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Die GewinnerInnen des pro:woman Awards 2012 stehen fest

Wien (OTS) - Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurde
gestern Abend der "pro:woman Award 2012" verliehen.

Der Preis wurde für wissenschaftliche Arbeiten, welche die Themen Familienplanung, Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und sexuelle Rollenbilder erforschen, ausgeschrieben.

Die Verleihung des Awards in vier Fachbereichen wurde durch die Fachjury, Univ. Prof.in Dr.in Karin Gutierrez-Lobos, Vizerektorin für Personalentwicklung und Frauenförderung der Medizinischen Universität Wien, a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, Univ.-Prof. Dr. Thomas A. Bauer, Ordinarius für Medienkultur und Medienbildung am Institut für Publizistik der Universität Wien sowie durch Univ.-Prof. Dr. Franz X. Eder, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien, vorgenommen.

Unter allen Einreichungen wurde ein Sonderpreis der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) vergeben. Diesen hat die Präsidentin der ÖGF, Dr.in Claudia Linemayr-Wagner, überreicht.

Den Ehrenschutz des pro:woman Awards trägt die Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst, Gabriele Heinisch-Hosek.
Der pro:woman Award wurde mit einem Preisgeld von jeweils EURO 2.000 dotiert.

Folgende Arbeiten wurden prämiert:

Fachbereich Medizin
Preisträgerin: Ass. Prof.in OA Dr.in Daniela Dörfler
Ass. Prof.in an der Frauenklinik Wien, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe
Titel der Arbeit: "Anogenitale HPV-Infektion im Kindes- und Jugendalter"

Fachbereich Psychologie und Pädagogik
Preisträgerin: Mag.a Dr.in Eva Brunner
FH-Prof.in für Angewandte Sozialwissenschaften Studienbereich Gesundheit und Soziales FH Kärnten
Titel der Arbeit: "Assessing Conference Impact on the Public"

Fachbereich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Preisträgerin: Mag.a Dr.in Doris Allhutter
Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Titel der Arbeit: "Dispositive digitaler Pornografie. Zur Verflechtung von Ethik, Technologie und EU-Internetpolitik"

Fachbereich Sozial-und Kulturwissenschaften
Preisträgerin: Mag.a Dr.in Christa Putz
Historikerin
Titel der Arbeit: "Verordnete Lust. Sexualmedizin, Psychoanalyse und die 'Krise der Ehe', 1870-1930"

Der Sonderpreis der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung ging an:
MMag.a Susanne Schwab, M.A.
Titel der Arbeit: "Ungeplante Schwangerschaften junger Eltern. Sexualität, Familie und Beruf aus geschlechtsspezifischer Betrachtung.

"Im Rahmen unserer mehr als 30-jährigen Tätigkeit sind wir mit den komplexen Bereichen der Familienplanung, der Verhütung, des Schwangerschaftsabbruchs und sexueller Rollenbilder konfrontiert", so Elke Graf, Leiterin des pro:woman Ambulatoriums am Fleischmarkt. "Es ist uns wichtig, unsere langjährige, praktische Erfahrung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verknüpfen und die Ergebnisse in unsere tägliche Praxis einfließen zu lassen. Die Unterstützung durch die Frauenministerin Heinisch-Hosek, die den Ehrenschutz des Awards übernommen hat, sowie die hochkarätige Fachjury, die die eingereichten Arbeiten bewertet hat, gibt dem pro:woman Award einen besonderen Stellenwert in unserer mitunter sehr schwierigen täglichen Arbeit.", so Graf.

Mit dem pro:woman Award 2012 wurde bereits zum zweiten Mal eine Plattform für ExpertInnen aus vier ausgewählten Fachgebieten geschaffen, methodisch zu arbeiten und die Ergebnisse öffentlich zu präsentieren.

"Frauen haben ein Recht auf gesundheitliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung über ihren Körper, und die Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs ist ein Ausdruck davon", so Frauenministerin Heinisch-Hosek. "Natürlich ist ein Schwangerschaftsabbruch kein Ersatz für Verhütung. Beratung, Information und auch ein kostengünstiger, niederschwelliger Zugang zu Verhütungsmitteln sind wichtig, um eine aufgeklärte Entscheidung über den eigenen Körper treffen zu können. Deswegen finde ich das Engagement von Einrichtungen wie pro:woman für Aufklärung und Sexualerziehung so überaus wichtig."

"Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung in den Bereichen Familienplanung, speziell im Bereich sexueller Rollenbilder in der Gesellschaft wichtig und es ist gut, dass es eine Plattform für die Präsentation wissenschaftlicher Arbeit in diesen Bereichen gibt.", so die Frauenministerin weiter.

"Als Expertin bemüht sich die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung sowohl Innovation als auch hohe Standards bei der Bereitstellung von Dienstleistungen zu fördern. Die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen und Innovationen ist für die Weiterentwicklung der reproduktiven Gesundheitsfürsorge unerlässlich. Aus diesem Grund freuen wir uns, einen Sonderpreis für wissenschaftliches Engagement im Bereich reproduktiver Gesundheit/Familienplanung vergeben zu können.", so die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung, Dr.in Claudia Linemayr-Wagner zum erstmals vergebenen Sonderpreis.

Im Anschluss an die Verleihung wurde der Film "Der lange Arm der Kaiserin", ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler, erstmals in Wien gezeigt. Der Film beschäftigt sich mit der Zeit vor der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und zeigt eindrucksvoll Protagonistinnen und Zeitzeuginnen sowie Zitate und Dokumente aus dieser Zeit. Susanne Riegler hat den Film der 2010 verstorbenen ehemaligen Frauenministerin und Vorkämpferin für Frauenrechte in Österreich, Johanna Dohnal gewidmet.

pro:woman Ambulatorium, Zentrum für Vasektomie

Das pro:woman Ambulatorium / Zentrum für Vasektomie wurde 1979 am Standort Fleischmarkt 26, 1010 Wien, zunächst als Ordination gegründet und später als Tagesklinik bzw. Krankenanstalt registriert. Basis für seine Tätigkeit ist die sog. Fristenlösung (§97 StGB -Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruches bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats), die 1975 in Österreich eingeführt wurde. Das Ambulatorium war österreichweit die erste Klinik, die sich dieser Thematik gewidmet hat.

Die Hauptdienstleistungen des Ambulatoriums sind:

  • Durchführung von medikamentösen und operativen Schwangerschaftsabbrüchen
  • Sterilisation für die Frau (Tubenligatur)
  • Sterilisation für den Mann (Vasektomie)
  • Beratung in allen Fragen der Empfängnisverhütung
  • psychologische Beratung bei Schwangerschaftskonflikten
  • Präventionsarbeit (Sexualmedizinische- und pädagogische Aufklärung)

Das Ambulatorium sowie das integrierte Zentrum für Vasektomie beschäftigen rund 35 ÄrztInnen, Krankenschwestern, Psychologinnen, Pädagoginnen sowie Lebens- und Sozialberaterinnen.

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