OTS0054   16. Apr. 2012, 09:56

Diakonie zu Jugendhilfegesetz: Nichtstun kostet und kommt uns allen teuer!

Appell an Bund und Länder: Mangelnde Prävention und Hilfe erzeugen später hohe soziale Kosten.


"Nichtstun kostet und kommt uns allen teuer.", appelliert die Diakonie "an Bund und Länder endlich ein modernes Jugendhilfegesetz zu beschließen". "Kinder und Jugendliche und ihre Familien brauchen Unterstützung und Hilfen, die nicht nur im äußersten Krisenfall einsetzbar sind, sondern vor allem in der Prävention greifen und besonderen familiären Belastungen vorbeugen", weist Martin Schenk, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie Österreich, anlässlich der steigenden Probleme in Familien auf die notwendigen Gegenmaßnahmen hin. 11.000 Kinder sind bei Pflegeeltern oder in Wohngemeinschaften untergebracht, 27.000 wurden zuhause in ihren Familien betreut. Das sind um vier Prozent mehr als 2008, sagt uns der Jugendwohlfahrtsbericht des Familienministeriums.

"Es geht hier nicht nur um Kosten", betont Martin Schenk, "sondern um Investition in die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft. Mangelnde Prävention und Hilfe erzeugen Kosten anderswo, wenn die Jugendlichen keinen Job finden, in schlechte Verhältnisse oder Kriminalität abdriften oder ein höheres Krankheitsrisiko entsteht."

Für ein neues und gutes Jugendhilfegesetz braucht es die verbindliche Umsetzung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards. Notwendig ist auch die Erweiterung der Betreuungsmöglichkeiten für junge Menschen über das 18. Lebensjahr hinaus, das Vier-Augen-Prinzip und die Sicherstellung der therapeutischen Hilfen. 70.000 Kinder in Österreich erhalten nicht die für sie notwendigen Therapien; es gibt zu wenig kostenfreie Therapieplätze. Zentral ist weiters die Umsetzung der UN-Konvention über die Kinderrechte in Österreich, betont Schenk.

Die Diakonie weist darauf hin, dass gerade Jugendliche mit schwieriger Lebensgeschichte Begleitung und Betreuung über das 18. Lebensjahr hinaus brauchen. "Auch in einer Familie endet die Sorge und Unterstützung nicht einfach mit dem achtzehnten Geburtstag. Diese Begleitung wirkt auch stark präventiv und beugt Abstürzen vor, wie wir aus anderen europäischen Ländern wissen," so Schenk. Für ein neues Jugendhilfegesetz braucht es:

  • Bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und Qualitätssicherung
  • Vier-Augenprinzip bei der Gefährdungsabklärung
  • Fortsetzung von Betreuungen auch über das 18. Lebensjahr hinaus
  • Einheitliche Standards bei der Informationsweitergabe und interdisziplinären Kooperation, Nahtstellenmanagement
  • Sicherstellung der therapeutischen Hilfen für Kinder und Jugendliche.
  • Integrierung der UN Konvention über die Rechte des Kindes

Die Diakonie ist in der Unterstützung und Hilfe von Kindern in Wohngemeinschaften, Elternprojekten und ambulanten Unterstützungsmaßnahmen engagiert. Wie die Diakonie hilft: http://www.ots.at/redirect/diakonie.at

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OTS0054 2012-04-16 09:56 160956 Apr 12 DIK0001 0400



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