• 26.04.2012, 11:49:02
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  • OTS0164 OTW0164

BOKU räumt mit privaten Sicherheitskräften die Landbesetzung in Jedlersdorf

Infrastruktur wird zerstört, Gewalt gegen Besetzer_innen

Wien (OTS) - Am Dienstag, den 17. April wurde das brachliegende
Gelände des ehemaligen Versuchsgartens der Uni für Bodenkultur in
Jedlersdorf besetzt. In den vergangenen 10 Tagen hat die Gruppe
"SoLiLa - Solidarisch Landwirtschaften in Jedlersdorf" damit
begonnen, eine nachhaltige und solidarische Stadtlandwirtschaft
aufzubauen. Jetzt, in den Vormittagsstunden des 26. April lässt die
BOKU das Gelände mit privaten Sicherheitskräften räumen. Die
Sicherheitskräfte sind mit Motorsägen, Fräsen, LKWs und Containern
angerückt und beginnen, auch jahrelang von verschiedenen Initiativen
aufgebaute Hütten willkürlich zu zerstören. Zudem gehen die privaten
Sicherheitskräfte gewalttätig gegen die Besetzer_innen vor, die die
von ihnen aufgebaute Infrastruktur friedlich vom Gelände bringen
wollen. Es kam bereits zu Übergriffen und Verletzungen.

"Es ist unglaublich, dass die BOKU die Anlagen vor den Augen der
Studierenden zerstören lässt und ihre Sicherheitsfirma beauftragt,
brutal auf die eigenen Studierenden einzuprügeln!", empören sich die
Besetzer_innen.

Die Besetzer_innen setzen sich für eine weitere landwirtschaftliche
Nutzung der Flächen ein. Die geplante Bebauung soll dort nicht
stattfinden. Morgen, am Freitag, den 27. April findet um 10 Uhr vor
dem Gelände in der Gerasdorferstraße 5 eine Pressekonferenz statt,
bei der das weitere Vorgehen und die Forderungen bekannt gegeben
werden.

Hintergrundinformation:

Laut den Teilnehmenden der Besetzung soll eine nachhaltige und
regionale Nahrungsmittel-Versorgung fixer Bestandteil der
Stadtentwicklung Wiens werden. Um die dafür notwendige Erhaltung
landwirtschaftlicher Nutzfläche vor Ort zu sichern, wurde die brach
liegende Fläche des ehemaligen Versuchsgartens der Universität für
Bodenkultur in Jedlersdorf besetzt. Hier soll laut Plänen der
Bundesimmobiliengesellschaft ein Bauvorhaben umgesetzt werden. BIG
und BOKU halten sich zu den Details allerdings bedeckt.
Unterschiedliche Bürgerinitiativen, die an einer ökologischen Nutzung
der Fläche interessiert sind, wurden bisher nicht in die Gestaltung
der Vorhaben eingebunden.

Die Besetzer_innen fordern eine kollektive Nutzung der Fläche für
Gemeinschaftsgärten und
einen Betrieb nach dem Modell der"Community Supported Agriculture".
Die regionale Selbstversorgung der Bevölkerung soll durch
partizipative Modelle der Landwirtschaft gefördert werden. Es wird
verlangt, die Zukunft des BOKU-Versuchsgartens der kollektiven und
nachhaltigen Lebensmittelproduktion zu widmen. Neben dem Gemüseanbau
soll es Raum für Wissensaustausch und alternative Bildung geben, wie
z.B. Arbeit mit den Schüler_innen der benachbarten Schule. Weiter
sollen ein Ort der nachbarschaftlichen Begegnung sowie verschiedene
Werkstätten geschaffen werden. Mit der Erhaltung des Grünlandes soll
ein Beitrag zu einer nachhaltigen grünen Stadtentwicklung geleistet
werden. Zudem trägt die Fläche als lokaler CO\x{2588}-Speicher zum
Klimaschutz bei, so die Besetzer_innen.

Fotos von den gewaltsamen Übergriffen werden in Kürze zur Verfügung
stehen!

Rückfragehinweis:

Pressetelefon der Besetzer_innen: 0681/20143140,
[email protected]

soliLa Pressekonferenz bezüglich Räumung der besetzten Felder

 Am 26.04 wurden die besetzten Felder von privaten Securities der
 Universität für Bodenkultur brutal geräumt. Seit 17.04 hielten
 AktivistInnen diese besetzt, um auf die Verbauung von
 landwirtschaftlichem Gebiet aufmerksam zu machen und sich für eine
 solidarische und bedürfnisorientierte Nutzung einzusetzen.
 
 soliLa lädt VertreterInnen der Presse zu einer Pressekonferenz, um
 die aktuelle Situation sowie die Forderungen darzulegen. Neben
 AktivistInnen sind auch solidarische NachbarInnen angefragt. 

 Datum:   27.4.2012, 10:15 - 13:00 Uhr
 Ort:     Ehemalige besetzte Felder der Boku
          Gerasdorferstraße 105, 1210 Wien
 Url:     http://17april.blogsport.eu/

Rückfragehinweis:
Attac
Natascha Strobl, Attac-Pressesprecherin
Tel.: Tel.: 01/544 00 10, 0650/544 00 10
mailto:[email protected]
www.attac.at

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