• 17.04.2012, 12:04:03
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AK: "Österreich-Aufschlag" ist eine Tatsache

Überhöhte Preise müssen bekämpft werden

AK Wien (OTS) - Die AK weist die Behauptungen der Sektion Handel
der Wirtschaftskammer entschieden zurück. Es gibt einen
Österreich-Aufschlag sowohl bei identen Markenprodukten als auch bei
preiswertesten Produkten. Das belegen die AK Preisvergleiche Wien mit
Deutschland. Die AK erhebt einen Einkaufskorb mit typischen Lebens-
und Reinigungsmitteln. Die AK erhebt so, wie die Menschen einkaufen.
"Die höheren Preise sind in Österreich großteils hausgemacht. Es gibt
einige wenige "Große", die sich den Markt aufteilen", sagt Werner
Muhm, Direktor der AK Wien. "Wenn es Preisabsprachen gibt, so zahlen
die Konsumenten drauf. Den Profiteuren der Teuerung muss daher ein
Riegel vorgeschoben werden." Die AK will wissen, wo solche
Preisaufschläge zustande kommen. Daher verlangt die AK, dass das
sogenannte "Wettbewerbspaket" rasch umgesetzt wird: Strengere
Preiskontrollen und höhere Bußgelder können zu günstigeren Preisen
führen.

Im Vergleich zum deutschen Lebensmitteleinzelhandel weist
Österreich eine deutlich höhere Marktkonzentration auf. Die drei
größten Unternehmen (Rewe inklusive Adeg, Spar und Hofer) haben
mittlerweile über 80 Prozent Marktanteil. In Deutschland haben die
vier größten Ketten (Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe, Schwarz-Gruppe (Lidl)
und die Aldi Gruppe) einen Marktanteil von insgesamt 66 Prozent. Die
deutlich höhere Marktkonzentration in Österreich hat unter anderem
zur Folge, dass der österreichische Lebensmitteleinzelhandel trotz an
sich höheren Preisniveaus auch Einstandspreiserhöhungen viel
schneller an die VerbraucherInnen weiterreichen als dies in
Deutschland der Fall ist. Bei den Drogeriewaren ist die
Marktaufteilung ähnlich.

Es ist für die AK nicht nachvollziehbar, dass die großen deutschen
Lebensmittelkonzerne, die auch in Österreich Marktführer sind, eine
derart unterschiedliche Preisgestaltung fahren. Hinsichtlich der
Vertriebs- oder Logistikkosten ist zu sagen, dass in Deutschland die
Treibstoffkosten deutlich höher sind und die Topografie Bayerns mit
der Österreichs vergleichbar ist.

Die Arbeiterkammer legt wie andere Verbraucherverbände sowohl bei
Warentests wie bei Preiserhebungen oder Marktübersichten eine
Struktur dieser Instrumente fest, wie sie grundsätzlich dem
Verbraucherverhalten entspricht. Die AK kauft so ein, wie die
Konsumenten auch: Wer wenig Geld hat und jeden Cent zweimal umdrehen
muss, schaut auf den Preis und nicht auf die Marke. Daher macht die
AK einen Einkaufskorb mit preiswertesten Lebens- und Drogeriewaren.
Die AK vergleicht aber auch idente Markenprodukte. Die
Preiserhebungen werden in engen Zeiträumen (zwei oder drei
aufeinanderfolgenden Tagen) durchgeführt. Das entspricht dem
Verhalten der Verbraucher.

Aktionen werden bei den AK Preistests berücksichtigt, aber nicht
Kundenkarten - diese werden im Verbraucherpreisindex der Statistik
Austria auch nicht berücksichtigt. "Die Bindung des Kunden an das
jeweilige Unternehmen ist überdies kritisch, weil unklar ist, was mit
den Daten alles passiert", sagt Muhm.

Warentests zeigen, dass es heute ganz grundsätzlich in vielen
Bereichen keinen durchgängigen Zusammenhang zwischen Preis und
Qualität mehr gibt.

Die AK Preistests zeigen:
+ Idente Drogerie-Markenprodukte sind in Wien im Schnitt um 27,5
Prozent teurer als in Köln. Das zeigt ein AK Preismonitoring von bis
zu 100 identen Marken-Drogeriewaren in Wien und in Köln von Anfang
März bei Schlecker, DM und Müller.

+ Lebensmittel kosten in Wien mehr als in Berlin - um
durchschnittlich rund neun Prozent. Das zeigt ein AK Preismonitoring
vom Februar von 30 preiswertesten erhältlichen Lebensmitteln bei
Supermärkten und Diskontern in Wien und Berlin.

+ Idente Marken-Lebensmittel waren in Wien um durchschnittlich 13
Prozent teurer als in München. Das zeigte ein AK Preismonitoring vom
Oktober 2011 bei Supermärkten.

+ Besonders auffällig sind Preisunterschiede bei unverarbeiteten
Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Zucker oder Mehl.

SERVICE: Alle AK Preistests unter wien.arbeiterkammer.at

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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