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OTS0290   19. Apr. 2012, 15:46

ISPA: Festplattenabgabe löst keine Probleme

Der richtige Zeitpunkt über ein Internet-fittes Urheberrecht nachzudenken ist jetzt!


Zwtl.: Die Festplattenabgabe ist ein Symptom nicht
mehr zeitgemäßer Geschäftsmodelle

"Die Leerkassettenvergütung auf Festplatten ist ein weiterer
Versuch der Verwertungsindustrie, wirtschaftliche Löcher veralteter
Geschäftsmodelle verzweifelt zu stopfen. Was NutzerInnen,
KünsterInnen und AutorInnen wirklich brauchen ist eine Überarbeitung
des Urheberrechts mit Lösungen, die das Urheberrecht Internet-fit
machen. Die Internet Service Provider lehnen daher alle Bestrebungen
ab, auf politischer Ebene kurzfristig Aktionen zu setzen bevor die
österreichischen Gerichte die dazu anhängigen Fälle endgültig
entschieden haben.", kommentiert ISPA Generalsekretär Maximilian
Schubert den jüngsten Vorstoß der Kulturministerin Claudia Schmidt
die Festplattenabgabe noch bis Ende 2012 gesetzlich verankern zu
wollen. Erst vor wenigen Wochen ist ein derartiges Verfahren beim OGH
eingelangt.

Festplatten sind multifunktionale Geräte

"Es ist nicht nachvollziehbar, warum eindeutig multifunktionale
Geräte, die von KundInnen vermehrt dazu genutzt werden, um ihre
selbst erzeugten Inhalte wie z.B. Fotos, abzuspeichern nun schon
wieder als Geldbringer herangezogen werden.", konkretisiert
Maximilian Schubert seine Kritik an der Festplattenabgabe.

Gebühr hemmt innovative Internet-Dienste

Für die KundInnen von Internet Service Providern, die multimediale
Inhalte legal online beziehen, ist diese Gebühr eine hohe,
zusätzliche finanzielle Belastung. Denn: "Um multimediale Inhalte
online anbieten zu können, müssen Content-Anbieter einerseits bereits
Abgaben für das mechanische Vervielfältigungsrecht an die Austro
Mechana zahlen. Andererseits werden die KundInnen nochmals zur Kassa
gebeten, sobald sie die rechtmäßig erworbenen Inhalte speichern
wollen. Im Endeffekt werden die KundInnen somit doppelt zur Kasse
gebeten.", so der ISPA Generalsekretär.

Nachteile für den Wirtschaftsstandort Österreich

Das Internet ist global und bei der Wahl des Standorts für z.B
einen Cloud Service spielen wirtschaftliche Überlegungen eine
essentielle Rolle. "Die Schritte der Verwertungsgesellschaften zielen
zweifelllos in Richtung einer "Cloud Tax" und dies steht einem
weiteren Ausbau des IT-Wirtschaftsstandortes Österreich diametral
entgegen. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Interessen der
Verwertungsgesellschaften zu einem Nachteil für österreichische
Unternehmen am globalen Markt führen.", bringt es Maximilian Schubert
auf den Punkt.

ISPA Forderung: Das Urheberrecht "Internet-fit" machen

"Auf der einen Seite werden mehr legale Medien-Angebote über das
Internet gefordert, auf der anderen Seite versuchen
Verwertungsgesellschaften dies durch ständig neue Stolpersteine zu
verhindern. Alle Beteiligten müssen daran interessiert sein, diese
Hindernisse aus dem Weg zu räumen", fordert Schubert. Dazu ist jedoch
eine Reform des Urheberrechts notwendig, welche die technischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die das
Internet mit sich bringt, wesentlich stärker berücksichtigt und
gleichzeitig durch größere Transparenz bei der Verteilung dazu führt,
dass das Geld auch wirklich die Kunstschaffenden erreicht.

Über die ISPA

Die ISPA - Internet Service Providers Austria - ist der
Dachverband der österreichischen Internet Service-Anbieter und wurde
im Jahr 1997 als eingetragener Verein gegründet. Ziel des Verbandes
ist die Förderung des Internets in Österreich und die Unterstützung
der Anliegen und Interessen von rund 200 Mitgliedern gegenüber
Regierung, Behörden und anderen Institutionen, Verbänden und Gremien.
Die ISPA vertritt Mitglieder aus Bereichen wie Access, Services,
Hosting und Content und fördert die Kommunikation der Marktteilnehmer
untereinander.

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OTS0290 2012-04-19 15:46 191546 Apr 12 ISP0001 0513



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Tel.: +43 1 409 55 76
E-Mail: edith.michaeler@ispa.at

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