- 25.04.2012, 12:10:50
- /
- OTS0174 OTW0174
Oesterreichs Energie Trendforum diskutierte Aktionsplan der E-Wirtschaft
Pläne für Aus- und Umbau des Energiesystems erfordern nationalen Schulterschluss
Wien (OTS) - Die Energielandschaft steht vor einem entscheidenden
Umbruch. Im Rahmen des aktuellen Trendforums, das unter dem Motto
"Zeit zum Handeln" stand, präsentierte Oesterreichs Energie seinen
Aktionsplan für die nächsten Jahre.
16,3 Milliarden Euro umfasst das Investitionsvolumen, mit dem die
österreichische E-Wirtschaft in die nachhaltige Energiezukunft
starten wird. Die Herausforderungen sind immens: Der Ausbau der Netze
und Produktionsanlagen muss vorangetrieben werden, die erneuerbaren
Energieträger in das System integriert und die Versorgungssicherheit
gewährleistet werden. Das seien Aufgaben, die einen umfassenden
Konsens über den Weg erforderten, sagte Barbara Schmidt,
Generalsekretärin von Oesterreichs Energie in ihrem Eingangsstatement
und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Diskussion darüber der
Startschuss zu einem nationalen Schulterschluss sein möge: "Einzelne
Regionen haben bereits vorgemacht, wie es gehen kann", so Schmidt.
Intelligentes Energiesystem erfordert rasches Handeln
Warum die Zeit für entschlossenes Handeln reif ist, erklärte Peter
Traupmann, Geschäftsführer der Austrian Energy Agency, in seinem
Diskussionsbeitrag. Aufgrund der Energie- und Klimavorgaben der EU,
die für Österreich einen Anteil erneuerbarer Energieträger von 34
Prozent am Gesamtenergieverbrauch vorsehen, werde ein Teil der
fossilen Energieträger im Verkehrs- und Wärmebereich künftig durch
Elektrizität ersetzt. Trotz verbesserter Energieeffizienz, so der
Experte, werde der Stromverbrauch daher langfristig um 15 bis 20
Prozent steigen. Österreich verfüge zwar über einen guten Mix an
erneuerbaren Energieträgern aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse,
diese müssten aber in ein intelligentes System integriert werden, das
den Ausbau von Leitungen, Speichern, Produktionsanlagen und den
Einsatz von intelligenten Messgeräten voraussetze. "Ein rasches,
beschleunigtes Handeln ist nötig, wenn diese Herausforderungen
gemeistert werden sollen, so Traupmann.
Richtungsentscheidung im gemeinsamen Dialog
Dass der österreichischen E-Wirtschaft künftig eine Schlüsselrolle
bei der Energieversorgung zukommen wird, davon zeigte sich auch Leo
Windtner, Vizepräsident von Oesterreichs Energie, überzeugt. Der
Aktionsplan von Oesterreichs Energie, der die dafür nötigen Maßnahmen
im Detail auflistet, trage dieser Erkenntnis Rechnung, so Windtner.
Deren Umsetzung erfordere aber große Anstrengungen, die nur in einem
Schulterschluss von Politik, Wirtschaft, NGOs und Bevölkerung
gewährleistet werden könne.
Seine Unterstützung hierfür signalisierte Klaus Kastenhofer,
politischer Geschäftsführer von Global 2000. Energie sei ein
zentraler Bereich, in dem es wichtig sei, die Kräfte zu bündeln und
zu klären, in welche Richtung man marschieren wolle. Dafür benötige
man eine vertrauensvolle Kommunikationsbasis, die die Bedenken der
anderen Seite berücksichtige. Er gab sich überzeugt, dass sich
bezüglich der Ausbauvorhaben der E-Wirtschaft über weite Strecken ein
Konsens finden lässt, "allerdings muss es auch eine Akzeptanz geben,
dass nicht alles möglich sein darf", so Kastenhofer.
Zum Dialog bereit erklärte sich auch Silvia Angelo,
Abteilungsleiterin Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer Wien. Die
Aussicht tausende neue Arbeitsplätze durch die Ausbaupläne der
E-Wirtschaft bewertete sie durchaus positiv, gleichzeitig brachte sie
aber ihre Sorge zum Ausdruck, dass die Beschäftigten der Branche an
den Unternehmenserfolgen nicht adäquat beteiligt würden. Ein
wichtiger Punkt war ihr auch der Hinweis darauf, dass der Aus- und
Umbau des Energiesystems nicht allein zu Lasten der Konsumenten gehen
und in keiner neuen Energiearmut enden dürfe. Windtner verwies in
diesem Zusammenhang darauf, dass die reinen Strompreise seit Jahren
stagnieren und dass die Transparenz durch das derzeitige Tarifsystem
für den Konsumenten in vollem Umfang gewährleistet sei.
Transparenz auf allen Ebenen
Information, Darstellung und Einbindung in die Projekte wünschen sich
hingegen die betroffenen Bürger, wusste Walter Leiss, Generalsekretär
des Österreichischen Gemeindebunds, aus seiner Praxis zu berichten.
Auf Anordnungen von oben reagierten viele Bürger oft allergisch -
diesen Widerstand könne man nur verhindern, wenn man mit ihnen rede
und sie in die geplanten Projekte einbinde. "Die Thematik der Energie
wird in der Bevölkerung erkannt, es gilt aber eine allgemeine
Bewusstseinsänderung zu kommunizieren", so Leiss. Den Gemeinden komme
hierbei eine Vorbildfunktion zu, die den Bürgern bewusst mache, was
nötig ist.
Dass der Weg in die neue Energiezukunft kein einfacher sein wird,
davon gaben sich alle Diskutanten überzeugt. Gleichzeitig herrschte
aber die allgemeine Zuversicht vor, dass man in einem gemeinsamen
Diskurs zu einem Konsens kommen werde, der alle Interessen
berücksichtigt.
Über Oesterreichs Energie
Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten
Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und
Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir
eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen
und informieren die Öffentlichkeit über Themen der
Elektrizitätsbranche.
Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000
Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und
betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die
Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte
2010 rund 60 Milliarden Kilowattstunden, davon 60 Prozent aus
nachhaltiger Wasserkraft.
Rückfragehinweis:
Oesterreichs Energie Ernst Brandstetter Pressesprecher Tel.: 0043 1 50198 - 260; Mobil: 0043 676 845019260 mailto:[email protected] www.oesterreichsenergie.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVE






