Diakonie zu Jugendhilfegesetz: Nichtstun kostet und kommt uns allen teuer!
Appell an Bund und Länder: Mangelnde Prävention und Hilfe erzeugen später hohe soziale Kosten.
Wien (OTS) - "Nichtstun kostet und kommt uns allen teuer.",
appelliert die Diakonie "an Bund und Länder endlich ein modernes
Jugendhilfegesetz zu beschließen". "Kinder und Jugendliche und ihre
Familien brauchen Unterstützung und Hilfen, die nicht nur im
äußersten Krisenfall einsetzbar sind, sondern vor allem in der
Prävention greifen und besonderen familiären Belastungen vorbeugen",
weist Martin Schenk, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie
Österreich, anlässlich der steigenden Probleme in Familien auf die
notwendigen Gegenmaßnahmen hin. 11.000 Kinder sind bei Pflegeeltern
oder in Wohngemeinschaften untergebracht, 27.000 wurden zuhause in
ihren Familien betreut. Das sind um vier Prozent mehr als 2008, sagt
uns der Jugendwohlfahrtsbericht des Familienministeriums.
"Es geht hier nicht nur um Kosten", betont Martin Schenk, "sondern
um Investition in die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft.
Mangelnde Prävention und Hilfe erzeugen Kosten anderswo, wenn die
Jugendlichen keinen Job finden, in schlechte
Verhältnisse oder Kriminalität abdriften oder ein höheres
Krankheitsrisiko entsteht."
Für ein neues und gutes Jugendhilfegesetz braucht es die
verbindliche Umsetzung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards.
Notwendig ist auch die Erweiterung der Betreuungsmöglichkeiten für
junge Menschen über das 18. Lebensjahr hinaus, das Vier-Augen-Prinzip
und die Sicherstellung der therapeutischen Hilfen. 70.000 Kinder in
Österreich erhalten nicht die für sie notwendigen Therapien; es gibt
zu wenig kostenfreie Therapieplätze. Zentral ist weiters die
Umsetzung der UN-Konvention über die Kinderrechte in Österreich,
betont Schenk.
Die Diakonie weist darauf hin, dass gerade Jugendliche mit
schwieriger Lebensgeschichte Begleitung und Betreuung über das 18.
Lebensjahr hinaus brauchen. "Auch in einer Familie endet die Sorge
und Unterstützung nicht einfach mit dem achtzehnten Geburtstag. Diese
Begleitung wirkt auch stark präventiv und beugt Abstürzen vor, wie
wir aus anderen europäischen Ländern wissen," so Schenk.
Für ein neues Jugendhilfegesetz braucht es:
- Bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und Qualitätssicherung
- Vier-Augenprinzip bei der Gefährdungsabklärung
- Fortsetzung von Betreuungen auch über das 18. Lebensjahr hinaus
- Einheitliche Standards bei der Informationsweitergabe und interdisziplinären Kooperation, Nahtstellenmanagement
- Sicherstellung der therapeutischen Hilfen für Kinder und Jugendliche.
- Integrierung der UN Konvention über die Rechte des Kindes
Die Diakonie ist in der Unterstützung und Hilfe von Kindern in
Wohngemeinschaften, Elternprojekten und ambulanten
Unterstützungsmaßnahmen engagiert. Wie die Diakonie hilft:
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Diakonie Österreich
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