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OTS0280   24. Apr. 2012, 17:18

Neues Volksblatt: "Keine Bedrohung?" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 25. April 2012


Ob den Anti-Atom-Vereinen die Spendenabsetzbarkeit
zugestanden wird, ist eine Angelegenheit zwischen den vereinen und
den Finanzbehörden. Spontan würde man sagen, ja, die Spender sollen
das steuerlich geltend machen können. Aber auch die Sorge im
Finanzministerium ist nicht von der Hand zu weisen, dass dann die
Erzeuger alternativer Energieanlagen kommen, mit dem Hinweis, sie
seien für den Umwelt mindestens so wichtig wie die Anti-Atom-Vereine.
Aber was sich ein Finanzbeamter denkt, wenn er in einen Brief an
einen Anti-Atom-Verein hineinschreibt, dass die Erzeugung von
Atomstrom keine Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen darstelle
und durch die Nutzung von Atomkraft keine Umweltschädigung vorliege,
dann ist das nicht mehr nachzuvollziehen. Hat der Mann Tschernobyl
und Fukushima verschlafen? Und ist ihm entgangen, dass Österreich
einen konsequenten Anti-Atom-Kurs fährt, und Oberösterreich ganz
besonders?
Der Brief aus dem Finanzamt ist eine Dummheit oder eine Provokation -
aber sicher kein Grund für den Rücktritt der Ministerin, wie das von
der FPÖ reflexartig gefordert wird. Wäre dem so, dann müsste auch der
FPÖ-Chef zurücktreten, wenn einem Blauen ein brauner Rülpser
auskommt. Aber den gibt's noch.
Ein bisschen Fairness ist doch nicht zu viel verlangt; oder doch?

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0280 2012-04-24 17:18 241718 Apr 12 NVB0001 0212



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