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Wer trägt Verantwortung für Verluste nach riskanten SWAP-Geschäften?

Nach Sendung Bürgeranwalt hoffen betroffene Bank Austria-Kunden auf eine Lösung / Rund 300 gleichgeartete Fälle mit einer abzuleitenden Schadenssumme von 150 Millionen Euro

Wien (OTS) - Auf eine außergerichtliche Lösung ihres Falles hoffen jetzt jene Bank Austria Kunden, deren Fall in der Sendung Bürgeranwalt am 14. April 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Sascha Stadnikow von der Unternehmensberatergruppe Finanzbuddha, die diesen Fall ins Rollen gebracht hat, schätzt, dass es in Österreich 300 gleichgeartete Schadensfälle von Unternehmen gibt. Legt man die von Bank Austria-Anwalt Dr. Ernst Brandl beim Bürgeranwalt angeführte Risikotragfähigkeit von zumindest 500.000 Euro zugrunde, beträgt das Schadensvolumen rund 150 Millionen Euro. Allein 30 Geschädigte haben sich bereits an Finanzbuddha gewandt.

Den Kunden wurden bekanntlich von der Bank Austria Zins-Währungs-Swaps empfohlen, um laufende Kredite zu "optimieren". In der Sendung Bürgeranwalt ging es um die Frage, wer jetzt für daraus entstehende, existenzbedrohende Verluste verantwortlich ist und daher den Schaden tragen soll. Urteile des obersten Gerichtshofes in Österreich und des Bundesgerichtshofes in Deutschland in ähnlichen Fällen weisen die Verantwortung für die Verluste klar der Bank zu.

Wie Rechtsanwalt Dr. Ingo Kapsch (HLMK Rechtsanwälte) betonte, liegt bei dem von der Bank angebotenen Produkt ein Interessenkonflikt vor, über den alle Kunden hätten aufgeklärt werden müssen. Die Bank hätte ihren Kunden in dieser Zinswette ein unverhältnismäßig hohes Risiko zugeordnet, um selbst einen hohen, risikolosen Gewinn lukrieren zu können. Das wäre keinem Kunden bekannt gewesen, sagte Kapsch als Rechtsbeistand der Bank Austria-Kunden in der Fernsehsendung.

Die Bank Austria behauptet, es wäre alles korrekt abgelaufen. Gleichzeitig bietet sie in letzter Konsequenz in nahezu allen Fällen, die Finanzbuddha betreut, einen Schadensersatz in einer Größenordnung von zumindest 60 bis 70 Prozent. Diesen Standpunkt wiederholte der beim Bürgeranwalt anwesende Vertreter der Bank Austria, Rechtsanwalt Dr. Ernst Brandl. Man bezahle lediglich, um die "Kundenzufriedenheit" zu erhalten und sei bereit, das bestehende Angebot nochmals zu verbessern. Stereotype Aussagen beziehungsweise Angriffe des Rechtsvertreters der Bank Austria, dass "gstandene Unternehmer lesen müssen was sie unterschreiben" und "Kunden haben bei geringeren Verlusten entschieden, weiter zu spekulieren" müssen laut Gerald Zmuegg (Finanzbuddha) Betroffenen keine Sorgen machen. Sie widersprechen dem gültigen Wertpapieraufsichtsgesetz und entsprechenden OGH-Urteilen in Österreich und Deutschland.

Der vom Bürgeranwalt aufgezeigte Fall unterstreiche deutlich, dass es sich für Bankkunden auszahlt, sich zu wehren und in der Öffentlichkeit Transparenz zu verlangen, kommentiert Unternehmensberater Robert Süss (Finanzbuddha). Vor einem Jahr habe man die gleichen Kunden noch ohne Angebot nach Hause geschickt und behauptet, alles wäre korrekt gelaufen. "Die Behauptung des Bankenanwaltes, man zahle aus reinem Goodwill zur `Kundenzufriedenheit`, ist indessen vollkommen unglaubwürdig. Summen im sechsstelligen Euro-Bereich (in den drei Fällen derzeit in Summe 892.000 Euro) hat nicht einmal die Bank Austria zu verschenken," so Süss. Fakt ist die Bank zahlt, da es sich um eine Fehlberatung handelt.

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