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Vollversammlung AK Wien fordert Umverteilung der Arbeitszeit (1)

Wien (OTS) - Während viele unter dem Druck überlanger
Arbeitszeiten leiden, können andere mit den zur Verfügung gestellten Arbeitszeiten und dem damit erzielten Erwerbseinkommen kaum das Auslangen finden. Viele finden überhaupt keinen Zugang zu Erwerbsarbeit und sind arbeitslos bzw Arbeit suchend. Durch innovative Formen der Arbeitszeitverkürzung, sowie durch eine fairere Verteilung des bestehenden Arbeitszeitvolumens könnten erhebliche Beschäftigungseffekte erzielt werden. Selbst wenn nur ein Drittel der geleisteten Mehr- bzw Überstunden zu zusätzlicher Beschäftigung führen, könnten rund 60.000 Personen mehr am Arbeitsmarkt teil-haben. Die Vollversammlung der AK Wien fordert, das bestehende Arbeitsvolumen fairer - und somit auch auf mehr Beschäftigte - zu verteilen.

Von den unselbständig Erwerbstätigen haben im Jahresdurchschnitt 2010 rund 731.000 ArbeitnehmerInnen über 307 Mio Mehr- und Überstunden geleistet, wobei jede vierte unvergütet geblieben ist. Damit entgehen den ArbeitnehmerInnen rund 1,5 Mrd Euro an zusätzlichem Bruttoeinkommen pro Jahr. Unter den Mehr- und Überstundenleistenden gab es über 240.000 ArbeitnehmerInnen die regelmäßig mehr als zehn Überstunden pro Woche geleistet haben.

Die 157. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien fordert:
+ Wirksame Sanktionssysteme sowie Ausbau der öffentlichen Kontrolle in Bezug auf Arbeitszeitverletzungen (verstärkte Kontrolle korrekter Arbeitszeitaufzeichnung durch die Arbeitsinspektorate, ausreichende personelle und sachliche Ausstattung der Kontrollbe-hörden, Stärkung der Kontrollbefugnisse der Betriebsräte).
+ Verdoppelung von ArbeitnehmerInnenansprüchen bei mutwilliger Vorenthaltung von Mehr- und Überstundenentgelt durch den/die Arbeitgeber/in.
+ Verteuerung der Überstunden für Arbeitgeber in Form einer Arbeitgeberabgabe in der Höhe von 1 Euro pro geleisteter Überstunde. + Verkürzung der Arbeitszeit (ohne Minderung der Kaufkraft).
+ Erleichterung des Wechsels in Vollzeit bzw. in eine Beschäftigung mit mehr Stunden.
+ Gleiches Recht auf bezahlte Weiterbildungszeit für Beschäftigte im Ausmaß der wöchentlichen Arbeitszeit.
+ Hochwertiges und flächendeckendes Angebot an sozialer Infrastruktur, die Vollzeitarbeit ermöglicht: Ausbau der Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und Pflegeplätze für ältere Menschen.
+ Implementierung innovativer Arbeitszeitmodelle (zB Verbesserung des Gesundheitsschutzes, Förderung der beruflichen Entwicklung / Qualifikationssicherung) verbunden mit einem Ausbau der Beratungsangebote für Unternehmen.
+ Erhöhung des Teilzeitzuschlages für "Mehrarbeit" von 25 auf 50 Prozent.
+Einschränkung der Zulässigkeit von All-in-Klauseln (Vorgabe, dass das für die Normal-arbeitszeit zustehende Entgelt klar beziffert sein muss und somit das darüber hinausgehende Entgelt klar den Überstunden zugeordnet werden kann).
(Forts.)

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