- 17.04.2012, 14:02:46
- /
- OTS0198 OTW0198
Auer: Bienenschutz für Bauern vorrangig - Dank "Melissa" Riesenfortschritte erzielt
EUR 312 Mio. Bestäubungsleistung für die österreichische Landwirtschaft
Wien (OTS) - Insgesamt 367.000 Bienenvölker schwärmen durch
Österreich, ihre hochgerechnete ökonomische Bestäubungsleistung für
die Landwirtschaft liegt allein im Inland bei EUR 312 Mio. (pro Volk
etwa EUR 850,-), weltweit geht man von bis zu EUR 100 Mrd. aus. "Die
Biene ist das drittwichtigste Nutztier für die Landwirtschaft, von
ihrer Bestäubung hängen 80% der Nutzpflanzen ab. Egal ob Obst-,
Acker- oder Viehbauer - die Landwirte haben ein natürliches Interesse
an gesunden Bienenvölkern", erklärt Bauernbund-Präsident Jakob Auer
zur jüngsten Global 2000-Kampagne, wo Pflanzenschutzmittel der
Landwirtschaft mit Bienenschäden in Verbindung gebracht werden.
Laut der Melissa-Studie sind 2011 bei 1.396 Bienenvölkern Verluste
durch insektizidgebeiztes Saatgut aufgetreten. Das heißt, lediglich
0,38% aller Bienenschäden lassen sich direkt auf Maisbeizungen
zurückführen. "Insofern sind für mich Darstellungen, wonach die
Bauern alleinig für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden,
nicht nur grob verzerrend, sondern schlicht unrichtig", stellt Auer
fest. Der Zusammenhang zwischen Beize und Bienentod sei zwar
"signifikant" - es sind aber nur sehr wenige Bienen an der Beize
gestorben. Nicht von ungefähr stellt die Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit AGES, die die Studie durchgeführt hat, der
Landwirtschaft auch ein gutes Zeugnis aus, demnach sei "die Reduktion
der Bienenverluste signifikant". Sehr groß hingegen ist der
Zusammenhang zwischen der sogenannten Varroa-Milbe und dem
Bienensterben. Allein in Dänemark, wo kein Mais angebaut wird und
keinerlei Beizmittel zum Einsatz kommen, haben die Imker im
vergangenen Winter 35% ihrer Bienenvölker verloren. Ein großes
Bienensterben gab es auch in Deutschland, obwohl Maisbeizungen dort
ausgesetzt sind.
Riesenfortschritte dank "Melissa" erzielt
In Österreich hat sich die Menge an Beizmitteln bereits mehr als
halbiert. Seit 2012 gilt eine verpflichtende Fruchtfolge, die auch
den Hauptschädling Maiswurzelbohrer am effizientesten bekämpft. Beim
Kürbis wird sogar gänzlich auf Beizmittel verzichtet. "Dank der
'Melissa'-Studie und der Umsetzung bienenschonender Auflagen haben
Saatgutwirtschaft und Landwirtschaft Riesenfortschritte beim
Bienenschutz erzielt", hält Auer fest. Wo der Maiswurzelbohrer
hartnäckig auftritt, kommt gerade die kleinstrukturierte
Landwirtschaft um Pflanzenschutzmittel leider nicht herum. "Wer aber
sorgsam die verbesserten bienenschonenden Auflagen beim Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln einhält, läuft kaum noch Gefahr, den
Bienenvölkern Schaden zuzufügen. Bleiben wir in dieser Diskussion
also bei den Tatsachen, eine verzerrte Zuspitzung hilft niemandem",
ruft Auer zu einer fairen, sachlichen Diskussion auf.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






