verband in Vertretung von
Außenminister Dr. Michael Spindelegger mit einem Blue
Shield-Lehrstuhl die Hoffnung einer Vertiefung der Beziehungen
zwischen Österreich und der UNESCO beim Schutz des Kulturerbes. "Die
Einrichtung des Lehrstuhls wäre ein schönes Zeichen gerade in der
Zeit von Österreich als Mitglied des Exekutivrates der UNESCO", so
Eichtinger.
Dr. Friedrich Schipper, Generalsekretär des Österreichischen Blue
Shield-Nationalkomitees, sieht im Blue Shield-Lehrstuhl die Chance,
die Agenden des Kulturgüterschutzes im akademischen Bereich an einer
Universität zu verankern. Gerade die Universität, so Schipper weiter,
sei geeignet, die vielen Monologe zum Kulturgüterschutz - vom
Militär, über NGOs bis hin zu Juristen - in systematischer,
akademisch reflektierter Weise zusammenzuführen. "Aus der Vielzahl
der Stimmen kann damit ein Chor entstehen. Nur so kann man das
wichtige Anliegen weiter vorantreiben."
Die Absichtserklärung wurde in weiterer Anwesenheit von Brigadier
Mag. Rudolf Striedinger, Militärkommandant von Niederösterreich sowie
Dr. Joachim Rössl, Leiter der Gruppe Kultur, Wissenschaft und
Unterricht in der Niederösterreichischen Landesregierung
unterzeichnet. Dr. Jan Hladik, Leiter der "Cultural Heritage
Protection Treaties Section of the Division for Cultural Expressions
and Heritage der UNESCO in Paris, beleuchtete in seiner Rede die
vielseitige Arbeit der UN-Organisation in der Umsetzung der Haager
Konvention sowie ihrer Protokolle und gab Einblick in die
Anstrengungen zum Schutz des Kulturerbes am Beispiel aktueller
weltweiter militärischer Konflikte.
Im Anschluss an die Unterzeichnung wurde die Blue
Shield-Generalversammlung durch Karl Habsburg-Lothringen,
Vorsitzender der Association of National Commitees of the Blue
Shield, eröffnet.
Das International Committee of the Blue Shield (ICBS) wurde 1996
in enger Kooperation mit der Kulturorganisation der Vereinten
Nationen (UNESCO) mit der Absicht gegründet, das Weltkulturerbe vor
Angriffen und Zerstörung durch Krieg und Naturkatastrophen zu
schützen. Der Name "Blue Shield" ist von den blauen
Kennzeichnungsschildern abgeleitet, die durch die Haager Konvention
von 1954 zum Schutz von Kulturgütern bei bewaffneten Konflikten
eingeführt wurden.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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