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Internet Ombudsmann Jahresbericht 2011 und Trends 2012:

Abzocke-Welle im Internet erfolgreich eingedämmt - neue Online-Fallen im Aufwind

Wien (OTS) - Waren in den letzten Jahren vor allem
Abzocke-Versuche durch vermeintliche "Gratis"-Angebote für einen Großteil der Online-Probleme von österreichischen Konsumenten verantwortlich, so werden aktuell die an den Internet Ombudsmann gerichteten Beschwerden immer unterschiedlicher und komplexer: Anfragen rund um Online-Dienstleistungen, Datenschutz, Urheberrechte sowie verschiedenste Formen von Internetbetrug steigen im Vergleich zu den Vorjahren. Bei der in den letzten Jahren massiv bekämpften Abzocke-Welle konnte hingegen durch Aufklärung, internationale Zusammenarbeit und erstmalige strafrechtliche Verfolgungen eine nachhaltige Trendumkehr erzielt werden. Das geht aus dem soeben präsentierten Jahresbericht von Österreichs größter Beratungs- und Streitschlichtungsstelle im Internet (http://www.ombudsmann.at hervor.)

Das Einkaufen im Internet ist in Österreichs Haushalten mittlerweile zur Routine geworden. Denn obwohl immer mehr online erworben wird, nimmt die Anzahl der Beschwerden rund um Standard-Warenkäufe, die an den Internet Ombudsmann gerichtet werden, ab.

Die Anfragen von Österreichs Konsumenten an den Internet
Ombudsmann werden jedoch immer unterschiedlicher und komplexer: Einerseits ist ein Anstieg bei Beschwerden rund um Dienstleistungen -von (Glücks)spielen bis hin zu Partnerbörsen - und bei komplexen Vertragsgestaltungen - etwa bei Reisebuchungsplattformen - zu beobachten. Andererseits wenden sich aktuell immer mehr Konsumenten mit Anliegen rund um Datenschutz, Urheberrechte und vielfältigste Formen des Internetbetrugs an den Internet Ombudsmann.

Bilanz 2011: Streitfälle im Wert von 740.000 Euro zu Gunsten der Konsumenten bearbeitet

Rund 84 Prozent der insgesamt 4.762 Beschwerdefälle, die 2011 beim Internet Ombudsmann mit der Bitte um Unterstützung und außergerichtliche Streitschlichtung gemeldet wurden, konnten erfolgreich bearbeitet werden. Insgesamt sparten sich Konsumenten daher im Jahr 2011 durch die Arbeit des Internet Ombudsmann Kosten in Höhe von 740.000 Euro. Mit 185 Euro war die durchschnittliche Schadenshöhe pro Beschwerde im Jahr 2011 deutlich höher als im Jahr davor (2010: 131 Euro pro Fall).

Top Beschwerdegründe 2011: Vermeintliche "Gratis"-Angebote, Streitigkeiten rund um Vertragsrücktritte und Lieferprobleme sowie Probleme mit mobilen Mehrwert-Diensten

Vermeintliche "Gratis"-Angebote, die sich später jedoch als kostenpflichtig herausstellen, lagen 2011 zwar noch auf Rang 1 der häufigsten Beschwerdegründe - die Fälle konnten aber im Vergleich zu den Vorjahren erstmals deutlich reduziert werden. 1.881 Beschwerden wurden im Zusammenhang mit solchen Problemen im vergangenen Jahr an den Internet Ombudsmann gerichtet. Dies entspricht einem Rückgang von fast 74 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Rückgang wird sich auch 2012 fortsetzen.

Dazu Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer: "Wir haben im vergangenen Jahr die internationale Zusammenarbeit intensiviert und es gab Maßnahmen auf vielen Ebenen: von der Aufklärungsarbeit über zivil- und strafrechtliche Schritte bis hin zur Button-Regelung in der neuen europäischen Verbraucherrechte-Richtlinie, die einen deutlichen, zu bestätigenden Kostenhinweis verlangt. Abzocke im Internet ändert aber rasch ihr Gesicht. Der Internet Ombudsmann leistet dabei durch das frühzeitige Aufzeigen von Trends einen wichtigen Beitrag für den österreichischen Konsumentenschutz."

Vertragsrücktritte, also Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Rücktrittsrechts oder bei der Beendigung von Dienstleistungs-Abos, waren mit 1.157 Fällen der zweithäufigste Beschwerdegrund. Auf Rang 3 folgten Lieferprobleme (verspätete Lieferung, Lieferverweigerung) mit 538 Beschwerden. 390 Beschwerden -mehr als doppelt so viele wie noch 2010 - betrafen im vergangenen Jahr Probleme mit Mobilfunkanbietern oder Internetprovidern. Hier ging es in erster Linie um hohe Rechnungen aufgrund ungewollt online abgeschlossener Mehrwert- und WAP-Billing-Dienste oder überschrittene Datenvolumen für die Nutzung von Internetdiensten.

Probleme gibt es vor allem mit Anbietern aus dem Ausland. Fast
drei Viertel der Beschwerden (73%) richteten sich 2011 gegen Anbieter mit Sitz außerhalb Österreichs. Nur 27,3 Prozent der Beschwerden betrafen österreichische Unternehmen.

Top 5 Beschwerde-Websites 2011: GMX hinter Abzocke-Seiten auf Platz 3

Die Websites www.outlets.de sowie www.top-of-software.de waren im vergangenen Jahr für die meisten Beschwerden verantwortlich. An dritter Stelle - direkt hinter den so genannten Abzocke-Seiten -folgt bereits der E-Mail-Diensteanbieter GMX (www.gmx.de Auf den Plätzen vier und fünf liegen www.songtexte-24.de sowie www.routenplaner-service.de.)

Der Internet Ombudsmann führt unter http://www.ombudsmann.at/watchlist eine eigene Watchlist verdächtiger Domains bzw. Betreiber, die regelmäßig aktualisiert wird. Dazu Bernhard Jungwirth: "Um der Vielfalt der Abzocke-Modelle und Online-Fallen gerecht zu werden, werden wir unsere Watchlist -basierend auf aktuellen Trends und unserem breiten Erfahrungsschatz -heuer weiter ausbauen."

Trends 2012: Handy-Apps und soziale Netzwerke führen zu mehr Beschwerden rund um Datenschutz und neue Abzocke-Fallen

Die Beliebtheit von Smartphones, Apps und sozialen Netzwerken geht am Internet Ombudsmann nicht spurlos vorüber. 2012 rechnet das Ombudsmann-Team daher mit einem deutlichen Anstieg der Anfragen rund um Kostenfallen in Gratis-Apps und Datenschutz. Alleine 2011 haben sich die Beschwerden im Zusammenhang mit der unberechtigten Veröffentlichung oder Verwendung persönlicher Daten im Internet im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt. Häufig stehen diese Fälle im Zusammenhang mit Online-Belästigungen bzw. Cyber-Mobbing (z. B. Fake-Profile auf Facebook).

Darüber hinaus arbeiten Betrüger immer wieder an neuen Online-Fallen, mit denen sie Konsumenten gezielt hinter das Licht führen können. Die Palette reicht aktuell vom Handel mit gefälschten Markenprodukten über Kleinanzeigenbetrug bis hin zu Fake-Abmahnungen wegen der Verletzung von Urheberrechten.

Dazu Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann: "Im ersten Quartal 2012 ist eine deutliche Zunahme von Abmahnungen weben Urheberrechtsverletzungen bei der Online-Veröffentlichung von Fotos festzustellen. Auch wenn hier meist ein klarer Verstoß vorliegt, sind die finanziellen Forderungen häufig deutlich überzogen. Gleichzeitig schüchtern Betrüger Konsumenten mit Zahlungsaufforderungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing ein, indem sie sich als Rechtsanwälte ausgeben. Zu diesem Problem hat der Internet Ombudsmann ein neues Informationsblatt erstellt, in dem die wichtigsten Fragen einfach erklärt werden."

Senioren wenden sich immer häufiger an Internet Ombudsmann

Der Anteil der Beschwerdeführer, die über 60 Jahre alt sind, steigt kontinuierlich: Bereits 11 Prozent aller Fälle, die der Internet Ombudsmann im vergangenen Jahr bearbeitet hat, konnte dieser Altersgruppe zugeordnet werden. Ausschlaggebend dafür war oft große Verunsicherung im Zusammenhang mit Abzocke-Fallen. Bernhard Jungwirth: "Gerade für die ältere Generation, die nicht mit dem Medium Internet aufgewachsen und oft noch weniger routiniert ist, ist die kostenlose und unbürokratische Beratung durch den Internet Ombudsmann besonders wichtig."

Download des Jahresberichts 2011 des Internet Ombudsmann mit zahlreichen Fallbeispielen unter: http://www.ombudsmann.at

Antworten auf häufige Konsumenten-Fragen: http://www.ombudsmann.at/faq

Aktuelle Informationen vom Internet Ombudsmann finden Sie auf Twitter (https://twitter.com/#!/ombudsmann_at ) sowie Facebook (http://www.facebook.com/internetombudsmann ).

Über den Internet Ombudsmann:

Der Internet Ombudsmann ist eine von der EU-Kommission anerkannte außergerichtliche Streitschlichtungsstelle und wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie von der Bundesarbeitskammer gefördert. Die außergerichtliche Streitschlichtung und Beratung durch den Internet Ombudsmann ist für alle beteiligten Parteien kostenlos. Die Meldung von Beschwerde-Fällen oder allgemeinen Anfragen rund um E-Commerce- und verwandte Themen an den Internet Ombudsmann erfolgen unter http://www.ombudsmann.at

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