• 25.04.2012, 09:33:01
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Missbrauch: Sammelt Klasnic Kommission intimste Daten Betroffener für die Bischofskonferenz?

ARGE DATEN: "Unterlassungs- bzw. Schadenersatzmöglichkeiten prüfen"

Wien (OTS) - "Nach dem sexuellen Missbrauch erfolgt der
Datenmissbrauch", empört sich Sepp Rothwangl von der Plattform
Betroffener kirchlicher Gewalt. Heute wurde bekannt, dass die
Klasnic-Kommmission alle Daten eines Missbrauchsopfers an die
Bischofskonferenz weitergegeben hatte. Laut Auskunft des
Datenschutzbeauftragten der österreichischen Bischofskonferenz werden
neben Namen, Anschrift, Taufdaten und Kirchenaustrittsdaten auch die
Art des Missbrauchs, Orte des Missbrauchs, Namen von Therapeuten
sowie die gesammelte Korrespondenz zwischen Opfer und
Opferschutzanwaltschaft gespeichert, sowie Clearing-Daten, also jene
höchst sensiblen Informationen, die im psychologischen Gutachten zur
Ermittlung der Höhe des Schadensersatzes gesammelt werden. Während
ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen oder AnwältInnen per Gesetz zur
Geheimhaltung der sensiblen Daten ihrer KlientInnen verpflichtet
sind, setzt sich die Kirche über die geltende Rechtslage hinweg.

ARGE DATEN: Weitergabe an Bischofskonferenz ist überschießend

"Bei diesen Daten handelt es sich um um sensible Daten im Sinne
des DSG 2000", erklärt Hans G. Zeger von der ARGE Datenschutz. "Diese
dürfen nur unter bestimmten, engen Voraussetzungen verwendet und
weitergegeben werden." Konkret sei die Übermittlung von
Gesundheitsdaten an nicht facheinschlägige Dritte unzulässig. "Bei
einem stattgefundenen Datenmissbrauch müsste man prüfen, ob hier
Unterlassungs- bzw. Schadenersatzmöglichkeiten bestehen. Die
Weitergabe an die Bischofskonferenz, sollte sie tatsächlich
stattgefunden haben, erscheint mir überschießend", resümiert Zeger.
"Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Kirchen bei Besorgung
innerkirchlicher Angelegenheiten nicht dem Datenschutzgesetz
unterliegen, sondern sich eigene Regeln geben können."

Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt rät zu
Auskunftsantrag bei Klasnic Kommission

"Die Klasnic-Kommission schützt einerseits Täter, indem sie ihre
Identität anonym hält. Andererseits hat sie kein Problem damit,
vertraulichste Daten Betroffener weiterzugeben bzw. zentral zusammen
zu führen", ärgert sich Sepp Rothwangl von der Betroffenen-Plattform.
Die Plattform empfiehlt allen, die sich bei Klasnic gemeldet haben,
einen Antrag auf Datenschutzauskunft nach Datenschutzgesetz zu
stellen. "Wir können leider nicht ausschließen, dass mit den Daten
Betroffener weiterer Missbrauch betrieben wird. Zum wiederholten Male
zeigt sich hier, dass die Klasnic-Kommission nicht unabhängig ist,
sondern vielmehr im Auftrag der Bischofskonferenz handelt."
Auf www.betroffen.at ist ein Vordruck des Antrags auf Datenabfrage an
die Klasnic-Kommission zum Download bereit.

www.betroffen.at
www.argedaten.at

Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR
Mobil: +43-664-412-1491
mailto:[email protected]

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