• 20.04.2012, 12:42:00
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BZÖ: Grazer Tierabnahme: Grossmann und Grosz erzielen "gute Lösung für Tier und Mensch"

Klärung des Verbleibs von 29 Tieren angeordnet

Graz (OTS) - Eine "gute, vernünftige und menschliche Lösung" im
Interesse des Tierschutzes aber auch jener Tierhalterin, deren
geliebte Tiere ihr Anfang Jänner in Graz wegen Überforderung
abgenommen worden waren, erzielten heute der für Tierschutz
zuständige Grazer SPÖ-Stadtrat Michael Grossmann und der steirische
BZÖ-Chef Abg. Gerald Grosz im Zuge eines Gesprächs im Grazer Rathaus.
Auch der Obmann des Aktiven Tierschutzes Steiermark "Arche Noah"
Herbert Oster war - aus Termingründen telefonisch - in die Beratungen
eingebunden. Am Gespräch nahmen auch der Behördenvertreter des Grazer
Veterinäramtes sowie die auch als "Katzenmutter vom Schlossberg"
bekannte Tierhaltern Frau S. D. teil.

"Frau D. bekommt vier ihrer Katzen und ihren Hund umgehend zurück.
Die laufende Kontrolle der Tierhaltung übernehmen die
vertrauensvollen Tierinspektoren des Aktiven Tierschutzes "Arche
Noah". Für die weiteren zehn Katzen - die dankenswerterweise im
Tierschutzhaus Arche Noah noch in Pflege sind - wurden bereits gute
Plätze gefunden. Die Vorgänge rund um die Tierabnahme und die
Zustände im Landestierheim Grabenstraße werden einer Überprüfung
unterzogen. Hier wurde im Interesse der Tiere, im Interesse des
Tierschutzes und der Tierhalterin eine gute Lösung erzielt",
berichten die Teilnehmer nach dem Gespräch.

BZÖ brachte parlamentarische Anfrage an Gesundheitsminister
Stöger wegen der Missstände im Landestierheim Grabenstraße ein

Heftige Kritik äußerte Grosz einmal mehr am Landestierheim in der
Grazer Grabenstraße aber auch an der Vorgangsweise der Grazer
Amtstierärzte und der Fachabteilung 10A der steirischen
Landesregierung. "Unabhängig von der nun zustande gekommenen Lösung
für Frau D. nach der Abnahme ihrer Tiere werden wir jetzt alles daran
setzen, diese Missstände aufzuklären und schlussendlich auch
abzustellen. Es kann und darf nicht sein, dass Amtstierärzte der
Stadt Graz Nebentätigkeiten im großen Stil ausüben und schon aus
diesen Gründen befangenheitsanfällig sind. Diesbezüglich wurden im
gestrigen Grazer Gemeinderat Anfragen an den Bürgermeister
eingebracht", so Grosz.

Auch der Verbleib von 29 Tieren aus der Abnahme im Jänner wird zu
klären sein. Von den 52 Tieren wurde acht offensichtlich "schmerzlos
getötet". "Wir werden den Verbleib dieser 29 Tiere lückenlos
aufklären und dokumentieren lassen", so der BZÖ-Mandatar.

"Es scheint im Landestierschutzheim in der Grabenstraße gängige
Praxis zu sein, dass Tiere nicht nach ihrem tatsächlichen
Gesundheitszustand beurteilt werden, sondern dass die abgenommen
Tiere zwischen "vermittelbar" und "nicht vermittelbar" aussortiert
werden, was einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt. Von den 52
abgenommenen Tieren von Frau D. litt zum Zeitpunkt der Abnahme kein
einziges Tier an einer schweren Erkrankung, die eine gezielte Tötung
rechtfertigen würde.

Laut Grosz trat der Trägerverein des Tierheims bereits in den Jahren
1993 und 2004 unangenehm ans Licht der Öffentlichkeit. Im Jahr 2004,
unter derselben Leitung, wandten sich zwei junge Pflegerinnen an die
Staatsanwaltschaft, da Tiere ungenügend medizinisch versorgt und
Hilfeleistungen an Tieren generell unterlassen wurden. Die
Ermittlungen wurden eingestellt, da der "Vorsatz" des Tierquälens
nicht nachweisbar war. Hier wird Justizministerin Beatrix Karl auch
genügend Raum bekommen, die Vorgangsweise der Justiz im Bezug auf den
"Vorsatz" dem Nationalrat ausreichend zu erläutern. Im Jahr 1993
brachte es der inzwischen verstorbene Vorgänger des derzeitigen
Leiters noch nüchtern und emotionslos gegenüber den Medien zum
Ausdruck:"Tierschutz ist nichts für sensible Menschen. Was soll ich
mit Katzen anfangen die man nicht angreifen kann. Dasselbe gilt für
bissige Hunde. Die Haltung kostet doch nur eine Menge Geld." Der
damals "durchführende Tierarzt" ist nun der Leiter dieser Anstalt",
begründet Grosz eine parlamentarische Anfrage an Gesundheitsminister
Stöger, die im Rahmen der gestrigen Plenarsitzung des Nationalrates
eingebracht wurde. Weitere Initiativen wurden auch im Zuge der
gestrigen Gemeinderatssitzung eingebracht. "Tierschutz besteht nicht
aus Gewinnmaximierung und Geschäftemacherei. Es ist im Interesse der
Stadt, des Landes aber auch der Republik ein Exempel zu statuieren.
Ich lasse mich in dieser Kontrolltätigkeit auch von unheiligen
Allianzen nicht behindern und schon gar nicht nötigen", so Grosz
abschließend.

Rückfragehinweis:
BZÖ Steiermark / Presse

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