• 16.04.2012, 17:00:32
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Der Karawankenbär"

Der Politik fehlen Persönlichkeiten, ein neues Wahlrecht soll sie bringen.

Wien (OTS) - Der frühere Wolfsberger Bürgermeister Gerhard
Seifried hat nach einer verlorenen Wahl in Kärnten einmal gemeint,
der Karawankenbär hätte der SPÖ genau so viele Stimmen gebracht. Was
als Gemeinheit für einen Parteikollegen gedacht war, hatte einen
realen Hintergrund: Parteien konnten früher über eine gewisse
Stammwählerschaft verfügen.
Heute ist Protest stärker als politische Bindung, Piraten werden
gewählt, kaum haben sie ihre Fahne gehisst.
ÖVP-Staatssekretär Kurz sieht in der Personalisierung eine Chance
für die Politik. 100 Abgeordnete sollen direkt gewählt werden.
Zweifellos: Politiker könnten selbstständiger agieren. Im Moment
haben wir ja die absurde Situation, dass vor allem die
Landesparteien die Wahllisten für das Bundesparlament machen. Ein
Nationalrat, der gegen einen Landesfürsten aufmuckt, kann bald seine
Sachen packen.
SPÖ-Sekretär Kräuter sieht da ein "Wahlrecht für Unternehmer und
Großbauern". Damit sagt er uns, dass er sich und seinen Kolleginnen
und Kollegen im Nationalrat nicht zutraut, in ihrem Wahlkreis
bekannt und beliebt zu werden. Selbstbewusste Abgeordnete sind nicht
leicht zu steuern wie der Karawankenbär, aber dringend notwendig für
die Demokratie.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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