- 24.04.2012, 17:13:12
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"Turbo" für die nachhaltige Energiezukunft
Oesterreichs Energie präsentiert Aktionsplan der E-Wirtschaft
Wien (OTS) - Mit einem Aktionsprogramm, das Investitionen von 16,3
Milliarden Euro umfasst, startet Österreichs E-Wirtschaft den Turbo
für die nachhaltige Energiezukunft. "Wir wollen die verfügbaren
Erzeugungspotenziale nutzen, zusätzliche Speicher schaffen, einen
sicheren Stromtransport mit geringen Verlusten durch zeitgemäße und
leistungsfähige Netze gewährleisten, Effizienzpotenziale heben und
Zukunftschancen für unsere Branche nutzen", erklärte Leo Windtner,
Vizepräsident von Oesterreichs Energie und Vorstandsvorsitzender der
Energie AG Oberösterreich.
Österreichs E-Wirtschaft setzt damit den Trend steigender
Investitionen fort.
Windtner: "Die Energiewende und die intensiven Bestrebungen zur
Reduktion der Treibhausgase haben die E-Wirtschaft zur
Schlüsselbranche für die gesamte Volkswirtschaft gemacht und wir
zünden jetzt den Turbo für die Energiezukunft. Oesterreichs Energie
wird sich mit innovativen Konzepten und großem Elan den als richtig
erkannten Zielen widmen." Dazu gehören der Ausbau der erneuerbaren
Energien, der Ausbau der Netze und Speicher und die Einführung
richtungweisender Energiedienstleistungen. Zusätzlich braucht man
thermische Kraftwerke als Backup und Ausgleich für die schwankende
Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Der aktuelle Stand der
Maßnahmen ist im Aktionsplan von Oesterreichs Energie
zusammengefasst.
3,5 Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom pro Jahr zusätzlich
Insgesamt befinden sich Kraftwerksanlagen mit Engpassleistungen von
9600 Megawatt (MW) in Bau bzw. sind von den österreichischen
Elektrizitätsunternehmen bis 2020 bereits konkret geplant. Davon
entfallen auf Laufwasserkraftwerke zirka 650 MW, auf
Pumpspeicherkraftwerke 5000 MW, auf Ökostromanlagen zirka 750 MW und
auf thermische Kraftwerke rund 3200 MW. Mit den neuen Kapazitäten vor
allem aus Wasserkraft und Windkraft wird die Stromproduktion aus
erneuerbaren Energien um 3,5 Milliarden Kilowattstunden jährlich
steigen.
Im Wasserkraftbereich sind zehn Laufwasserkraftwerksprojekte und
sechs Pumpspeicherkraftwerke in Bau. Die Liste der Projekte in
Planung und Verfahren umfasst derzeit 31 Laufkraftwerke und zwölf
(Pump)-Speicherkraftwerke. Im thermischen Bereich gibt es insgesamt
sieben Projekte, 18 Projekte gibt es bei neuen erneuerbaren Energien.
Damit setzt sich die Investitionsoffensive, die bereits vor einigen
Jahren begonnen hat fort. Bereits im Zeitraum von 2008 bis
einschließlich 2011 konnte eine zusätzliche Erzeugung von rund 450
Millionen Kilowattstunden verwirklicht werden.
Im Bereich der Übertragungs- und Verteilnetze sind in den kommenden
zehn Jahren Investitionen von 8,2 Mrd. Euro geplant. Dazu kommen
voraussichtlich die Kosten für die Installation der Smart Meter und
den Ausbau smarter Netze. Insgesamt ergeben sich damit in Summe
voraussichtlich Netzinvestitionen von 13 Mrd. Euro bis 2020.
E-Wirtschaft investiert in die Zukunft
2010 wurden laut dem jüngsten Investitionstest 700 Mio. Euro in
Kraftwerke investiert, die Netzinvestitionen betrugen 760 Mio. Euro.
Zusammen mit den "sonstigen Investitionen" ergibt das ein jährliches
Investitionsvolumen von 1,55 Milliarden Euro. Damit sicherte die
E-Wirtschaft rund 14.500 Arbeitsplätze und löste einen
gesamtwirtschaftlichen Produktionseffekt von 2,9 Mrd. Euro aus, von
denen 1,9 Mrd. Euro auf heimische Wertschöpfung entfielen.
Aufbau von innovativen Energieservices
In den kommenden Jahren wird Österreichs E-Wirtschaft innovative
Energieservices aufbauen, um ihren Kunden neue und zusätzliche
Dienstleistungen anzubieten und dafür kundenfreundliche, effektive
Geschäftsmodelle entwickeln. Oesterreichs Energie hat vier
Handlungsfelder für die Energiezukunft definiert, die in den
kommenden Jahren verstärkt ausgebaut werden sollen:
+ Das Elektrizitätsunternehmen als umfassender Energieberater - wer
ein Haus baut oder saniert, oder sich Gedanken über seine
Energieversorgung macht, soll von der E-Wirtschaft ein umfassendes
Dienstleistungsangebot erhalten.
+ Angebote für kleine und mittlere Unternehmen - als externe Partner
will die
E-Wirtschaft KMU bei der Erschließung von Einsparpotenzialen
unterstützen.
+ Neue Dienstleistungen für Energiekunden im Zusammenhang mit smarten
Anwendungen - für Elektrizitätsunternehmen ergibt sich im
Zusammenhang mit dem bevorstehenden Rollout von Smart Metern die
Chance, die dann ergänzenden bzw. zeitnah verfügbaren Informationen
für das Angebot von neuen Dienstleistungen nutzbar zu machen. Die
Unternehmen der E-Wirtschaft werden ihren Kunden Services anbieten,
die Kosteneinsparungen, verbesserten Komfort und innovative
Funktionalitäten inkludieren.
+ (Städtischer) Lieferverkehr mit Elektro-Nutzfahrzeugen als Einstieg
in die
E-Mobilität - der Einsatz von elektrischen Lieferfahrzeugen erscheint
vor allem im Stadtverkehr besonders sinnvoll. Besonders geeignet
erscheinen die elektrischen Nutzfahrzeuge für Betriebe mit
regelmäßigen Kundenbesuchen in einem begrenzten Einzugsbereich. Ihnen
sollen im Rahmen von Allianzen mit anderen Playern des
Mobilitätsbereichs Gesamtpakete mit einem zentralen Ansprechpartner
(onestop-shop), bestehend aus Fahrzeug, Ladestation, Finanzierung und
evtl. eigenem Stromprodukt (100 Prozent Ökostrom) angeboten werden.
Verzögerungen gefährden Energie- und Klimaziele
Netzinvestitionen oder Wasserkraftprojekte benötigen aufgrund der
umfangreichen Genehmigungserfordernisse Planungs- und
Projektierungszeiträume von bis zu drei Jahren und der Bau dauert
dann weitere drei bis fünf Jahre. Windtner: "Daher müssen
Wasserkraftwerksprojekte, die zur Erfüllung der Zielwerte bis 2015
die Erzeugung von
CO2-freiem Strom und die Bereitstellung von Speicher bzw. Ausgleichs-
und Regelenergie sicherstellen sollen bis allerspätestens Ende 2012
rechtskräftig genehmigt sein." Tatsächlich überschreiten nahezu alle
Genehmigungsverfahren der aktuellen Projekte diese Fristen, teilweise
um ein Vielfaches. Auch bei Netzprojekten gibt es große
Verzögerungen.
Maßnahmen und Aufgaben zur Sicherung der Energiezukunft
+ nationaler Schulterschluss (Gebietskörperschaften, Politik,
E-Wirtschaft) und das allgemeine Bekenntnis zu heimischen
Energieinfrastrukturprojekten
+ Umsetzung der Energiestrategie und deren Potenziale
+ Hohe Investitionen in die Elektrizitätsnetze und die Stromerzeugung
+ Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Projekte, die zur
Zielerreichung "positive Strombilanz durch Erhöhung der
Eigenerzeugung und Effizienz" führen
+ Katalog prioritärer Infrastrukturprojekte
+ Aufklärung und Dialog mit der Bevölkerung
+ Schaffung und Absicherung von Investitionsbedingungen insbesondere
für die Netzbetreiber (regulierter Bereich)
+ Neue innovative Services der E-Wirtschaft für ihre Kunden als
vierte Säule der Geschäftstätigkeit neben Erzeugung, Vertrieb und
Transport von Strom
Energiezukunft erfordert entschlossenes Handeln
Die Rahmenbedingungen für die Energiezukunft stehen fest, die
Umsetzung erfordert aber entschlossenes Handeln, erklärte der
Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, Peter Traupmann:
"Auf EU-Ebene wurden im Klima- und Energiepaket maßgebliche Ziele
festgelegt, die die EU und ihre Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2020
erreichen müssen. Österreich ist im Zusammenhang mit dem Klima- und
Energiepaket dazu verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energieträger
am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 34 Prozent zu erhöhen."
Darüber hinaus sind die Treibhausgasemissionen in jenen Bereichen,
die nicht dem Emissionshandel in der EU unterliegen, bis 2020 um
mindestens 16 Prozent (gegenüber 2005) zu reduzieren und die
Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen. Zusätzlich gibt es die
Energiestrategie Österreich sowie die Low Carbon Road Map und die
Energy Road Map 2050 der EU.
Elektrische Energie, so Traupmann, wird weiter an Bedeutung gewinnen
und einen Teil der fossilen Energieträger im Verkehrsbereich und im
Raumwärmebereich ersetzen. Trotz Steigerung der Energieeffizienz wird
der Stromverbrauch in Österreich daher langfristig um weitere 15 bis
20 Prozent steigen. Die Liberalisierung des Strommarktes und der
starke Ausbau erneuerbarer Energieträger verändern zudem auch die
Anforderungen an Übertragungs- und Verteilernetze. Traupmann: "Die
Entwicklung aller Potenziale für einen nachhaltigen Energiemix wird
das ganze Energiesystem verändern. Die vorhandene
Energieinfrastruktur muss insgesamt bestmöglich genutzt und gesteuert
werden. Auch ein Ausbau von Übertragungsnetzen und
Speicherkapazitäten wird für die Versorgungssicherheit und die
Integration der erneuerbaren Energien erforderlich sein. Strom wird
als Energieform daher weiter an Bedeutung innerhalb des
Energiesystems gewinnen."
Netze werden smart
Die Verteilernetze werden aus Sicht Traupmanns zu Smart Grids
weiterentwickelt werden, um den Ausbau dezentraler Erzeugung zu
unterstützen und zusätzliche neue Dienstleistungen zu ermöglichen.
Die bis 2020 zu erwartende Ausstattung eines Großteils der Endkunden
mit intelligenten Messgeräten (Smart Meters) werde die Grundlage
dafür bilden. "Die Zukunft wird auch einen Wandel der
Geschäftsmodelle der Branche bringen. Aus Energielieferanten werden
Provider von Energieservices, die eine völlig neue Rolle in
Gesellschaft und Wirtschaft übernehmen werden. Auch hier ist die
E-Wirtschaft schon aktiv und der Aktionsplan präsentiert weitere
Kernthemen", so Traupmann.
Rückfragehinweis:
Oesterreichs Energie Ernst Brandstetter Pressesprecher Tel.: 0043 1 50198 - 260; Mobil: 0043 676 845019260 mailto:[email protected] www.oesterreichsenergie.at
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