• 23.04.2012, 10:38:22
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  • OTS0079 OTW0079

Brunner: Tierversuche reduzieren und Ersatzmethoden fördern

Grüne fordern gesetzliche Verankerung der ethischen Bewertung von Tierversuchen

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen "Internationalen Tages zur
Abschaffung der Tierversuche" fordern die Grünen, eine gesetzliche
Verankerung der ethischen Bewertung von Tierversuchen. "Minister
Töchterle muss gesetzlich sicherstellen, dass ein unabhängiges
Gremium die Notwendigkeit eines Tierversuches prüft. Es muss endlich
auch inhaltlich überprüft werden und nicht nur, ob die Formulare
richtig ausgefüllt sind. Kernstück eines solchen
Genehmigungsverfahrens muss dabei eine gewissenhafte ethische
Bewertung mit Hilfe eines noch zu erstellenden Kriterienkatalogs
sein", fordert Christiane Brunner, Tierschutzsprecherin der Grünen.

Die Grünen wollen, dass die Genehmigungsverfahren im Sinne des
Tierschutzes verschärft werden, die Ersatzmethoden zu Tierversuchen
stärker gefördert und die Anzahl der Tierversuche EU-weit deutlich
verringert werden. "Wenn es nach mir ginge, müsste das neue
EU-Tierversuchsgesetz nur einen Satz enthalten: Tierversuche sind
ausnahmslos verboten. Das würde den Tod der mehr als zwölf Millionen
Tiere in Europas Labors beenden", meint Brunner.

Doch die EU-Richtlinie erlaubt den einzelnen Mitgliedstaaten nicht
strengere Maßstäbe anzusetzen. Es besteht in einigen Punkten
juristischer Spielraum, z.B. durch 'Kann'-Bestimmungen, so dass
Verbesserungen für die Tiere durchaus möglich sind.
"Viele Tierversuche sind nicht notwendig, weil es bereits
Alternativen zum Tierversuch gibt, zum Beispiel mit Zellkulturen und
Computersimulationen. Diese Methoden sorgen für mehr Sicherheit ohne
zusätzliches Tierleid. Die Weiterentwicklung von Alternativmethoden
und deren raschere Anerkennung und Anwendung würde vielen Tieren
großes Leid und den sicheren Tod ersparen und ist daher dringend zu
fördern. Wir fordern die verpflichtende Anwendung tierversuchsfreier
Methoden bei Verfügbarkeit und nicht erst, wenn die Methode nach
Unionsrecht anerkannt ist, was Jahre oder Jahrzehnte dauern kann",
betont Brunner.

Jährlich werden Millionen von Versuchstieren für die Entwicklung von
Arzneimitteln, zur Erforschung von Krankheiten, bei der Herstellung
von Agrar- und Industriechemikalien gequält und getötet. Viele dieser
Tierversuche sind sinnlos, weil sich die Ergebnisse am künstlich
geschädigten Versuchstier nicht mit der nötigen Sicherheit auf den
Menschen übertragen lassen.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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