• 19.04.2012, 10:35:44
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Pirklhuber: Erneuter Gentech-Angriff der EU-Kommission auf unsere Lebensmittel

Grüne gegen Plan der EU-Kommission - österreichische Lebensmittel müssen gentechnikfrei bleiben

Wien (OTS) - "Ungeprüfte Gentechpflanzen in unseren Lebensmitteln
und keine Chance für die KonsumentInnen zu erfahren, was in ihrem
Essen drin ist: Das ist das Szenario, das uns droht, wenn die
EU-Kommission ihr geplantes Schlupfloch für die Gentech-Industrie
öffnet. Sie plant nämlich die Schaffung einer Toleranzschwelle von
0,1 Prozent für in der EU nicht zugelassene gentechnisch veränderte
Organismen (GVO) in Lebensmitteln", warnt Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen, eindringlich.

Auf Verlangen der Grünen wird im heutigen Nationalrat erstmals der
Lebensmittelsicherheitsbericht aus dem Jahr 2010 diskutiert. Dieser
Bericht zeigt, dass von 210 risikobasierten GVO-Probeziehungen bei
Lebensmitteln weniger als drei Prozent mit Gentechnik kontaminiert
waren. Die Hälfte der Funde (drei Proben) waren mit dem nicht
zugelassenen Gentech-Leinsamen kontaminiert und wurden deshalb aus
dem Verkehr gezogen. "Die EU will die illegale Aufnahme von solchen
Risiko-Lebensmitteln in die Regale der Supermärkte legalisieren. Das
ist skandalös!", kritisiert Pirklhuber.

Bei der derzeitigen Rechtslage müssen gentechnisch veränderte Zutaten
in Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Deshalb verzichtet die
europäische Lebensmittelindustrie bisher auf Gentechnik-Zutaten. Ein
Lücke in der europäischen Kennzeichnungsverordnung sind die
tierischen Produkte. Sogar wenn ein Tier sein Leben lang mit
Gentech-Futtermitteln ernährt wurde, wird dies auf dem tierischen
Produkt nicht ausgewiesen.

"Die Kommission geht jetzt zum wiederholten Mal vor der
Gentechnik-Lobby in die Knie. Eine Aufhebung der Nulltoleranz bei
Lebensmitteln wäre ein Frontalangriff auf das Selbstbestimmungsrecht
und die Wahlfreiheit der europäischen KonsumentInnen und ein
potentieller Anschlag auf unser aller Gesundheit", empört sich
Pirklhuber.

Der Einsatz von Gentech-Futtermittel ist auch im Rahmen des
Staatlichen Gütesiegels der AMA möglich. "Dem Ansinnen der
EU-Kommission, Gentechnik durch Schlupflöcher doch noch auf unsere
Teller zu bringen, muss Minister Berlakovich entschieden entgegen
treten. Glaubwürdig ist er dabei allerdings nur, wenn er auch in
Österreich dem Willen der KonsumentInnen Rechnung trägt und auch bei
Futtermitteln ganz klar der heimischen Linie folgt. Die ist ganz
klar: Wir wollen keine Gentechnik! Auch nicht im Futter. Deshalb
fordern wir gentechnikfreie Futtermittel als Kriterium für das
AMA-Gütesiegel!", sagt Pirklhuber.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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