- 12.04.2012, 13:40:01
- /
- OTS0172 OTW0172
Seeber zu Bohrinsel-Unfällen: Prävention statt Reaktion
EU-Meeressicherheitsagentur bekommt neue Zuständigkeiten
Brüssel, 12. April 2012 (OTS) Die EU bekommt künftig neue
Zuständigkeiten bei Unfällen auf Bohrinseln. EU-Parlament und Rat
einigten sich heute Vormittag auf die Ausweitung der
Zuständigkeiten der EU-Meeressicherheitsagentur EMSA (European
Maritime Safety Agency). "Leider muss manchmal erst das Kind in den
Brunnen fallen, bis alle Beteiligten den Handlungsbedarf sehen.
Dass die EMSA nun bei der Bekämpfung der Folgen von Unfällen
zuständig ist, ist angesichts des jüngsten Unfalls in der Nordsee
natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wir brauchen
endlich einheitliche, europäische Sicherheitsstandards auf
Bohrinseln und deren europäische Überprüfung", fordert Richard
Seeber, Umweltsprecher der Europäischen Volkspartei im EU-
Parlament. Es reiche nicht, nur gemeinsam auf Katastrophen zu
reagieren, sondern es müsse auch "mit europäischen Instrumenten
präventiv und proaktiv" vorgegangen werden. ****
Die heutige Einigung, die von Parlament und Rat noch formell
abgesegnet werden muss, sieht vor, dass die EU-Agentur die Aufgabe
bekommt, das Ausmaß und die Auswirkungen von Umweltzerstörungen
durch Unfälle auf Bohrinseln zu erheben und die Verschmutzungen zu
beseitigen. Die EU-Mitgliedstaaten wehren sich aber bisher gegen
Überprüfungen der Sicherheitsvorkehrungen durch die EMSA. "Das
Kompetenzgeflecht zwischen Mitgliedstaaten und EU bei den
Sicherheitsregeln für Bohrinseln muss entwirrt und geklärt werden",
fordert Seeber. Bisher ist die Aufsicht über die Bohrplattformen
weitgehend national geregelt. Die von der EU-Kommission im Herbst
2011 vorgeschlagene Angleichung der Sicherheitsstandards für
küstennahe Erdöl- und Gasförderung in der EU solle jetzt so schnell
wie möglich verabschiedet werden, "ohne Nivellierung nach unten"
will Seeber. In den Gewässern der EU sind knapp tausend Bohrinseln
installiert, rund die Hälfte davon im britischen Teil der Nordsee.
"Europaweit einheitliche, hohe Mindeststandards für die Öl- und
Gasförderung schützen die Umwelt und die Arbeiter auf den
Plattformen und erhöhen gleichzeitig die Rechtssicherheit für die
Förderfirmen. Bisher sind sie mit einem Flickenteppich aus
nationalen Sicherheitsvorschriften konfrontiert", so Seeber. Eine
völlig risikofreie fossile Energiegewinnung sei aber nicht möglich,
erinnert der Umweltexperte. "Fossile Energiegewinnung wird trotz
moderner Technik weiter mit erheblichen Risiken für Mensch und
Natur verbunden bleiben", so Seeber. Langfristig fordert Seeber
deshalb einen Umstieg auf erneuerbare Energien.
Rückfragen:
Dr. Richard Seeber, MEP, Tel.: +32-2-284-5468
([email protected])
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-384784
([email protected])
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVP






