• 20.04.2012, 09:37:01
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Becker: Jetzt Europas Hochschulen stärker an Bedürfnissen der Studierenden ausrichten

EU-Parlament richtet "dringenden Ruf" an Mitgliedsländer, die Hochschulsysteme zu modernisieren

Straßburg, 20. April 2012 (OTS) Das EU-Parlament richtet heute
einen Appell an die Mitgliedstaaten der EU, mehr für die
Modernisierung der Hochschulsysteme zu tun. Die Parlamentarier
wollen, dass die Qualität der Lehre gesteigert wird, die Mobilität
der Studierenden zwischen Universitäten gewährleistet wird und die
Hochschulen ausreichend finanziert werden. Außerdem müsse stärker
den Bedürfnissen von Studenten mit unterschiedlichen sprachlichen
und ethnischen Hintergründen Rechnung getragen werden. "Zwei Ziele
haben für mich auf europäischer Ebene Priorität: die Mobilität der
Studierenden und die Pluralität der Studienangebote. Die Hochschul-
Modernisierung muss einerseits auf den Bedarf am Arbeitsmarkt
abzielen, andererseits aber auch Studien, die nicht unmittelbare
wirtschaftliche Priorität haben, gebührend Raum geben", so Heinz K.
Becker, Bildungssprecher der ÖVP im EU-Parlament. Europa könne im
weltweiten Wettbewerb nur bestehen, wenn entsprechende Fortschritte
bei der Modernisierung gemacht würden. ****

"Wir richten heute einen dringenden Ruf an die Regierungen der
Mitgliedstaaten, endlich den einheitlichen Europäischen
Hochschulraum zu verwirklichen. Bisher ist noch nicht in allen
Staaten alles Machbare geschehen. Viele Länder denken immer noch zu
stark in ihrem Kastl", so Becker. Außerdem müssten die Hochschulen
Europas stärker an den Bedürfnissen der Studierenden ausgerichtet
und die Akademiker-Quote insgesamt erhöht werden, fordert Becker.
Die EU hatte sich 2010 zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 mindestens
40 Prozent der 30-bis-34-Jährigen in Europa Hochschulabsolventen
sein sollten. Bisher haben aber nur 26 Prozent aller Arbeitskräfte
eine solche Qualifikation. Becker warnt aber davor, nur auf die
Statistik zu schauen: "Im angelsächsischen Raum werden
Ausbildungen, die in Österreich und Deutschland Berufsausbildungen
im dualen System sind, als Hochschulbildung gewertet. Wir müssen
daher dafür sorgen dass unser duales System im internationalen
Vergleich äquivalent anerkannt wird", so Becker.

Die EU-Abgeordneten schlagen auch vor, "klare und einheitliche
Kriterien zur Bildung paneuropäischer Rankings der
Hochschuleinrichtungen einzuführen". Damit solle künftigen
Studierenden eine bessere Auswahl der Hochschulen ermöglicht
werden. "Die nächste Generation muss optimale Studienangebote
sowohl für attraktive Berufskarrieren, als auch für die oft
fälschlich als Orchideenstudien bezeichneten Richtungen vorfinden.
Denn wir müssen Europas Wettbewerbsfähigkeit nicht nur auf
kommerzieller, sondern auch auf der Bildungs-Ebene ausbauen. Im
Gegensatz zur Mobilität liegen für die Pluralität der
Studienangebote aber noch keine zielorientierten europäischen
Programme vor. Auch hier besteht Handlungsbedarf", so Becker
abschließend.

Rückfragen:
Heinz K. Becker MEP, Tel.: +32-2-284-5288
([email protected])
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-384784
([email protected])

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